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Rückblick auf die Bauarbeiten zur Verbreiterung der alten Start- und Landebahn. In nervenaufreibender, stets staubender, Tag- und Nachtarbeit wurde rücksichtslos gegenüber der anliegenden Bevölkerung dieses Bauprojekt durchgezogen. Auf gute Nachbarschaft liebe Flughafengesellschaft.
Deine Waggumer.                                  (In der Mitte des Bildes sieht man eine Reihe von 23 Lastwagen)
    

     5.9. 9:59        
     Heute ist der 242. Protesttag gegen den Ausbau des Flughafens
     Braunschweig-Wolfsburg und die Bürgerinitiative
     Waggum trifft sich um 16:00 Uhr am Sportheim Waggum.

    


Hier noch einmal ein Rückblick
auf den 150. Waldspaziergang
(leider hat der Film immer noch mit
technischen Schwierigkeiten zu kämpfen, 
der Ton schleift hinterher. Ich werde es
in Kürze noch einmal mit einer kürzeren
Fassung versuchen.)
< hier anklicken

Hier noch einmal ein Rückblick
auf die Fällarbeiten im Januar.
(Steht uns ja im Herbst wieder
bevor.) Musik: nightbird


< hier anklicken

Und hier zur Unterhaltung noch mal
Musik von nightbird.
(Die Aufnahmen wurden teil-
weise am Bechtsbütteler Weg
gemacht.)

< hier anklicken
Samstag, den 4.9.         

241. Waldspaziergang

18 Personen protestierten gegen
den Flughafenausbau.
Freitag, 3.9.                       

240. Waldspaziergang

22 Teilnehmer auf der großen Runde
durch den Querumer Forst um das
Baugelände herum. Hier gerade am
östlichen Ende an der Baustelle
des Regenwasserrückhaltebeckens.
Die Baugrube ist bereits mit Regen-
wasser vollgelaufen und man ver-
sucht das Wasser seit Tagen
abzupumpen.
Donnerstag, den 3.9.          239. Waldspaziergang

15 Teilnehmer liefen vom Sportheim Waggum über die Grasseler
Straße zum Waggumer Weghaus und zurück. Unterwegs zeigte
uns Herr Böse, dass auf seinem Grundstück Vermessungsarbeiten
stattgefunden haben, ohne ihn zu fragen. Handelt es sich hier um
Vorbereitungsmaßnahmen für die legendäre Ostumfahrung?




Die Wettervorhersage für die Region Sportheim Waggum:                               

                                     Sa.4.9.                So.5.9.                 Mo.6.9.
   
Tiefste Temperatur        10°C                      8°C                    7°C

Höchste Temperatur      17°C                    17°C                   17°C

Vormittags                 etw. Sonne           etw. Sonne         meist sonnig               

Nachmittags               etw. Regen          etw. Sonne         meist sonnig

       


Die Braunschweiger Zeitung versuchte am Donnerstag zum 2. Mal zu beschwichtigen:


"Mit VW-Ausstieg wird Förderung rechtswirksam"

Land sieht keine Probleme


Von Ralph-Herbert Meyer


Mit dem Ausstieg der Volkswagen AG aus der Flughafen GmbH ist die Förderung
des Ausbaus des Forschungsflughafens in trockenen Tüchern.

Dieser Auffassung ist das Wirtschaftsministerium Niedersachsens. Es bestätigt
damit auf Anfrage unserer Zeitung die Position der Stadt, dass die Finanzierung
sicher sei. Mit dem Übergang der VW-Anteile an die Flughafen GmbH selbst
wird heute während der Gesellschafterversammlung gerechnet.

Wörtlich erklärte ein Sprecher: "Ja, die Förderung ist gesichert. Es gibt
keine Beziehung zwischen VW und der nationalen Förderung des
Infrastrukturprojektes aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung
der regionalen Wirtschaftsstruktur."

Das Ministerium begründete noch einmal, warum der Flughafen-Ausbau
mit Bundesmitteln in Höhe von rund 15 Millionen Euro gefördert wird. Es
heißt: "Der Forschungsflughafen als Standortfaktor und seine
Entwicklungspotenziale sind für Braunschweig und Niedersachsen von
grundsätzlicher Bedeutung. Der Forschungsflughafen Braunschweig hat
sich innerhalb der letzten 20 Jahre zu einem der innovativsten Wirtschafts-
und Wissenschaftscluster in Europa entwickelt."

Ausbau der Landebahn sei von zentraler Bedeutung

Für die Sicherung des Forschungsbetriebes am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg
sei der Ausbau der Start- und Landebahn von zentraler Bedeutung.

Förderrechtlich sieht das Land keine Probleme. Das Infrastrukturvorhaben der Stadt
Braunschweig werde über die 100-prozentige Tochter der Stadt Braunschweig, der
Struktur-Förderung Braunschweig GmbH, als kommunaler Projektträger aus der
Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur nach
dem mehrjährigen Koordinierungsrahmen (BT Drs. 16/13950, Teil II B Wirtschaftsnahe
Infrastrukturmaßnahmen, Ziff. 3) gefördert.

Der Zuwendungsbescheid sei, so der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, rechtswirksam.
Wann die Fördersumme fließen wird, hänge davon ab, wann die Auflagen erfüllt werden.

Die wichtigste Weiche wird mit dem VW-Ausstieg gestellt. Die Stadt Braunschweig hat bisher
6,2 Millionen Euro für den Ausbau des Ausbaus des so genannten Avionik-Clusters gezahlt.

Der Beitrag war im Haushalt eingeplant und den Ratsgremien bekannt.

Braunschweiger Zeitung: 2. September 2010, Braunschweig Lokal, Seite 19© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010



Mein Kommentar:

Die Hütte brennt und immer wieder wird vom Rathaus und seinem Sprachrohr der Braunschweiger
Zeitung beschwichtigt. Es fehlt Geld und es ist kaum zu glauben, dass die juristischen Trickser aus
dem Rathaus nicht wussten, dass man bei Beteiligung einer privaten Firma (VW) keine öffentlichen
Fördergelder beantragen kann. (Gespannt darf man auf die Reaktion der EU sein, denn sollten
jemals Fördergelder fließen, müssten sie bei einer Höhe von 15 Millionen dort gemeldet werden.)

Auch wenn die Fördergelder zum 2. Mal beantragt werden (jetzt ohne VW), ist noch nichts in
"trockenen Tüchern", erst wenn "die Auflagen erfüllt werden.
Jedenfalls mussten mindestens 2 Anteilseigner der Flughafengesellschaft in Vorleistung treten:
Wolfsburg mit 3,2 Millionen und Braunschweig mit 6,2 Millionen, damit die dringensten
Rechnungen bezahlt werden konnten.

Und wie geht es weiter?




Hannoversche Allgemeine von Mittwoch:
  Gegner des Flughafens hoffen auf Baustopp wegen eines Käfers

 
Mittwoch, den 1.9.   238. Waldspaziergang

13 Teilnehmer machen Autofahrer aufmerksam: Diese Landesstraße wird gesperrt - für immer -
vielen Dank für ihre Unterstützung


newsclick.de (Braunschweiger Zeitung im Internet): Braunschweig: Käfer soll Flughafen-Projekt stoppen  

Hamburger Abendblatt: Das große Krabbeln - Käfer soll Flughafenausbau verhindern                                                                                                                                                                                                                                                                     (Den Artikel vom Hamburger Abendblatt gibt es leider nur gegen Bares)

                                                 
  
Dienstag, den 31.8.                

237. Waldspaziergang

11 Teilnehmer auf ihrem Weg


Die Braunschweiger Zeitung berichtete am Dienstag:


Lehmann: Flughafen-Förderung steht rechtlich auf sicheren Füßen
Nach Zusagen von Ministerpräsidenten und Landtag stand Zuschuss
für die Verwaltung nie in Frage


Von Ralph-Herbert Meyer

Vorwürfe von Gegnern der Startbahnverlängerung am Forschungsflughafen,
die Förderung mit Bundesmitteln könnte nicht rechtmäßig sein, weist die Stadt
auf Anfrage unserer Zeitung zurück.

"Der Vorwurf ist abwegig, aber die Vorwerfenden sollten - wieder einmal -
Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstatten. Dann erhalten sie eine offizielle Klärung",
meint der Erste Stadtrat Carsten Lehmann sarkastisch. Lehmann ist Mitglied des
Aufsichtsrates beim Bauherrn Flughafen GmbH und Aufsichtsratsvorsitzender
bei der die Förderung beantragenden Strukturförderung GmbH.

Auf Nachfrage erklärt Lehmann, dass laut Bewilligungsbescheid der VW-Ausstieg
eine Bedingung für die Förderung gewesen sei. Das Ausscheiden zur
Gesellschafterversammlung am 2. September reiche, um die Förderung nicht
zu gefährden. Weil das Unternehmen Volkswagen als Gesellschafter auch Nutzer
der verlängerten Startbahn wäre, wurde die Förderung vom Bund als
problematisch angesehen.

Bei Gesamtkosten von rund 33 Millionen Euro wird ein Zuschuss von
rund 15 Millionen Euro erwartet. Bezuschusst wird nach Auskunft der
Verwaltung der Avionik-Cluster. Der beinhaltet:

Verlängerung der Start-/Landebahn des Flughafens,

die geplante, aber in Frage stehende Ostumfahrung,

die Erschließung der Gewerbegebiete und

Erschließung der Hermann-Blenk-Straße.

Die Gesellschafter der Flughafengesellschaft hätten nie Zweifel an der
Förderung des auch von der Landesregierung gewünschten Vorhabens
gehabt, so Lehmann gestern in seiner schriftlichen Antwort.

Der Erste Stadtrat teilt mit: "Die rechtsverbindliche Lage im
verwaltungsrechtlichen Sinne enthielt erst der Förderbescheid.
Allerdings hat es schon vorweg mehrfach Zusagen früherer Ministerpräsidenten
 und Wirtschaftsminister gegeben. Gleichermaßen hat der Landtag mit großer
Mehrheit zweimal positiv in Sachen Forschungsflughafen beschlossen. Politisch
war die Förderung deshalb immer gesichert."

Der Baubeginn vor Erhalt der Bewilligung sei kein Wagnis und rechtmäßig gewesen.
Die entsprechende Genehmigung habe seit Herbst vorgelegen. Lehmann wörtlich:
"Insoweit konnte auch ohne den Fördermittelbescheid schon begonnen werden, ohne
dass dies förderschädlich war. Ein solches Vorgehen ist in Fällen dringender und wichtiger
Maßnahmen üblich, auch bei der Stadt schon mehrfach angewandt worden und deshalb
völlig unbedenklich."

Die Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Förderung waren bei den Gegnern
aufgekommen, als VW am 12. August ankündigte, ihre Flughafenanteile
zurückgeben zu wollen.

Die Verwaltung hatte die Vermutungen der Grünen-Ratsfraktion, der VW-Ausstieg
könnte mit der Bezuschussung zusammenhängen, zunächst als fehlgehend bezeichnet.

Vor der Sitzung des Finanzausschusses in der vergangenen Woche verlas Lehmann
als Erster Stadtrat jedoch eine Erklärung, in der doch Probleme bei der Förderung
als Grund für den VW-Ausstieg offenbart wurden.

Braunschweiger Zeitung: 31. August 2010, Braunschweig Lokal, Seite 17

© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010


 
Montag, den  30.8.                 

236. Waldspaziergang 

Diesmal in Wolfsburg vor dem Phaeno, hier wollte sich VW in einem Vortrag
und einer Ausstellung als oberster Umweltschützer aufspielen,
nicht erwähnt wurdedie Waldzerstörung im Querumer Forst. 

Die Wolfsburger Nachrichten berichteten am Dienstag über unsere Aktion:



Aktivisten fordern sofortigen Baustopp

Flughafenausbau: Anwohner und Umweltschützer machen weiter
Druck auf Volkswagen


Von Thomas Kruse

Volkswagen präsentiert seit gestern die Ausstellung "Ohne Vielfalt der
Natur keine Vielfalt der Wirtschaft" im Phaeno. Das war zugleich aber
auch der Anlass für eine Demonstration gegen den Ausbau des Flughafens
Braunschweig-Wolfsburg.

Gut 20 Mitglieder der Bürgerinitiativen Waggum und Braunschweig sowie
der Bürgerinitiative Baumschutz/Naturschutz klagten das Unternehmen vor
dem Bahnhof auf Transparenten und per Lautsprecher an, für die Vernichtung
von schützenswertem Wald zum Zwecke des Flughafenausbaus
mitverantwortlich zu sein.

VW sei "ein Umweltzerstörer mit zwei Buchstaben", sagte Peter Rosenbaum,
der Sprecher der Initiativen. Volkswagen ist zwar als Gesellschafter des Flughafens
ausgestiegen, doch die Kritiker wollen die Autobauer nicht aus der moralischen
und politischen Mitverantwortung entlassen. Deshalb zeigten die Aktivisten auch
trotz strömenden Regens erneut in Wolfsburg Flagge.

Die Ausstellungseröffnung im Phaeno nutzten Rosenbaum und Co., um den Konzern
in die Pflicht zu nehmen. "VW brüstet sich mit Natur- und Artenschutz auf Glanzpapier
und mit einer teuren Veranstaltung. Was ist mit der Naturvernichtung für den
umstrittenen Flughafen-Ausbau inmitten des Querumer Eremitenwaldes in
Waggum?", fragten die Naturschützer. Der Eremit ist ein seltener Käfer,
der unter Schutz steht.

Antworten gab es nicht, ein Volkswagen-Vertreter ließ sich - wie bei den vorherigen
Demonstrationen - nicht sehen. Die Ausstellung im Phaeno ist noch bis zum
6. September zu sehen. Die Wanderausstellung wurde von der "Business and
Biodiversity Initiative" initiiert, deren Gründungsmitglied Volkswagen ist. "Besucher
erfahren auf 16 Stelen alles Wesentliche über die Folgen des Artensterbens für
Mensch und Wirtschaft", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Schau
tourt durch Japan und Deutschland, ehe sie im Oktober auf der 10. Naturschutzkonferenz
der Vereinten Nationen im japanischen Nagoya zu sehen ist.

Die Volkswagen-Kritiker aus Braunschweig verlangen, dass der Konzern sich an
seine Vorgaben hält. Die lauten: "Der Volkswagen-Konzern hat sich 2008 zum
Schutz der biologischen Vielfalt verpflichtet. Das Unternehmen setzt sich an allen
Standorten für die Sicherung der biologischen Vielfalt ein und hat den Artenschutz
in das konzernweite Umweltmanagement integriert." Zudem betreibe man an den
weltweiten Standorten vielfältige Naturschutz-Projekte. Rosenbaum und seine
Mitstreiter verlangen nun, dass Volkswagen sich auch in Waggum daran hält, sich für
einen sofortigen Baustopp einsetzt und "die eigene politische Haftung für die Schäden"
anerkenne.

Außerdem verlangen die Anwohner und Naturschützer, dass der Konzern seine
Nutzung des Flughafens darstellen und "in Zukunft mit der Bürgerschaft offen
und ehrlich" abstimmen müsse.





Wolfsburger Nachrichten: 31. August 2010, VW: Das Werk, Seite 17© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010


Der Lokalteil der Wolfsburger Nachrichten berichtete ebendfalls:


Volkswagen steigt aus, bleibt aber Zahlmeister

Flughafen Braunschweig-Wolfsburg: Der Stadt entstehen "keine zusätzlichen Kosten"

Von Thomas Kruse

WOLFSBURG.
Der Stadt Wolfsburg entstehen durch den überraschenden Rückzug von
Volkswagen als Gesellschafter des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg in Waggum
"keine zusätzlichen Kosten" durch den laufenden Ausbau. Das teilte die Verwaltung gestern mit.

Kämmerer Thomas Muth präzisierte auf WN-Nachfrage, dass der Stadt "durch den Rückzug
von Volkswagen auch keine höheren jährlichen Betriebskostenzuschüsse" entstehen würden.
Doch wie kann das sein, wo doch die verbliebenen Gesellschafter die Volkswagen-Verpflichtungen
eigentlich künftig mittragen müssten?

Ganz einfach: Nach Informationen unserer Zeitung steigt das Unternehmen zwar als Gesellschafter
aus, zahlt aber auch künftig seinen Anteil an den Ausbau- und Betriebskosten. Entsprechende
Vereinbarungen scheinen indes auf eher informellem Wege getroffen worden zu sein.

Politiker wie Ratsherr Axel Bosse von den Grünen beklagen schon seit geraumer Zeit, dass das
Geschehen um die Flughafen-Gesellschaft und den Ausbau der Landebahn "an Intransparenz
allenfalls noch durch die Vorgänge bei der Stadtwerke AG übertroffen" würden.

Auch Peter Rosenbaum, Sprecher der Braunschweiger Bürgerinitiativen gegen den
Flughafenausbau, kritisierte die fehlende Information der Öffentlichkeit. "Es ist doch
nicht einmal bekannt, wann Volkswagen aussteigt. Die Aufsichtsräte sind ganz offenbar
überfordert, nicht willens oder nicht in der Lage, hier für Aufklärung zu sorgen", sagte
Rosenbaum gestern am Rande einer Demonstration vor dem Bahnhof. Oberbürgermeister
Rolf Schnellecke warf er vor, "bei VW auf dem Schoß zu sitzen".

Wolfsburger Nachrichten: 31. August 2010, Wolfsburg Lokales, Seite 09

© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010


Sonntag, den 29.8.            

235. Waldspaziergang

16 Teilnehmer protestierten
gegen den Flughafen-ausbau.
Samstag, den 28.8.                    

234. Waldspaziergang                 

21 Teilnehmer verbrachten mal ebend einen 
Waldspaziergang ohne nass zu werden.
 



Die Braunschweiger Zeitung vom 28.8. berichtete:


Zusätzliches Fledermaus-Gutachten

Stadtverwaltung: Weitere Untersuchungen durch Experten
auf dem geplanten Supermarkt-Gelände in Waggum




Von Jörn Stachura

WAGGUM. Die Stadt Braunschweig tritt Gerüchten entgegen, für den
geplanten Supermarkt in Waggum werde seitens der Verwaltung wissentlich
gegen den Rat von Gutachtern gehandelt.

Es geht um ein Gutachten zum Vorkommen von Fledermäusen an der
 Bienroder Straße. Anfang Juni hatten Experten der Stadtverwaltung
geraten, mit Abriss-Arbeiten von Altgebäuden auf dem Supermarkt-Gelände
bis Oktober zu warten. Es sei nicht auszuschließen, dass sich Fledermaus-Jungtiere
in den Gebäuden befinden. Gleichwohl wurden die Gebäude abgerissen.

Seitens der Stadtverwaltung hieß es, man habe sich genau an die Empfehlungen
des Gutachtens gehalten. Darum habe der Investor, wie auch von den Experten
im Gutachten geraten, Ende Juni Fledermaus-Detektoren eingesetzt. Mit diesen
Detektoren können nächtliche Flüge von Fledermäusen nachgewiesen und
überprüft werden, ob Fledermäuse aktuell ihr Quartier auf dem Gelände haben.

Am 7. Juli, so die Stadtverwaltung auf Anfrage weiter, hätten die Experten in
einem weiteren Gutachten festgehalten: "Im oben angegebenen Zeitraum
konnten keine Aus- und Einflüge von Fledermäusen beobachtet werden."
Des Eeiteren sei in den Morgenstunden keine Schwarmaktivität festgestellt
worden. Das Gelände sei gelegentlich von verschiedenen Fledermausarten
überflogen oder kurzzeitig als Jagdgebiet genutzt worden.

Die Gutachter seien zu dem Ergebnis gekommen: "Es ist davon auszugehen,
dass die Gebäude momentan nicht als Sommerquartier und/oder Wochenstube
genutzt werden." Da das Gelände von Fledermäusen als Jagdrevier genutzt
werde, habe die Stadtverwaltung dem Investor empfohlen, Fledermauskästen
zu installieren.

Braunschweiger Zeitung: 28. August 2010, Braunschweig Lokal, Seite 22© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010


Mein Kommentar:

Warum spricht Herr Stachura von "Gerüchten"?
Das Gutachten der LaReg (Gebäudekontrolle auf Besatz mit Fledermäusen am 1.6.2010) liegt mir
und inzwischen auch ihm vor. Es heißt dort eindeutig:
"Auf dem Dachboden des Geräteschuppens wurde an zwei Stellen Fledermauskot gefunden.
Das Dach des Gebäudes weist außerdem Einflugöffnungen für Fledermäuse auf."...
..."Ein Abriss der Gebäude kann daher in Anbetracht der Ergebnisse der Kontrolle
während der Wochenstubenzeit der Fledermäuse (April bis September) nicht
empfohlen werden."
Natürlich gefällt dem Investor Staake dieses Gutachten nicht: Prompt wird das Gutachten der
Experten angezweifelt und ganz schnell wird (eigentlich wie immer!) eine Ausnahme-
genehmigung erteilt, denn weitere Untersuchungen hätten ...
... und schon setzt sich die Skandalreihe um dieses Bauprojekt fort.

Siehe auch weiter unten und unter Skandal.



Freitag, den 27.8.              

233. Waldspaziergang

Immer noch Dauerregen,  aber
jetzt 9 Aktive gegen den
Flughafenausbau.
 



Die Messungen mit dem Transponder-
empfänger sind wieder in Betrieb
und die Ergebnisse der Messungen
werden ab sofort hier und in der
Statistik erscheinen.

Am Montag, den 30.8. waren von
31 Starts und Landungen 21 von
oder für VW, das entspricht
68%

Am Freitag, den 27.8. waren von
30 Starts und Landungen 15 von
oder für VW, das entspricht
50%

Am Donnerstag,den 26.8. waren
von 19 Starts und Landungen
15 von oder für VW, das entspricht
79%

Am Mittwoch, den 25.8. waren von
22 Starts und Landungen 14 von
oder für VW, das entspricht
64%.

Am Dienstag, den 24.8. waren von
30 Starts und Landungen 15 von
oder für VW, das entspricht
50%.

  



Landungen                                                  

Zeit    Call-sign       woher?           VW?        
7:26   PWF50        Ingolstadt     für VW
7:52   CSA7320       Prag            für VW
7:59   DEJTJ
8:13   PWF211      Ingolstadt     für VW
8:16   N65MV
8:18  WGT74A                                  VW
8:46  PWF60         Ingolstadt     für VW
10:21 SGP212
10:53 WGT26A                                 VW
11:14 DEHVS
12:35 DCAPB
13:11 FFD701
17:02 PWF213      Ingolstadt     für VW
17:39 CSA7322       Prag            für VW
18:40 WGT26A                                 VW
18:48 DHIMU
20:33 WGT95A                                 VW

Starts                                                   

Zeit    Call-sign      wohin?         VW?

6:17   WGT74A                           VW
7:23   WGT26A                           VW
7:26   PWF50       Ingolstadt  für VW
8:04   WGT95A                             VW
8:35   CSA7321        Prag       für VW
8:37   FCK311
8:45   PWF212     Ingolstadt  für VW
10:27 DHIMU
12:54 WGT74A                             VW
17:22 DEJTJ
17:39 PWF214      Ingolstadt   für VW
17:50 WGT26A                               VW
18:19 CSA7323       Prag          für VW
19:28 WGT26A                               VW



CSA - Czech Airlines
PWF - Private Wings
WGT - (Worldgate) = VW



Landungen                                                   

Zeit     Call-sign      woher?            VW?       

8:01   PWF211     Ingolstadt       für VW
8:04   FFD521
9:06   PWF212     Ingolstadt       für VW
11:18 DCLBA
13:37 N65MV
14:03 FFD801
14:11 FCK311
15:12 DICMS
15:18 WGT74E                                VW
16:52 PWF213      Ingolstadt     für VW
17:03 WGT95E                                 VW
17:10 DCAPB
17:36 DCAHH
17:51 PWF53       Ingolstadt      für VW
18:52 WGT26E                                 VW
19:07 CSA7322       Prag            für VW
        

Start                                                     
Zeit    Call-sign      wohin?           VW? 

7:20   WGT74E                             VW
7:25   PWF50       Ingolstadt   für VW
7:46   WGT26E                              VW
8:17   FFD801
8:44   PWF212     Ingolstadt    für VW
9:05   WGT32E                               VW
10:02  DASSAULT
10:43  CLB147
13:16  DCAHH
15:07  CLB147
15:29  FFD801
17:32  PWF214   Ingolstadt     für VW
18:02  DCAPB
19:37  CSA7323     Prag          für VW


   



Landungen:                                                 

Zeit   Call-sign     woher?               VW?

7:35   CSA7320     Prag               für VW
8:22   PWF60     Ingolstadt         für VW
8:31   PWF211   Ingolstadt         für VW
11:38 TWG188
15:00 DEHFV
15:03 WGT---                                   VW
15:58 WGT75D                                 VW
16:58 WGT95D                                 VW
17:11 PWF213   Ingolstadt           für VW
17:23 CLB144
20:30 PWF100  Ingolstadt            für VW

Starts:                                                

Zeit   Call-sign      wohin?          VW?

5:48  WGT95D                           VW
7:37  WGT74D                           VW
7:40  WGT32D                           VW
8:44   CSA7321   Prag             für VW
8:56   PWF212 Ingolstadt       für VW
10:40 N65MV
16:59 PWF61   Ingolstadt       für VW
17:41 PWF214 Ingolstadt       für VW



  


Landungen:

Zeit   Call-sign   woher?        VW?     

7:41   CSA7320  Prag           für VW
8:05   DEIZE
8:12   PWF211   Ingolstadt  für VW
8:26   PWF60     Ingolstadt  für VW
8:49   WGT32C                          VW
14:41 WGT32C                          VW
17:25  DEGQA 







                                            
                                                                    
Starts:
      
Zeit   Call-sign   wohin?            VW? 

7:04  WGT32C                           VW
7:26   PWF50   Ingolstadt      für VW
8:41   CSA7321 Prag              für VW
8:50   PWF212  Ingolstadt     für VW
10:01 FCK311
12:35 DEIZE
12:44 WGT32C                            VW
14:46  CLB144
14:59  DIATE
17:03  PWF61   Ingolstadt       für VW
17:52  PWF214 Ingolstadt       für VW
18:29  PWF102 Ingolstadt      für VW
19:03  DMFBS
19:09  CSA7323 Prag             für VW
19:35 DEVOL 
 
      


Die Wolfsburger Zeitung berichtete am 27.8.:



Umgang mit Eilentscheidung verärgert Grüne

Stadt informierte bislang nur per Ratspost über Vorauszahlung
von 3,2 Millionen Euro für Flughafenausbau

Von Michael Kothe

WOLFSBURG. Dicke Luft gab es gestern Abend im Ausschuss für
Finanzen und Controlling: Bislang lediglich per Ratspost erfuhren die
Mitglieder von einer überplanmäßigen Ausgabe, die den laufenden
Etat üppig belasten wird. Ein Jahr früher als geplant wird die Stadt
3,2 Millionen Euro zum Ausbau des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg
zahlen, um die Flughafengesellschaft nicht in Geldnöte zu bringen.

Bürgermeister Günter Lach unterzeichnete die Eilentscheidung bereits am
6. Juli. Doch die entsprechende Vorlage der Verwaltung fand sich erst Montag
in der Ratspost. Mit Verweis auf einen Beschluss des Rates von 2005 und
dringlichstem Handlungsbedarf war schon damals die ursprünglich erst für
2011 und 2012 vorgesehene Summe überwiesen worden.

Das Geld ist der Anteil der Stadt an einem Mammutbauprojekt der fünf
Gesellschafter der Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH. Es geht
um die Kosten für die begonnene Verlängerung der Start- und Landebahn
auf 2300 Meter. Gesellschafter sind neben Wolfsburg Braunschweig, die
Kreise Gifhorn und Helmstedt sowie die Volkswagen AG, die ihre Anteile
aber abgetreten hat (WN berichteten).

Grund für die Eilentscheidung war laut Vorlage der Verwaltung,
dass zugesagte Fördermittel für das Projekt noch nicht ausgezahlt
werden. Da die laufenden Arbeiten aber "in nächster Zeit bereits
wesentliche Zahlungsverpflichtungen auslösen", mussten die Kommunen
mit "sämtlichen Eigenmitteln" in die Bresche springen. Einziger Vorteil:
2011 haben sie nichts mehr zu zahlen.

Angesichts der üppigen Summe fühlten sich Grüne, Linke und auch Teile
der SPD unfein übergangen. Eine Kenntnisgabe der Beamten gab es weder
im Fraktionssprecherkreis am Montag noch gestern im Ausschuss.
"Ich fühle mich verarscht", wetterte Elke Braun (Grüne).


Wolfsburger Nachrichten: 27. August 2010, Wolfsburg Lokales, Seite 12© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010



Donnerstag, 26.8.         

232. Waldspaziergang

Trotz Dauerregens nahmen
7 Unentwegte an der Demonstration
gegen den Flughafenausbau teil.




In einem Artikel der Braunschweiger Zeitung vom 26.8. gleich 2 dicke Fehler (siehe Kommentar):



NP-Markt in Waggum wird schließen

Edeka auch Betreiber vom neuen Supermarkt am Bienroder Weg -
Reibungsloser Übergang geplant


Von Jörn Stachura

Die Tage des NP-Marktes in Waggum sind gezählt. Wie ein Vertreter
der Edeka-Tochter bestätigte, werde das Unternehmen den Markt
schließen. Edeka wolle sich jedoch darum bemühen, für eine lückenlose
Nahversorgung in Waggum zu sorgen.

Am Bienroder Weg haben bereits die Arbeiten für einen neuen Supermarkt
begonnen. Allerdings erst Abrissarbeiten. Dazu sei eine Teilbaugenehmigung
erteilt worden, die es dem Investor ermögliche, bereits die Anlagen auf dem
Gelände abzureißen, so die Pressestelle der Stadt gestern auf Anfrage.

Der Verwaltungsausschuss des Rates habe zudem einen so genannten
Durchführungsvertrag beschlossen. Damit, so die Verwaltung, sei das
Bauvorhaben einen wesentliche Schritt auf dem Weg zur Umsetzung weiter.
Derzeit gehe man im Rathaus davon aus, dass der Bebauungsplan für den
neuen Supermarkt am 21.September vom Rat als Satzung beschlossen
werden könne. Die Baugenehmigung würde dann zügig erteilt werden.
Artenschutzrechtliche Bedenken bestünden nicht, da es laut Gutachter
 in den alten Gebäuden kein Fledermaus-Vorkommen gegeben habe.

Die Zeit scheint tatsächlich zu drängen, denn nach Informationen unserer
Zeitung, Edeka wollte es nicht bestätigen, ist der Mietvertrag für den
NP-Markt bereits gekündigt. Der Markt soll darum Ende Februar geschlossen werden.

Andreas Laubig, Sprecher Edeka in Minden, bestätigte freilich, dass das
Unternehmen an der Bienroder Straße einen E-Neukauf-Markt eröffnen
werde und kündigte an: "Wir möchten eine Lösung finden, die für eine
 lückenlose Nahversorgung in Waggum sorgt."

Das Angebot für die Waggumer solle sich auf jeden Fall verbessern.
Im neuen Markt werde es Frische-Abteilungen geben. Es werde mehr
Personal benötigt, und so würden zusätzliche Arbeitsplätze in Waggum entstehen.

Braunschweiger Zeitung: 26. August 2010, Braunschweig Lokal, Seite 21© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010



Mein Kommentar:

Gleich 2 Fehler in einem Artikel:
    1. Der neue Markt wird nicht am Bienroder Weg, sondern an der Bienroder Str.
        errichtet und zwar unmittelbar angrenzend an Wohnbebauung.
    2. "Auf dem Dachboden des Geräteschuppens wurde an zwei Stellen Fledermauskot gefunden.
         Das Dach des Gebäudes weist außerdem Einflugöffnungen für Fledermäuse auf." Zitat aus dem
        Gutachten der LaReg (Gebäudekontrolle auf Besatz mit Fledermäusen am 1.6.2010)
        In dem Gutachten wird weiterhin empfohlen das Gebäude nicht vor Ende September abzureißen,
        da das in die Wochenstubenzeit der Fledermäuse fallen würde.
        Die Fledermausbrut ist inzwischen vernichtet worden, da das Gebäude am 13.8. abgerissen wurde.
        (siehe auf dieser Seite weiter unten.)

In dem Artikel wird suggeriert, dass es sich bei diesem Vorhaben um einen Segen für die Bevölkerung
handelt, das sehen die unmittelbaren Anwohner etwas anders. Denn es wurde nie auf die Bevölkerung
Rücksicht genommen:
- Das Wäldchen auf dem Gelände wurde nach dem 1. März gefällt, obwohl da schon das Ende
  der gestatteten Baumfällzeit überschritten war. (Es gab aber wieder einmal eine Ausnahme-
  genehmigung des Umweltamtes.) Das Holz wurde unmittelbar neben der Wohnbebauung mit
  ohrenbetäubenden Lärm geschreddert.
- Auch der Bauschutt wurde auf dem Baugelände geschreddert, obwohl eine Bauschuttrecycling-
  anlage in einer Entfernung von 400m besteht.
  Erst nach einer Anzeige bei der Polizei und beim Umweltamt wurde der entstandene Staub mit
  Bewässerung gebunden. Erst nach einer weiteren Anzeige wurde die Schredderanlage so weit
  wie möglich von der Wohnbebauung entfernt aufgestellt.

Auf welch dubiose Art und Weise dieses Bauprojekt entstanden ist, liest man bei Skandal.



 

Mittwoch, den 25.8.      

231. Waldspaziergang

16 Aktive protestierten gegen den Ausbau
des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg. 



Die Braunschweiger Zeitung vom 25.8. berichtete:


Stadt: VW steigt wegen Förderproblemen aus

Neue Flughafen-Struktur von Ausschüssen beschlossen -
Verwaltung musste Grünen Recht geben


Von Ralph-Herbert Meyer

Mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP haben zunächst Finanz- und
später auch Verwaltungsausschuss des Rates der Stadt der geplanten
Gesellschafterveränderung in der Flughafen GmbH mit großer Mehrheit
zugestimmt. Die Volkswagen AG hatte wie berichtet ihren Ausstieg angekündigt.

Die bisherigen VW-Anteile von 36Prozent soll die Gesellschaft künftig selbst
halten. Anteilseigner bleiben Braunschweig (rund 43 Prozent),
Wolfsburg (rund 18 Prozent) sowie die Landkreise Helmstedt und Gifhorn (je 2 Prozent).
Die Veränderung wird auf der Gesellschafterversammlung am 2. September beschlossen.

Um die Gründe für den VW-Ausstieg war spekuliert worden. Die Grünen hatten
einen Zusammenhang mit der Förderung vermutet. Oberbürgermeister Gert
Hoffmann hatte daraufhin über seine Pressestelle verlauten lassen:
"Sämtliche Feststellungen und Mutmaßungen der Grünen gehen fehl.
Es bleibt bei der Erklärung des Oberbürgermeisters vom gestrigen Tage."

Zunächst hatte es als Begründung für den VW-Ausstieg geheißen, dass
das Unternehmen sein Ziel bei der Förderung der wichtigen Infrastrukturmaßnahme
erreicht habe und sich deswegen zurückziehe.

Gestern nun musste Erster Stadtrat Carsten Lehmann eine Erklärung verlesen,
in der er genau die von den Grünen vermuteten Probleme bei der Förderung
zugeben musste. Lehmann wörtlich:
"Im Zuge der Erörterungen und Verhandlungen über die Ausgestaltung des
Förderbescheides zur Förderung des Ausbaus des Forschungsflughafens hat
das Bundeswirtschaftsministerium die für die Landesregierung und die
Stadtverwaltung überraschende Rechtsauffassung vertreten, Volkswagen
dürfe aus fördertechnischen Gründen zum Zeitpunkt der Förderung nicht
weiter an der Gesellschaft beteiligt sein. Ein geförderter Betrieb - und sei
es nur mittelbar als Gesellschafter eines Unternehmens - dürfe nicht zugleich
einer der Nutzer der geförderten Infrastrukturinvestition sein."

Die Verwaltung habe vor der Sitzung nicht informiert, so Lehmann, da sie
prinzipiell nicht über zwischenzeitlich auftauchende Probleme mit Förderbehörden
informiere.

Nach Informationen unserer Zeitung war der Förderbescheid schon vor den
Sommerferien eingegangen. Eine grundsätzliche Finanzierungszusage des
Landes hatte es bereits lange zuvor gegeben. Die Fördermittel kommen aus
dem nationalen Topf zu "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur".
Die Einigung mit allen Beteiligten muss zwangsläufig davor gefallen sein.
VW verkündete seinen geplanten Ausstieg am 12. August.

Braunschweiger Zeitung: 25. August 2010, Braunschweig Lokal, Seite 17© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010




Und der Kommentar des Redakteurs



Peinliches Eingeständnis

Von Ralph-Herbert Meyer

Die Geheimniskrämerei um die Gründe für den VW-Ausstieg bei der
Flughafengesellschaft ist unnötig und vor allem auch unverständlich
gewesen. Denn es gibt kein schlüssiges Argument dafür, warum Stadt
und Volkswagen nicht von Anfang an die Probleme durch die Konzernbeteiligung
bei der Bezuschussung mit öffentlichen Geldern klar benannt haben.

Offenbar war die Situation mit VW an Bord der FlughafenGmbH falsch
eingeschätzt worden. Schließlich hatte das Land seine letzten Anteile
am Flughafen erst vor rund einem Jahr an VW abgegeben. Da waren die
Förderanträge längst gestellt.

Aber es ist doch überhaupt kein Problem, einen Fehler, wer auch immer
ihn zu verantworten hat, zu korrigieren.

Durch das anfängliche Vertuschen der wahren Begründung haben Stadt,
VW und Flughafen GmbH den Ausbaugegnern in die Karten gespielt. Jetzt
fragen sich mehr als nur die Aktivisten, ob da nicht schon öfter in der
Informationspolitik Lücken waren.

Das vor dem Finanzausschuss öffentlich vorgetragene Eingeständnis,
dass die Grünen doch Recht hatten mit ihren Vermutungen zu den
Ursachen des VW-Ausstiegs, ist in erster Linie peinlich für den
Oberbürgermeister und seine Verwaltung.

Sie sind ertappt worden wie ein paar böse Buben.

Braunschweiger Zeitung: 25. August 2010, Braunschweig Lokal, Seite 17© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010



Mein Kommentar:

Eine erstaunliche Kehrtwede vom Chef der Lokalredaktion Ralph-Herbert Meyer, der
bisher immer nur gegen die Flughafenausbaugegner polemisiert hat. Das dieses jetzt
wesentlich erschwert wurde, fällt ihm sichtbar schwer, denn jetzt "...haben VW und
Flughafen GmbH den Ausbaugegnern in die Karten gespielt."
Dass niemand einen privaten Flughafen (von VW) fördern kann, ist den Verantwort-
lichen reichlich spät aufgefallen und die Fördergelder sind noch mit Anteilsbeteiligung
von VW gestellt worden, somit müsste der Ausstieg von VW "rückdatiert" werden
auf einen Termin vor Antragsstellung. Nun ist man ja allerhand rechtliche Trickserei
von den Juristen im Rathaus gewohnt, aber ob das möglich ist, fällt einem schwer zu
glauben.
Wie geht es nun weiter? Man rechnete mit 18,4 Millionen Fördergeldern. Wer
soll die genehmigen, wenn auch der EU eine Unterstützung in dieser Höhe angezeigt
werden müßte? Wie wollen die "bösen Buben" aus dieser Zwickmühle herauskommen?
Nicht nur Ralph-Herbert Meyer wartet gespannt, auf das, was da auf uns zukommt.


  

Dienstag, 25.8.        

230. Waldspaziergang

14 Teilnehmer, hier beim
Abschluß an der Grasseler
Straße.


2 Leserbriefe in der Braunschweiger Zeitung vom 24.8.:



Eiertanz um die Tatsachen

zu den Eremitenfunden


Zum Interview "Neue Eremitenfunde in der Stadt":

Christian Morgenstern lässt seinen Palmström resigniert feststellen:
"Weil nicht sein kann, was nicht sein darf." Zu diesem Fazit kommt
man auch bei der Berichterstattung und dem Eiertanz um die
Tatsachen zu den Eremitenfunden.

In der Landesplanerischen Feststellung von 2004 zu der Verlängerung der
Start- und Landebahn wird der Eremit als eine charakterisierende Art
dieses Gebietes beschrieben. Was die Untere Naturschutzbehörde nun
bewegt, diesen Fund als unvorhersehbares Ereignis einzustufen, bleibt
wohl ihr Geheimnis.

So erstaunt es auch, wenn Herr Theunert in seinem Gutachten zu den
Eremitenfunden im Mai 2010 mutmaßt, dass die Larven als Folge des
Fällens in den Stubben geraten sein könnten. Also doch wohl der
Schwerkraft folgend aus der Baumhöhle mit den darin gefundenen
Eremitenkotpillen in den Stubben.

Wie kann man nun die Aussage von Herrn Theunert einordnen, wenn
er in dem Interview zu den Eremitenfunden mit die Feststellung trifft,
es sei definitiv auszuschließen, dass die Larven von oben stammen?
Allein die große Menge an Kotpillen in der Stammhöhle reicht doch
schon als Nachweis des Eremiten in diesem Gebiet aus.

   Horst Gasse, per E-Mail




Was ich nicht weiß,

macht mich nicht heiß?

Der Gutachter bestätigt, dass er seinerzeit mit dem Vorkommen
der geschützten Eremiten-Art im Waggumer Wald gerechnet hat.
Er habe der Stadt ein "weiteres Erfassungsjahr" vorgeschlagen,
um zu prüfen, ob diese seltene Art dort tatsächlich anzutreffen
sei. Das habe die Stadt aber abgelehnt. Was zeigt deutlicher,
dass die Stadt nur schnell sägen und roden lassen wollte, um
Fakten zu schaffen. Artenschutz und Schutz seltener Lebensräume
waren für Dr.  Hoffmann wie für VW offenbar völlig unwichtig.

Ebenso unglaublich eine zweite Information des Diplombiologen:
Sein Antrag, den Baumstumpf weitergehend untersuchen zu dürfen,
in dem bereits zwei Eremitenlarven gefunden worden waren, ist (seit Mai!)
bis heute nicht bewilligt worden. Das schöne, alte Sprichwort
"Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß" trifft die zugrunde
liegende Haltung der Verantwortlichen überzeugend.

   Andreas Matthies, per E-Mail

Braunschweiger Zeitung: 24. August 2010, Braunschweig Leser, Seite 22© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010
Montag, den 23.8.

229. Waldspaziergang

11 Teilnehmer waren
dabei.
Sonntag, den 22.8.       

228. Waldspaziergang

13 Aktive protestierten gegen
den Flughafenausbau.
Samstag, den 21.8.

227. Waldspaziergang

17 Teilnehmer, hier am Startpunkt Sportheim Waggum,
nahmen an unserer heutigen Demonstration teil.
Ein Interview mit dem Gutachter Theunert in der Braunschweiger Zeitung
vom 21.8.:
 


Neue Eremiten-Funde in der Stadt

Gutachter Reiner Theunert nennt Vermutungen der Startbahngegner zu den Larven

am Flughafen "haltlos"



Die drei in einem Baumstumpf nahe dem erweiterten Flughafengebiet gefundenen
Eremiten-Larven erhitzen die Gemüter. Manch Ausbaugegner fordert den sofortigen
Stopp der Startbahnverlängerung. Manch Ausbaubefürworter zweifelt dagegen an,
dass die Larven der geschützten Käferart auf natürlichem Weg in den Baumstumpf
kamen. Gutachter und Diplom-Biologe Reiner Theunert sprach mit Redakteur
Ralph-Herbert Meyer über die Funde, Vermutungen und Vorwürfe.

Die Gegner des Flughafenausbaus werfen der Flughafengesellschaft vor, vor den
Fällarbeiten die Bäume nicht auf Eremiten-Vorkommen untersucht zu haben,
obwohl bereits im Planfeststellungsverfahren auf mögliche Vorkommen hingewiesen
worden sei. Was sagen Sie zu dem Vorwurf?

Die Planfeststellungsbehörde hat entschieden, und die Gerichte haben auch
ihre Entscheidungen gefällt. Was beide Seiten für notwendig erachteten, lag
ihren Entscheidungen zugrunde. Die Art nachzuweisen ist bei individuenarmen
Vorkommen jedoch nicht einfach.

Der Eremit lebt verborgen in einer mulmgefüllten Baumhöhle. Selbst als Vollinsekt,
also als Käfer, lassen sich die Tiere kaum mal am Höhlenausgang blicken, und die
wenigsten verlassen ihren Brutbaum jemals. Deshalb wurde damals von mir auch
ein weiteres Erfassungsjahr vorgeschlagen. Behördlicherseits wurde dafür aber
offenbar keine Notwendigkeit gesehen. Und die Gerichte haben das wohl auch
nicht beanstandet.

Auch nach dem Fund von zwei Larven, so geht die Kritik der Ausbaugegner weiter,
sei nicht nach weiteren Eremiten-Larven gesucht worden. Entspricht das der Wahrheit?

Nein. In Abstimmung mit der Naturschutzbehörde der Stadt Braunschweig läuft
seit Wochen ein weiteres Erfassungsprogramm in dem Bereich des Querumer Forstes.

In einem Interview mit einer in Berlin erscheinenden Tageszeitung erklärt der zu den
Ausbaugegnern zu zählende Braunschweiger Privatdozent für Tierökologie, Wolfgang
Büchs, den ungewöhnlichen Fundort der Larven mit dem harten Winter. Deswegen
hätten sie sich aus der von ihnen bevorzugten Baumhöhe von acht bis zehn Metern
in den Baumstumpf bewegt. Ist das denkbar?

Herrn Büchs ist noch nicht einmal bekannt, wie der Baum aussah, als er
gefällt wurde. Es handelte sich um eine Altbuche ohne Spitzentrieb,
gerade einmal vier bis fünf Meter hoch.

Da wir im Gegensatz zu Herrn Büchs wissen, wie der Baum in vier bis fünf
Meter Höhe beschaffen war, können wir definitiv ausschließen, dass die
Larven von oben stammen.

Haben Sie nach dem Fund der dritten Larve den Baumstumpf untersucht? Wenn ja, halten
Sie es für möglich, dass Sie die dritte gefundene Larve übersehen haben könnten?

Nachdem die ersten beiden Larven dem Stumpf entnommen wurden, war bei der
Planfeststellungsbehörde ein Antrag auf weitergehende Untersuchung dieses
Baumstumpfes zu stellen.

So ist, so paradox es auch klingen mag, das artenschutzrechtliche Prozedere.
Aber eine Genehmigung dafür liegt bis dato nicht vor.

Der Tierökologe Büchs stellt in dem bereits erwähnten Interview auch die These auf,
dass ein Vogel die dritte Larve dorthin verbracht haben könnte. Wie bewerten Sie
diese Aussage aus fachlicher Sicht?

Laut dem betreffenden Zeitungsartikel stellt Herr Büchs die Vermutung an, alle
Larven, also nicht nur die dritte, könnten von Vögeln verschleppt worden sein.
Diese Vermutung ist insgesamt haltlos. Es gibt zwar Vögel, die Eicheln als
Wintervorrat deponieren.

Aber haben Sie schon einmal etwas von einem Vogel gehört, der eine leckere Larve,
nein, jetzt sind es ja gar schon drei, in einem Baumstumpf lagert, ungeschützt vor
möglicherweise eindringenden Spitzmäusen und anderen Räubern, die auch gern
Eremitenlarven fressen?

Die Ausbaugegner weisen Spekulationen zurück, jemand aus ihrem Kreis hätte die
Larven ausgesetzt, weil es so schwierig sei, welche zu bekommen. Gibt es in der
Region größere Vorkommen, die leicht zu entdecken sind?

Ja. Wer die Lebensraumansprüche der Käferart kennt, der sollte dort auch fündig werden.
Momentan läuft in einem dieser Gebiete auf Braunschweiger Stadtgebiet eine Erfassung,
und da war man auch erfolgreich.

Hand aufs Herz: Haben Sie die Larven schlicht übersehen oder sind sie nachträglich an
den Flughafen gebracht worden?

Anders herum gefragt: Wieso gingen nach dem Fällen des Baumes einige Monate bis
zum vermeintlichen ersten Larvenfund ins Land? Und dies, obwohl immer wieder
Auswärtige auf der Fläche waren, ohne jetzt im Detail zu wissen, was sie da gesucht haben.

Glauben Sie, dass der Fund von drei Eremiten-Larven den Ausbau behindern oder gar stoppen kann?

Das wird jetzt auf europäischer Ebene entschieden. Mehr kann man zum gegenwärtigen Stand
wirklich nicht sagen.


Braunschweiger Zeitung: 21. August 2010, Braunschweig Lokal, Seite 19© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010





Mein Kommentar:

Die Frage steht im Raum, wie kommt Ralph-Herbert Meyer zu seiner Überschrift?
Dort steht "...Vermutungen der Startbahngegner zu den Larven am Flughafen sind haltlos."
Im Interview sagt Herr Theunert aber lediglich: "...stellt Herr Büchs die Vermutung an, alle
Larven, also nicht nur die dritte, könnten von Vögeln verschleppt worden sein.
Diese Vermutung ist insgesamt haltlos." Herr Meyer vertraut hier wohl darauf, dass
oberflächlich informierte Leser nur die Überschrift lesen und nicht bemerken, dass er hier
den Begriff "haltlos" in einen völlig anderen Zusammenhang bringt.
Dabei geht auch der eigentliche Skandal in diesem Artikel unter, der Gutachter Herr
Theunert wird an seiner Arbeit gehindert:
Er sagt: "Nachdem die ersten beiden Larven dem Stumpf entnommen wurden, war bei der
Planfeststellungsbehörde ein Antrag auf weitergehende Untersuchung dieses
Baumstumpfes zu stellen.
So ist, so paradox es auch klingen mag, das artenschutzrechtliche Prozedere.
Aber eine Genehmigung dafür liegt bis dato nicht vor."
(und das seit Wochen!)


Donnerstag, 19.8.    
225. Waldspaziergang

9 Protestierer machten sich auf den Weg zum Waggumer Weghaus und zurück. 
Morgen sind wir wieder mehr.          
Leserbrief in der Braunschweiger Zeitung am 19.8.:


Es wurde nicht nach

Eremiten gesucht


Zu den Leserbriefen zu den Funden der Eremitenlarven:

Zur Information für beide Leserbriefschreiber sei gesagt, dass bereits 2004 in
den Gutachten und danach in sämtlichen Planungsunterlagen für den
Flughafenausbau dieses Gebiet als potenzielles Eremiten-Gebiet ausgewiesen
wurde.
Eine erforderliche Suche hat jedoch nicht stattgefunden. Sich jetzt über den
"plötzlichen" Fund zu wundern oder ihn als fragwürdig hinzustellen, deutet nur
auf eine unvollkommene Information hin.

Deshalb, unabhängig vom Naturschutz, sollten Artikel in der Zeitung stets kritisch
gelesen und evtl. hinterfragt werden, denn wenn ein Teil der Wahrheit nicht
erwähnt wird, erscheinen Fakten in einem total anderen Licht.    Uta Ernst, Braunschweig

Braunschweiger Zeitung: 19. August 2010, Braunschweig Leser, Seite 26© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010


Mittwoch, 18.8.

224. Waldspaziergang

31 Demonstranten protestierten,
diesmal mit Musik der Gruppe
"Samba-attac" gegen den
Flughafenausbau.

























  




















Dienstag, 17.8.

223. Waldspaziergang

11 Personen und ein Hund
protestierten gegen den
Ausbau des Flughafens
Braunschweig-Wolfsburg.
Heute sind wir hoffentlich wieder
mehr.
13.8.

Investor Staake lässt bewohntes
Fledermausquartier niederreißen.
Unglaublich, wie in Braunschweig
mit der Natur umgegangen wird:

Investor Staake will auf Flughafen-
gelände an der Bienroder Str., unmittelbar angrenzend an Wohnbebauung,
einen Supermarkt errichten. In einem Umweltgutachten empfiehlt die Untere
Naturschutzbehörde einen Abriß des vorhandenen Gebäudes erst nach
dem September, da eine Fledermaus-
kolonie in diesem Gebäude
festgestellt wurde. Jetzt schuf Staake vollendete Tatsachen
und vernichtete diese Kolonie, somit braucht
er auch nicht mehr Rücksicht bei dem Bau des Supermarktes nehmen,
denn die Untere Naturschutzbehörde empfahl 
Einschlupfmöglichkeiten, in dem Dach des zu errichtenden Gebäude,für Fleder-
mäuse zu schaffen.                                                                                                                                                                         mDas Das erübrigt sich jetzt.



VW steigt beim Flughafen aus, denn der Umweltfrevel im Querumer Forst
passt
nicht zum mühsam aufgebauten grünen Image.
Die Braunschweiger Zeitung vom 13.8. schrieb:


Volkswagen zu Flughafen-Ausstieg:

Ziel des Engagements ist erreicht


Spekulationen um Gründe - Keine Auswirkungen auf laufendes Geschäft und Ausbau erwartet

Von Ralph-Herbert Meyer

Die Flughafengesellschaft verliert ihren zweitgrößten Anteilseigner und springt
selbst in die Bresche. Nach BZ-Informationen wird sich die Volkswagen AG von
ihren 35,6  Prozent trennen.

Für vermutlich den symbolischen Kaufpreis von einem Euro wird die
Flughafengesellschaft die Anteile übernehmen. Vollzogen werden soll
der Wechsel in der Gesellschafterversammlung Anfang September.

VW hatte die Anteile 1997 und 2009 jeweils vom Land Niedersachsen
übernommen. CDU und FDP hatten sich im Rahmen des Koalitionsvertrags
darauf verständigt, sich von Beteiligungen des Landes an Unternehmen zu
trennen.

Im März des vergangenen Jahres hatte der damalige Ministerpräsident Christian
Wulff noch erklärt: "Ich freue mich darüber, dass VW nun auch den verbliebenen
Anteil des Landes übernimmt, denn VW ist Hauptnutzer des Flughafens."

VW hatte ebenfalls den symbolischen Kaufpreis von einem Euro gezahlt. Der
Nominalwert hatte nach unseren Informationen aus dem vergangenen Jahr knapp
110000 Euro betragen. Demnach hätte das jetzt doppelte so große Paket einen
Wert von knapp 220000 Euro.

Die Freude des heutigen Bundespräsidenten Wulff währte nur kurz. Ein VW-Sprecher
bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass der Konzern aus der Flughafengesellschaft
aussteigen werde. Gründe nannte er nicht.

Denkbar ist allerdings, dass VW-intern die Frage gestellt wurde, ob ein Autokonzern
überhaupt Anteilseigner an einem Flughafen sein sollte und die Antwort darauf nein hieß.
Denkbar ist auch, dass die Kritik der Ausbaugegner Volkswagen gestört hat, weiterer
möglicher Imageschaden im Zusammenhang mit der Startbahnverlängerung und damit
verbundenen erforderlichen Eingriffen in die Natur verhindert werden soll.

Kostengründe spielen bei der Volkswagen-Entscheidung offenbar keine Rolle. Denn
nach BZ-Informationen ist angestrebt, dass VW den Betriebskosten-Anteil weiterhin
zahlt. Für das vergangene und das laufende Jahr kam noch das Land mit je 400000 Euro auf.

Wörtlich sagte der VW-Specher: "Volkswagen hat sich am Flughafen beteiligt,
um zu helfen, dieser wichtigen Infrastruktureinrichtung eine gute und sichere
Basis für die Zukunft zu geben. Das ist in den vergangenen Jahren gelungen.
Nachdem der Ausbau erfolgreich gestartet ist, übernimmt die Flughafengesellschaft
die 35,6 Prozent."

Über mögliche Konsequenzen des Ausstiegs wurde auch auf Nachfrage keinerlei
Stellung bezogen. Seitens VW, der Stadt und der Volkswagen AG wurde unisono
auf die Gesellschafterversammlung Anfang September verwiesen.

Oberbürgermeister Gert Hoffmann kommentierte: "Die Stadt Braunschweig dankt
Volkswagen für die jahrelange Beteiligung und Unterstützung des wichtigen
Projektes Ausbau des Forschungsflughafens Braunschweig-Wolfsburg.
Mit dem erfolgreich begonnenen und fortgeschrittenen Ausbau des Flughafens
wurde das Ziel des VW-Engagements mit der Gesellschaftsbeteiligung erreicht.
Volkswagen wird ein wichtiger Nutzer des Flughafens bleiben und damit den
Flughafen auch weiterhin unterstützen."

Die Übernahme der VW-Anteile wird für das laufende Geschäft am Flughafen
und die Verlängerung der Start- und Landebahn keine gravierenden Veränderungen
nach sich ziehen, meinen Experten.

Braunschweiger Zeitung: 13. August 2010, Braunschweig Lokal, Seite 13© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010



Pressemitteilung der Grünen vom 13.08.2010

 
VW-Rückzug vom Flughafen:

GRÜNE fordern ehrliche Erklärung

 Für unglaubwürdig und überhaupt nicht ausreichend hält die Ratsfraktion
von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die bisher abgegebenen Erklärungen zu dem
angekündigten Ausstieg der Volkswagen AG aus der Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH. 

„Wenn VW wirklich mit der Übernahme der Landesanteile an der Flughafengesellschaft
vor einem Jahr nur die Startbahnverlängerung forcieren wollte, würde das doch bestätigen,
dass es dabei nicht um die Verbesserung der Situation für Forschungsflüge ging, sondern - wie
von Anfang an von den Ausbaugegnern behauptet - um eine Verbesserung für die VW-Flüge“,
schließt der Fraktionsvorsitzende Holger Herlitschke. Das wiederum wäre wohl kaum nach
europäischem Recht zuschussfähig, weil dann ein privates Wirtschaftsunternehmen
 subventioniert würde, so Herlitschke weiter. Zudem wäre die im Planfeststellungsverfahren
und auch beim Oberverwaltungsgericht vorgeschobene Ausbaubegründung in diesem Fall
offensichtlich falsch und das Verfahren müsste neu aufgerollt werden.

Die GRÜNEN vermuten aktuell vor allem Probleme mit der Rechtmäßigkeit der öffentlichen
Zuschüsse, die zu dem überstürzten Ausstieg von VW führen. Sehr verärgert fordern sie
von der Verwaltung eine unverzügliche Klärung der in diesem Zusammenhang offenen Fragen:

·         Warum hat VW diese Begründung für die damalige Übernahme der Landesanteile,
          die jetzt gegeben wird, nicht schon vor einem Jahr abgegeben?

·         Auf welcher rechtlichen Basis soll VW sich an der Defizitabdeckung des Flughafens beteiligen,
          wenn die Firma nicht mehr Anteilseignerin ist und wie lange wären diese Zuschüsse gesichert?

·         Bedeutet die Aktion, dass die bisher immer als gesichert dargestellten Zuschüsse
          für den Ausbau der Start- und Landebahn von Bund und Land vielleicht doch nicht
          kommen und wer soll diese Kosten dann übernehmen?

·         Entfällt die Gültigkeit des Planfeststellungsbeschlusses, wenn jetzt deutlich wird,
          dass die Maßnahme doch nur für die Interessen von VW durchgeführt wird?

 Angesichts dieser Unklarheiten fordern die GRÜNEN einen sofortigen Baustopp bis zu einer
befriedigenden Beantwortung dieser Fragen.

 Herlitschke: „Dieses Gewirr von Halbwahrheiten, das die Startbahnverlängerung
von Anfang an begleitet und die ständige Nachbesserung der Begründungen und
Erklärungen muss endlich aufhören. Wenn der Flughafen für VW ausgebaut werden soll,
dann müssen die Befürworter das auch offen sagen und damit ehrlich umgehen. Alles
andere wäre schlicht Betrug. Auf der Grundlage dieser völlig nichtssagenden aktuellen
Begründung für den VW-Ausstieg werden wir die Übernahme der Anteile jedenfalls konsequent ablehnen.“

6.8.

3. Larve des Eremitenkäfers im Forst bei Waggum
auf dem Flughafenerweiterungsgelände entdeckt
In diesem Baumstumpf wurde die Larve
gefunden. Schon vor einigen Wochen
waren 2 Larven in dem gleichen Stumpf
gefunden worden, da stand er noch an
seinem ursprünglichen Standort auf dem
Erweiterungsgelände des Flughafens
Braunschweig-Wolfsburg. Er wurde
ausgegraben und an den Rand der
Baustelle transportiert. Diesen Transport
hat die Larve offensichtlich überlebt,
denn die Baumstümpfe durften, nach
einer Auflage der Unteren Naturschutz-
Behörde, nur vorsichtig ausgegraben
werden und nicht geschüttelt werden.
 
Herr Theunert, der für die Flughafengesellschaft
ein Gutachten über die ersten beiden gefundenen
Käferlarven erstellt hat, greift noch einmal tief in
den Mulm des Baumstumpfes hinein.
Tief im Mulm des Baumstumpfes lebte die
Eremitenlarve
Die von einem Mitglied der Bürgerinitiative Waggum
gefundene Larve wurde Herrn Theunert übergeben.
Zwei Mitarbeiter der Unteren Naturschutz-Behörde
waren auch anwesend.
Leserbrief in der Braunschweiger Zeitung am 11.August:


Wo gibt es die Larven zu kaufen?

Zum Bericht "Dritte Eremiten-Larve im Querumer Wald" (10. August):

Weil ich mit einigen Freunden ein größeres, leider genehmigtes Bauprojekt
in unserer Nachbarschaft unbedingt noch verhindern will, bitte ich die
Bürgerinatiative der Flughafengegner mir freundlicherweise mitzuteilen,
wo wir diese Larven erhalten beziehungsweise kaufen können.

Wir werden sie dann entsprechend plazieren und später finden.

Die "Hamstermasche" ist ja leider nicht mehr effektiv und wohl überholt.

Udo Bodewald, Braunschweig

Braunschweiger Zeitung: 11. August 2010, Braunschweig Leser, Seite 20© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010


Mein Kommentar:

Für wie dumm hält dieser Leser die Gutachter, in deren Obhut die Käferlarven inzwischen sind.
Wenn es sie irgendwo zu kaufen gäbe, wüßten sie es zuerst und würden alles unternehmen,
um das nachzuweisen. Im ersten Gutachten wird zwar angemerkt, dass der Fundort ungewöhnlich
ist, aber dass keine Manipulation des Fundortes nachgewiesen ist.
Ungewöhnlich ist ja auch, wie hier mit einem Eremitenwald umgegangen wird, er wird wider jeden
Rechts abgeholzt.
Dass man die Eremitenlarven irgendwo kaufen kann, verstösst ja gegen jegliche Logik, dann müßte
man diese prioritäre Art ja gar nicht streng schützen.


Am 13. August ein Leserbrief als Antwort:


Es fehlt der Beweis

Zum Bericht "Dritte Eremiten-Larve im Querumer Wald" vom 10. August und zum folgenden Leserbrief
"Wo gibt es die Larven zu kaufen?" vom 11. August:


Der Leserbrief unterstellt in fiktiv-ironischer Form der "Bürgerinitiative der Flughafengegner",
vermutlich meint er die Bürgerinitiative Waggum gegen die Flughafenerweiterung, dass sie
dem Artenschutz unterliegende Insektenlarven für ihre Interessenvertretung gekauft und
in den gefährdeten Wald geschmuggelt habe. Ich finde es unerträglich, dass der Schreiber
keinen Beweis liefert.

   Frank Schneidert-Sickert, per Mail

Braunschweiger Zeitung: 13. August 2010, Braunschweig Leser, Seite 20© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010


Die Braunschweiger Zeitung vom 10. August:


Dritte Larve eines

Eremiten-Käfers

imQuerumer Wald


Naturschutzbehörde: Fund stoppt Ausbau nicht

Von Ralph-Herbert Meyer

Eine weitere Eremitenlarve ist im Querumer Wald in der Nähe der für den
Flughafen-Ausbau bereits gerodeten Fläche gefunden worden. Das bestätigte
gestern die Stadtverwaltung auf Anfrage. Der Käfer zählt zu den streng
geschützten Tierarten.

Mitglieder der Bürgerinitiative Waggum hatten der Unteren Naturschutzbehörde
bereits am vergangenen Freitag die Eremitenlarve übergeben. Die Larve stamme,
so die Stadt, laut Bürgerinitiative aus demselben Baumstumpf, in dem schon im
Mai zwei Larven des Insekts gefunden worden waren.

Die Notwendigkeit, einen Baustopp beim Ausbau des Flughafens zu verhängen,
sieht die Behörde nach Auskunft der Stadt nicht. Eine Bestätigung des Landes-
Umweltministeriums liegt der Flughafen-Gesellschaft vor. "Auf dem Baufeld
können keine schützenswerten Bestände mehr vorkommen", lautet der
Standpunkt der Stadt.

Die Bürgerinitiative informierte nach eigenen Angaben auch die Umweltbehörde der
Europäischen Kommission. Die Ausbaugegner fordern angesichts der Funde einen
sofortigen Baustopp. Die Bäume des Waldstücks neben der verlängerten Landebahn
müssen für die Hindernisfreiheit nach der Vegetationsphase noch eingekürzt werden.

Die Flughafengesellschaft und Gutachter wunderten sich bereits über die ersten Funde
der Eremiten in dem Baumstumpf. In einer Expertise heißt es: "Dem Verfasser sind bisher
keine Eremitenlarven in Bodennähe eines dichtwüchsigen Waldbestandes bekannt gewesen."

Braunschweiger Zeitung: 10. August 2010, Braunschweig Lokal, Seite 15© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010
Die Braunschweiger Zeitung berichtete am 5.8. über Boris Gelferts (Flughafengesellschaft)
Märchenstunde in Bechtsbüttel:                         



Hoffnung auf Entschleunigung

für Bechtsbütteler Ortsdurchfahrt

Flughafen-Ausbau birgt realistische Chancen für Verkehrsberuhigung

BECHTSBÜTTEL. Was viele als Fluch für Bechtsbüttel empfunden haben,
erweist sich bei genauem Hinsehen als Segen. Weil der Verkehr im Umfeld
der neuen Startbahn des Flughafens Waggum neu sortiert werden muss,
sind für die belastete Ortsdurchfahrt plötzlich Regelungen möglich, die
unter bisherigen Umständen unerreichbar schienen. Denn der Verkehr
auf einer überregional bedeutsamen Straße muss rollen. Und auf der
Kreisstraße 60 sind es täglich 6500Fahrzeuge Richtung Autobahn 391
und retour.
Seit Jahren bemühen sich die Bechtsbütteler um Verkehrsberuhigung.
Bislang vergeblich, was sich während einer Bürgerinformation Dienstagabend
im Dorfgemeinschaftshaus in spürbarer Verbitterung, ja Verbiesterung entlud.

Gut gemeinte Vorschläge speziell der Kreis-Verkehrsamtschefin Marlene
Dannheim-Mertens ernteten Unverständnis, skeptische, ja sarkastische
Kommentare. Die Grundhaltung der Bechtsbütteler formulierte unter Beifall
eine Bürgerin: "Wir können kein einziges weiteres Auto hier ertragen."

Ein Einwohner, der eben noch von seinen regelmäßigen Fahrten über
angeblich bestens verkehrsberuhigte Straßen nach Uelzen berichtet
hatte, plädierte für Fahrverbote. Den Hinweis der Verkehrsamtschefin,
dass er dann auch nicht mehr mit seinem Auto fahren könne, erwiderte
er: "Dann fahre ich eben Rad."

Abseits aller Befindlichkeiten gab es überwiegend gute Nachrichten für
Bechtsbüttel.

Flughafen-Geschäftsführer Boris Gelfert sagte, nach seiner Einschätzung
komme die gefürchtete Sperrung der Landesstraße293 nicht ohne vorher
fertiggestellte Streckenalternative. Als seine Privatmeinung vertrat er, dass
letztendlich die Ostumfahrung der neuen Startbahn als eine von drei zurzeit
geprüften Varianten gebaut werde. Mit dieser Lösung könnten sich die
Bechtsbütteler noch am ehesten anfreunden, begrenzt sie die
Verkehrszunahme im Dorf doch rechnerisch auf 300 Fahrzeuge
am Tag. Indes wies Gelfert darauf hin, dass selbst ohne Flughafen-Ausbau
 bis 2020 bis zu 8000 Fahrzeuge in der Ortsdurchfahrt erwartet werden.

Deswegen und weil sich die Bechtsbütteler seit Jahren von lauten Lastwagen
auf der holprigen Fahrbahn, von ungewöhnlich vielen schnellen Fahrern und
von rasenden Motorradfahrern tyrannisiert fühlen, war der Groll über gefühlte
Untätigkeit des Kreises groß.

Doch jetzt tut sich was: Sobald die K60 zur Umleitung für die gekappte L 293
wird, soll Tempo 40angeordnet werden. Die Begründung ist der Schutz des
angegriffenen Straßenkörpers. Die gewollte Wirkung der Schutz der Anrainer.
Dazu soll es eine mobile Fußgänger-Bedarfsampel in Höhe der Bushaltestelle
geben - zu bezahlen vom Verursacher der Umleitung, der Stadt Braunschweig.
Verkehrsamtschefin Dannheim-Mertens sagte ferner zwei verdeckte
Verkehrszählungen und Tempomessungen zu, einmal vor und einmal nach der Kappung.

Der Landkreis intensiviert nach Aussage von Bau-Fachbereichsleiter Alexander
Wollny seine Verhandlungen mit dem Land, die K 60 zur Landesstraße aufzustufen.
Der Zweck: Erst nach einer Einigung wird der Reparaturstau gelöst, weil dann
Doppelarbeiten von Kreis und Land ausgeschlossen sind.

Mittelfristig soll es einen Kreisverkehr an der nördlichen Ortseinfahrt geben,
kündigte Meines Bürgermeisterin Ines Kielhorn an. Der bremst den Verkehr
ab, kostet aber viel. Deswegen soll er Teil der Erschließung eines neuen
Baugebiets werden. Das verzögert sich wegen des Streits um einen Lärmschutzwall.   

cf


Braunschweiger Zeitung, Gifhorn: 5. August 2010, Gifhorn Lokales, Seite G03© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010




Das gleiche Thema am 5.8. in der Allerzeitung :


Bechtsbüttel


Verkehr kann beruhigt werden

Mehr als 8000 Fahrzeuge werden nach dem Ausbau des Braunschweiger Flughafens
täglich durch Bechtsbüttel fahren – zu viele meinen die Bewohner.
Kreis-Verkehrsamtsleiterin Marlene Dannheim-Mertens stellte auf
einer Einwohnerversammlung am Dienstag Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung
in Aussicht. Zu viel Verkehr: Nach dem Flughafenausbau in Braunschweig
werden noch mehr Autos durch Bechtsbüttel fahren.

„Wir brauchen Sofortmaßnahmen für unsere Ortsdurchfahrt“,
sagte Gemeinderatsmitglied Werner Auerbach. „Die Grasseler
Straße wird durchtrennt. Wir haben längere Wege nach Braunschweig
und mehr Verkehr im Ort“, erläuterte er. Auf mögliche Umgehungsvarianten
könne man nicht warten.
Verkehrsamtsleiterin Marlene Dannheim-Mertens stellte Abhilfe in Aussicht:
„Die Ortsdurchfahrt wird zur Umleitungsstrecke bis eine neue Strecke um
den Flughafen herum gebaut ist“, erläuterte sie. Dadurch ergeben sich zwei
Möglichkeiten zur Verkehrsberuhigung: Erstens kann die erlaubte Geschwindigkeit
auf 40 Kilometer pro Stunde herunter gesetzt werden. Zweitens kann eine mobile
Fußgängerampel aufgestellt werden. „Beides schützt die Anwohner“, so
Dannheim-Mertens. Außerdem könne wieder ein Radfahrstreifen aufgemalt werden.
Boris Gelfert von der Flughafengesellschaft stellte drei Umfahrungsvarianten vor.
Günstigste Variante für Bechtsbüttel wäre die Ostumgehung: „Dann führen
lediglich 300 Autos mehr als jetzt durch den Ort“, so Gelfert. Der Aufsichtsrat
der Gesellschaft werde sich im September mit dem Thema befassen.

alb
Zum Abschluß der Bauarbeiten
am Flughafen wird der Platz nach
Kampfmitteln abgesucht.



Am Sonntag protestierten 124 Personen gegen den Ausbau des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg


Die Braunschweiger Zeitung berichtet:


Staub störte

200. Treffen der Flughafengegner


Von Jörn Stachura

Der Widerstand der Gegner einer Verlängerung der Flughafen-Landebahn in Waggum lässt
nicht nach. Sonntag fand ihr 200. Protest-Treffen nacheinander statt. Das geplante
Jubiläumsfest wurde jedoch ein Opfer des Staubs vom Flughafen.

Normalerweise geht es zur Baustelle in den Wald, gestern jedoch über die
Grasseler Straße zur rund 500Meter vom Sportheim Waggum entfernten Flughafenbaustelle.
 Die rund 80Gegner der Landebahnverlängerung sorgten mit ihrem Marsch und der
fünfminütigen Kundgebung für einen Mini-Stau. Entnervte Autofahrer, die das Ende
der kurzen Kundgebung nicht abwarten wollten, wendeten einfach.

Hoffen auf weitere Unterstützung im Herbst

Eine Kehrtwende verlangen die Gegner der Landebahnverlängerung auch weiterhin
von der Politik und von Volkswagen. Sie machten in Ansprachen und auf Plakaten
ganz deutlich, dass mit ihrem Protest auch in Zukunft zu rechnen sei und sie sich
weitere Unterstützung erwarten, wenn im Herbst Grundstücke enteignet werden
müssen und neue Eingriffe in den Wald am Flughafen erfolgen.

Dass keine rechte Jubiläumsstimmung aufkommen wollte, lag am heftigen Staub
vom Flughafen. Das für das geplante Fest vorgesehene Feldstück im Süden der
neuen Landebahn lag mitten in der Staubfahne der Baustelle, wo auch gestern
eifrig an der Fertigstellung der neuen Landebahn gearbeitet wurde.

Wie es seitens einiger Anwohner hieß, sei mittlerweile nicht nur der Lärm von den
Nachtarbeiten ein Problem in Waggum, sondern auch der Staub von der Baustelle.
Der Flughafengesellschaft sei bereits angekündigt worden, dass man Reinigungskosten
für Fenster und Fassaden geltend machen wolle.

Braunschweiger Zeitung: 26. Juli 2010, Braunschweig Lokal, Seite 16© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010


Die Wolfsburger Allgemeine berichtet:


Waggum

Bürger kämpfen auch für Erhalt der Grasseler Straße
Bürger der Braunschweiger Ortsteile und aus dem Gifhorner
Südkreis kämpfen gegen den Ausbau des Flughafens
Braunschweig-Wolfsburg. Gestern fand die 200. Demonstration
hintereinander statt.
Ein Ziel auch: der Erhalt der Verbindung Grasseler Straße








Samstag, 24.7.   199. Waldspaziergang
19 Teilnehmer gingen vom Sportheim Waggum entlang der Grasseler Straße
zum Waggumer Weghaus und zurück. Wieder sehr hinderlich waren die
Staubwolken, die über die Grasseler Straße wehten.





Protestaktion vor dem Haus von Professor Winterkorn in Groß
Schwülper am Freitag 23.7.
Ein offener Brief an Herrn Winterkorn wird eingeworfen.
Leider gibt es keinen ordentlichen Briefkasten.Nachdem geklingelt wurde, erschien ein Beauftragter von Herrn
Winterkorn. Er erklärte, dass Herr Winterkorn nicht anwesend wäre
und er den Brief nicht entgegennehmen werde.
Inzwischen war Herr Gelfert von der Flughafenaufsichtsgesellschaft
herbeigeeilt. Ihm wurde eine Kopie des Briefes übergeben.
Die Allerzeitung berichtete am 24.7.:

Protest: Flughafen-Gegner vor Haus von Winterkorn
Der Protest mehrerer Bürgerinitiativen erreichte gestern das Haus
von VW-Chef Martin Winterkorn in Schwülper. 30 Gegner des
Flughafen-Ausbaus versammelten sich, um einen offenen Brief zu übergeben.

Die Braunschweiger Zeitung vom 22.7. schrieb:


Nachts ratterten die Presslufthämmer

Anwohner der Flughafen-Baustellen beklagen sich über Lärm -
Betonierarbeiten nur noch tagsüber

Von Norbert Jonscher

WAGGUM. Mitten in der Nacht legen plötzlich die Presslufthämmer los.
"Dann fangen sie auf einmal an, Betonplatten zu zerlegen", ärgert sich
Bernd Gerlich, ein Anwohner der Flughafen-Baustelle. Die ganze Nacht
gehe das dann so. "Man findet kaum noch Schlaf."

Auch andere Anwohner klagen über nächtliche Lärmbelästigungen.
So Marianne Kruse, sie wohnt am Froebelweg. "Die nehmen überhaupt
keine Rücksicht", findet die Rentnerin. Und Bernd Gerlich, der am
Lehmkamp wohnt, legt nach: Regelmäßig werde er von dem Krach
geweckt. Etwa durch die nervigen "Piep-Anlagen" der Lastwagen,
die ausgelöst würden, wenn ein LKW rückwärts fährt, um andere zu
warnen. "Man hört diesen Ton in ganz Waggum." Vergeblich habe
er sich schon bei der Stadtverwaltung beschwert.

Und die stellte gestern auf Anfrage gegenüber unserer Zeitung klar:
Für Arbeiten auf Baustellen in der Nacht sei eine Genehmigung nicht
erforderlich; es seien jedoch die Immissionsrichtwerte einzuhalten.
Pressesprecher Rainer Keunecke: "Wir haben dazu intensive
Vorgespräche mit dem Bauträger geführt, wie es bei solch großen
Bauvorhaben üblich ist."

Bereits in diesen Gesprächen mit der Flughafengesellschaft seien
zahlreiche Punkte zur Minimierung des Lärms vorgegeben worden:
die Lärmminderung nach dem Stand der Technik, eine Bewertung
der einzelnen Baumaßnahmen in einem Emissionsgutachten,
die Ertüchtigung der Baustelle mit aktiven Schallschutzmaßnahmen
sowie die Aufstellung von Baucontainern als Schallschutzwand.

Um die lärmintensiven Bautätigkeiten in den Nachtstunden auf ein
Mindestmaß zu beschränken und die Geräuschentwicklung so gering
wie möglich zu halten, habe die Immissionsschutzbehörde zudem zum
Schutz der Anwohner mehrere Anordnungen vorgenommen - etwa die
Einrichtung einer Schallmessstelle und die Information der am stärksten
betroffenen Anwohner durch Wurfsendungen der Aushänge.

"Zudem wurden im Hinblick auf konkret bevorstehende Bautätigkeiten
Auflagen gemacht." Ziel sei es, geeignete Maßnahmen zur Lärmreduzierung
zu treffen. Dazu zähle "die Reduzierung der Nächte mit geräuschintensiven
Arbeitsschritten". Betonierarbeiten seien aufgrund von Überschreitungen
der Immissionsrichtwerte ab sofort nur noch tagsüber zulässig.


Braunschweiger Zeitung: 22. Juli 2010, Braunschweig Lokal, Seite 21© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010


Mein Kommentar:

Liest man die Braunschweiger Zeitung, könnte man meinen die Stadt unternimmt alles,
um seine Bürger vor dem Baulärm zu schützen. Frage ist nur, warum können die Waggumer
trotzdem nicht schlafen?
Hier werden wieder einmal die Interessen der Flughafengesellschaft
durchgesetzt und die Interessen der Bürger vernachlässigt.
Hätte man die Nachtarbeit nicht durchgesetzt, wäre der Flughafen eine Woche länger
geschlossen worden. Das hätte den Ausfall von einer Woche Start- und Landegebühren
bedeutet.
Der Schlaf der Einwohner ist dagegen nichts wert?

Hier denkt man nicht an die Zukunft.
Kann es sich die Flughafengesellschaft leisten, die Gräben zwischen den Anwohnern
und dem Flughafen immer tiefer zu graben.
-Flughafenausbau ohne Verkehrskonzept
-Umleitungsverkehr durch die Ortschaften während der Bauarbeiten
-Verschleierungstaktik über die wahren Gründe des Flughafenausbaus
-Staub und Baulärm tag und nacht
- ...
- ...

Es brodelt,- der Topf könnte überkochen.


Die Wolfsburger Nachrichten vom 22.7. berichteten:


Die Piste wächst - und die Wut der Anwohner auch

Die Planierungs- und Betonierungsarbeiten für die Verlängerung
und Verbreiterung der Piste auf dem Flughafen Braunschweig-Wolfsburg
in Waggum schreiten in rasantem Tempo voran. Das von Naturschützern
und Anwohnern kritisierte Ausbauvorhaben ermöglicht es
Volkswagen-Managern, künftig von Waggum aus nonstop nach China
zu fliegen. Volkswagen ist zweitgrößter Anteilseigner der Flughafen-
Betreibergesellschaft. Die Kritiker argwöhnen, dass rund um den Flughafen
eine Logistik-Drehscheibe des Autobauers entstehen könnte. Morgen wollen
Vertreter verschiedener Bürgerinitiativen vor dem Privathaus von Konzernchef
Martin Winterkorn in Groß-Schwülper demonstrieren und auf ihr Anliegen
aufmerksam machen (wir berichteten).


Wolfsburger Nachrichten: 22. Juli 2010, VW: Das Werk, Seite 17© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010


Mittwoch, den 21.7.

196. Waldspaziergang

Es staubt weiterhin.
Bereits im Planfeststellungs-
beschluss wurde festgelegt,
dass zur Staubbindung
ausreichend gewässert
werden muss.
Wird ausreichend gewässert?


Dienstag, 20.7.

195. Waldspaziergang

19 Teilnehmer machten
sich auf die Strecke.
An dieser Stelle einmal
einen Dank an die Polizei,
die uns immer so nett
begleitet.

Montag, 19.7.

194. Waldspaziergang



Sonntag, 18.7.

193. Waldspaziergang

27 Teilnehmer der
Demonstration verlangen
den Baustopp jetzt!


Samstag, 17.7.

192. Waldspaziergang

29 Teilnehmer. Hier auf der
Tiefen Str.


Freitag, 16.7.

191. Waldspaziergang

21 Teilnehmer


Donnerstag,  15.7.

190. Waldspaziergang


18 Teilnehmer machten
nach der Hitzewelle einen
erfrischenden Wald-
spaziergang im noch
vorhandenen Restwald.



Mittwoch, 14.7.

189. Waldspaziergang

Es staubt...

und staubt...

und staubt...

und...

...


Die Braunschweiger Zeitung vom 14.7.:

Laster an Laster -

Auch die

Querumer leiden

Umleitungs- und Bauverkehr belastet den Stadtteil

Von Marc Rotermund

QUERUM. Nicht nur die Waggumer leiden unter dem starken Laster-Verkehr,
den der Flughafenausbau mit sich bringt. Auch die Querumer sind betroffen
und entsprechend sauer, zumal das Problem bei ihnen durch Umleitungsverkehr
aus Bienrode noch verstärkt wird.
Jutta Kröger hat ihre in Querum wohnende Mutter wie schon so oft besucht und
klagt: "Was auf der Bevenroder Straße los ist, habe ich noch nicht erlebt. Der
LKW-Verkehr ist extrem, dicht an dicht fahren die Laster die Straße entlang."
Sie betont: "Man kommt kaum noch über die Straße, zum Beispiel, um am
Gettelhagen zur Bushaltestelle zu gelangen."

Verschärft werde das Problem dadurch, dass die meisten Laster viel schneller
als mit den erlaubten 50  Stundenkilometern unterwegs seien. Jutta Kröger
fordert: "Die Polizei sollte hier unbedingt Geschwindigkeitskontrollen vornehmen."

Polizeisprecher Wolfgang Klages glaubt zwar nicht, dass die Laster zu schnell
unterwegs sind, sieht das Problem aber ähnlich wie die BZ-Leserin. "In Querum
kommen zurzeit zwei Verkehrsströme zusammen", erläutert er. Zum einen die
Fahrzeuge, die aufgrund der Bauarbeiten in Bienrode auf der Altmarkstraße, der
Forststraße und der Hermann-Blenk-Straße eine Umleitung nehmen müssten.
Und zum anderen die Laster, die am Flughafenausbau beteiligt seien und Erde
wegschafften.
"Das ist nicht nur laut, das bringt auch eine Menge Dreck mit sich", weiß der
Polizeisprecher auch aus eigenem Erleben und berichtet von zum Teil schwierigen
Verkehrsverhältnissen besonders morgens und am späten Nachmittag.

Klages: "Manchmal gibt es Stau von der Autobahnabfahrt Flughafen bis zum
Querumer Kreisel." Und damit durch Querum hindurch, mitten auf der Hauptstraße.
Klages: "Das ist eine Belastung für die Anwohner und auch für alle, die auf die
Umleitung angewiesen sind und nur ganz langsam vorankommen."

Das einzig Gute: Die Erdarbeiten für die Flughafenerweiterung sollen laut Plan
am 25. Juli weitgehend abgeschlossen sein. Dann soll der Flughafen nach
dreiwöchiger Schließung wiedereröffnen. Der Polizeisprecher vermutet,
dass sich die Situation in Querum von diesem Tag an etwas entspannt,
was auch Bezirksbürgermeister Jürgen Wendt (CDU) hofft: "Bei mir haben
sich auch einige Bürger vom Ortsrand beschwert, aber glücklicherweise ist
das Ende der Bauarbeiten absehbar."

Braunschweiger Zeitung: 14. Juli 2010, Braunschweig Lokal, Seite 17
© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010



Dienstag, 13.7.

188. Waldspaziergang

19 Teilnehmer marschierten
auf der Grasseler Straße bis
zum Waggumer Weghaus
und zurück zum Sportheim
Waggum.



Montag 12.7.

187. Waldspaziergang

36°C aber gottseidank
hatte ein Eisfahrer
Erbarmen mit uns.


Leserbrief in der Braunschweiger Zeitung vom 12.7.:


Jedes Jahr 7 Millionen Kilometer Umweg

Zu "Lastwagen am Flughafen fahren doch Umwege" (8. Juli):

Da regen sich die Herren Geschäftsführer über einen Umweg von 3 km auf:
Nicht zuträglich für die Umwelt und Mehrkosten "von etlichen 100  000".
Die Flughafengesellschaft als Umwelt(be-)schützer!? Hier wird deutlich,
wie diese Herren Einfluss nehmen, um nach Möglichkeit die eigenen Interessen
zu wahren.

Einen mindestens 3 km langen Umweg haben wir Anwohner auch in Kauf zu
nehmen, wenn die Grasseler Straße - wahrscheinlich ohne direkte Alternative -
gesperrt wird.

Bei 6400 Fahrzeugen ergäben sich Umwege von 19  200 Kilometern pro Tag
oder 7 Millionen Kilometern pro Jahr. Das kostet uns Bürger bei einem
Kilometerkostensatz von 30 Cent mindestens 2,2 Millionen Euro. Jedes Jahr.

Mir geht es gar nicht darum, dass der Flughafen erweitert wird, sondern mich
ärgert die Art und Weise des Umgangs mit den Anwohnern.

   Jens Falke, Bevenrode

Braunschweiger Zeitung: 12. Juli 2010, Braunschweig Leser, Seite 20


Sonntag 11.7.

186. Waldspaziergang

Kurze Solidaritätskund-
gebung vor dem Waggumer
Weghaus, dessen Bewohner
sind besonders vom Lärm,
Staub und Dreck der
Flughafenbaustelle betroffen.


Die Braunschweiger Zeitung vom 10.7. berichtet:


Anwalt fordert Ausbaustopp

Wolfenbütteler Behörde prüft Widerspruch einer Würzburger Kanzlei

Von Jörg Fiene

Eine Würzburger Rechtsanwaltskanzlei hat im Auftrag eines Braunschweiger
Grundstückseigentümers bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
den Stopp des Flughafenausbaus gefordert.

Vorschriften des europäischen Naturschutzrechtes seien verletzt worden, heißt
es zur Begründung. Nach dem Fund zweier schützenswerter Eremitenlarven
(wir berichteten) hätte die EU-Kommission eingeschaltet werden müssen.
Die Planfeststellungsbehörde in Wolfenbüttel sei nun aufgefordert, "rechtmäßige
Zustände herzustellen", so die Anwälte. Die Bürgerinitiative Waggum unterstützt
das Verfahren finanziell.

Jens-Thilo Schulze, Sprecher der Landesbehörde, bestätigte den Eingang des
Widerspruchs. Dieser werde gegenwärtig inhaltlich geprüft. Mit einer Antwort
könne die Kanzlei in den nächsten Tagen rechnen. "Darüber hinaus sehen wir
zurzeit keinen weiteren Handlungsbedarf", erklärte Schulze auf Nachfrage weiter.

Braunschweiger Zeitung: 10. Juli 2010, Braunschweig Lokal, Seite 18
© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010


Freitag 9.7.

184. Waldspaziergang


34°C und trotzdem
14 Teilnehmer.
Am Startpunkt konnte
man die neuesten
Luftbildaufnahmen
vom Flughafen
bewundern.
 

Donnerstag 8.7.

183. Waldspaziergang

Reger LKW-Verkehr an der
Baustellenzufahrt zum Erweiterungs-
gelände.

Mittwoch 7.7.

182. Waldspaziergang

Die Ausfahrt vom Flughafengelände
auf die Grasseler Str. existiert schon.
Eine Querung tagsüber wurde nicht
genehmigt, nur nachts wird die Ampel-
anlage eingeschaltet und die Bau-
fahrzeuge überqueren die Straße.
Somit rollen tagsüber die LKW
weiterhin über Grasseler und Tiefe
Straße.


Rechtsanwälte fordern Niedersächsische Landesbehörde für Bau und

Verkehr zum Ausbaustopp beim Flughafen Braunschweig

"Eremiten auf das Höchste gefährdet" 



Dazu ein Bericht von Radio Okerwelle:

Würzburger Rechtsanwälte fordern Ausbaustopp für Flughafen Braunschweig
Der anhaltende Streit um die Erweiterung des Flughafens Braunschweig – Wolfsburg
beschäftigt jetzt auch Fachjuristen für Europarecht in Würzburg. Im Namen eines
Braunschweiger Mandanten habe sein Büro bei der zuständigen Landesbehörde
Antrag auf Widerruf der Ausbaugenehmigung gestellt, teilte ein Sprecher der Kanzlei mit.
Grundlage des Antrags sei eine Verletzung des europäischen Naturschutzrechts, da durch
die Arbeiten eine extrem seltene und streng geschützte Baumkäferart bedroht sei.
Nachdem sich die anfängliche Annahme als falsch erwiesen habe, dass der so genannte
Eremit in dem betreffenden Waldgebiet nicht vorkomme, hätten zwingend Schutzmaßnahmen
ergriffen werden müssen, so der Sprecher des Anwaltsbüros. Statt dessen habe die Stadt
Braunschweig die Käfer rechtswidrig aus ihrem angestammten Lebensraum entfernt.
Dienstag 6.7.

181. Waldspaziergang

Die Querung der Grasseler Straße vom Flughafen-
gelände zum Forst wird fertiggestellt.
Staubfahnen über dem ehemaligen Querumer Forst
und über der Grasseler Str..


Montag, 5.7.

180. Waldspaziergang



Eingekeilt von LKW-
Kolonnen wehren sich
18 Aktive gegen den
Flughafenausbau.


Samstag 3.7.

178. Waldspaziergang

Zwischen den LKW-Schlangen,
die den Schutt von der alten
Start- und Landebahn in den
Querumer Forst transportieren,
bahnten sich 26 unerschrockene
Flughafenausbaugegner ihren
Weg.



Die Bauarbeiten zur Erneuerung der alten Start- und Landebahn
haben Freitag 2.7. nachts begonnen.
Im Westen beginnt man mit dem Abriss der alten Start- und LandebahnAn der Grasseler Str. gibt es eine neue Ausfahrt zur Querung der Straße
Das Rollfeld wird nach Osten erweitert.

Den Schutt transportiert man über die Tiefe Str. zum Querumer Forst.


Freitag 2.7.

177. Waldspaziergang

27 Teilnehmer protestieren gegen den Flughafenausbau
und warten vergeblich auf den Baubeginn.
Die Ampel ist da!

Donnerstag 1.7.

176. Waldspaziergang

19 Aktive machten sich
auf die ganz kleine Runde
immer am Zaun entlang,
denn unser sonst üblicher
Weg ist durch 2 Bauzäune
versperrt.


Leserbrief in der Braunschweiger Zeitung von Freitag


Warum gibt es

kein Nachtflugverbot?

Zur Sperrung Grasseler Straße:

Die Stadt weiß von nichts. Verkehrsprobleme haben wir schon lange.
Pro Tag 123 Flugzeuge - und wie viele davon für die Forschung?
Wir werden belogen, immer wieder wird uns erklärt, wir brauchen die
Landebahn für die Forschung. Warum dann kein Nachtflugverbot und
warum hält man sich nicht an die Einflugschneise? Die Autos fahren
doch auch nicht querfeldein, sondern auf der Straße.

   Renate Krause, Braunschweig

Braunschweiger Zeitung: 2. Juli 2010, Braunschweig Leser, Seite 24© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010

Grasseler Str. war Donnerstag mittags
vorübergehend vollständig gesperrt.

Ursache war ein Bombenfund auf dem Bau-
gelände an der Grasseler Straße.
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst sprengte
kontrolliert die Fliegerbombe.
Bleibt die Frage, wurde die gesamte
Baustelle zuvor nach Kampfmitteln
abgesucht?






An dieser Stelle wird
die Baustraße die
Grasseler Str. kreuzen
und macht sie somit
zum Nadelöhr.

Wie hektisch und dilettantisch die Bauplanung am Flughafen funktioniert,
wird immer wieder sichtbar: 1 Woche vor dem Ausbau der alten Start-
und Landebahn fällt auf, dass man stündlich mit ca. 70 schweren Baumaschinen
die Grasseler Str. queren muss. Verspätet beantragt man eine Verkehrsregelung
mit Ampelschaltung und ein Tempolimit von 30 km/h. Da die Grasseler Str. ohnehin
schon mit Umleitungsverkehr belastet ist, wird niemand im entstehenden Stau das
Tempolimit erreichen.

Die Braunschweiger Zeitung vom 30.6. schrieb dazu in einem Kommentar:


Vertrauensbildung

geht anders


Von Jörg Fiene


Wie mag das ankommen bei den Menschen im Norden der Stadt?
Die Hermann-Blenk-Straße wegen Bauarbeiten dicht, die Forststraße
wegen Bauarbeiten dicht. Und nun - vermeintlich plötzlich - für vier
Wochen auch noch eingeschränktes Durchkommen auf der Grasseler Straße.
Und das auch noch wegen des verhassten Flughafenausbaus.

Die Pläne für die Verbreiterung der Landebahn im Sommer sind hinlänglich
bekannt gewesen. Es dürfte leicht zu erahnen gewesen sein, dass dies auch
auf die Grasseler Straße ausstrahlen würde. Dennoch haben Behörde und
Betreibergesellschaft es nicht geschafft, den Straßenbau rund um den
Flughafen so abzustimmen, dass die Anlieger möglichst wenig belastet werden.
Im Gegenteil, nun wird eine Umleitungsstrecke selbst zum Teil einer Baustelle.
Und das mitten in der sensiblen Debatte um die künftige Verkehrsführung in
und um Waggum. Vertrauensbildung geht anders.

Braunschweiger Zeitung: 30. Juni 2010, Braunschweig Lokal, Seite 17
© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010


Die Gifhorner Rundschau schrieb am 23. Juni



Flop für die Großregion

Kritik an Braunschweigs Verkehrs-Informationen



MEINE/BECHTSBÜTTEL. Hat die Stadt Braunschweig ein Eigentor geschossen, als sie
Meiner Vertreter zur Einwohnerversammlung über das neue Verkehrskonzept wegen der
Flughafenerweiterung auslud?

Der Papenteicher Samtgemeindebürgermeister Helmut Holzapfel fürchtet das und stärkt
der Meiner Bürgermeisterin Ines Kielhorn den Rücken, die das Vorgehen des Braunschweiger
Oberbürgermeisters Gert Hoffmann gerügt hatte. Holzapfel sagte: "Mit diesem Beispiel hat
Hoffmann dem von ihm propagierten Regionsgedanken einen sehr schlechten Dienst erwiesen,
indem er die Braut, die er umwirbt, stiefmütterlich behandelt."

Holzapfel fürchtet, dass sich viele an den Braunschweiger Umgang mit der betroffenen
Nachbarkommune erinnern, wenn es um konkrete Schritte zur Region geht: "Die werden
sich fragen, ob das ernst gemeint ist mit gleichberechtigter Information und Mitwirkung."

Denn auch in Meine könnten Bürger und Rat sich nur eine Meinung bilden, wenn die
Informationen flössen.

Derweil plant der stellvertretende Meiner Bürgermeister und Bechtsbütteler Ratsherr
Werner Auerbach gegen Ende der Sommerferien eine neuerliche Bürgerversammlung in
Bechtsbüttel. Anlass sind die jüngsten Informationen im Vorfeld der Sitzung des
Braunschweiger Rats der Stadt, wonach die Ostumfahrung der verlängerten Landebahn
keineswegs gesichert ist. Denkbar ist demnach aus Umweltgründen eine Westumfahrung
über eine noch längere Umwegstrecke, gegebenenfalls mitten durch Waggum.

Die Meiner hatten wie viele Braunschweiger dagegen eine Unterführung der verlängerten
Startbahn auf der Trasse der gekappten Grasseler Straße gefordert.

Auerbach will zu der Informationsveranstaltung die Braunschweiger Verkehrsexperten einladen.
Denn schon bei einer Ostumgehung sind für Bechtsbüttel weitere 300Fahrzeuge pro Tag
prognostiziert, bei einer Westumgehung aber 1000. "Wir haben aber schon 6000 Ortsdurchfahrten
pro Tag, und das ist nicht hinzunehmen", klagt Auerbach. "Wir brauchen in Bechtsbüttel eine
Verkehrberuhigung oder wenigstens Tempo 30."    cf

Gifhorner Rundschau, Wolfsburg: 23. Juni 2010, Gifhorn Lokales, Seite G03© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010




Foto: Klaus Helmke


Die Wolfsburger Zeitung von Samstag, 26.Juni:



"VW wird keine Ruhe bekommen"

Umweltschützer und Bürgerinitiativen demonstrieren vor Tor Ost -
Keine Reaktion von Rat und Unternehmen

Von Bettina Jaeschke

"VW lässt Wald, Tiere und Straßen für einen irrsinnigen Flughafenausbau vernichten", "VW raubt uns die
Nachtruhe - 22 bis 6 Uhr: Stille Nacht" war auf den Plakaten zu lesen, mit denen Vertreter von
Braunschweiger Bürgerinitiativen gestern mobil machten.

Auf einer Verkehrsinsel vor der Einfahrt zum Tor Ost von Volkswagen ging es etwa 20 Vertretern der
Bürgerinitiativen um den Braunschweiger Flughafen. Die Aktivisten forderten VW auf, seine Absichtserklärungen
zum Schutz der biologischen Vielfalt mit Taten zu untermauern (wir berichteten). Vertreter von VW ließen
sich während der Aktion nicht blicken.

Bereits zum vierten Mal demonstrierten die Braunschweiger vor den Toren von Volkswagen. Peter Rosenbaum,
Ratsherr der Stadt Braunschweig und einer der Beteiligten, kündigte weitere Aktionen an:
 "VW wird keine Ruhe bekommen."

Da das Unternehmen nach der Stadt Braunschweig zweitgrößter Anteilseigner der Flughafengesellschaft ist,
wollen es die Aktivisten nicht aus der Verantwortung entlassen. "Einen Anteil in Höhe von 17 Prozent
hält auch die Stadt Wolfsburg", sagt Rosenbaum. Daher seien auch die Ratsfraktionen angemailt und
auf die Aktion vor dem Tor Ost hingewiesen worden. Doch auch hier blieb der erhoffte Besuch aus.

In einer gemeinsamen Erklärung weisen die Umweltverbände darauf hin, dass Naturschützer im
Querumer Forst Larven des Eremiten, einer seltenen Käferart, gefunden hätten. Diese seien durch
die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU besonders geschützt.

"Es ist frustrierend, dass bestehendes Umweltrecht nicht angewendet wird", findet Heiderose Wanzelius,
Vorsitzende des Braunschweiger Forums. "Wir haben mehrfach an das Umweltamt geschrieben,
dass das Planfeststellungsverfahren nicht eingehalten wurde. Aber immer wieder wurde uns Unverständnis
entgegen gebracht", sagt sie. Boris Gelfert, Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, erklärte in
einer Pressemitteilung, dass ein Baustopp wegen des Eremitenfundes "keine Wirkung zeitigen
würde, da auf der Fläche keinerlei Bäume mehr stehen, die dem Eremiten als Lebensraum dienen könnten".

Deutliche Worte auf den Plakaten der Demonstranten. Eine Reaktion blieb allerdings aus.

Wolfsburger Nachrichten: 26. Juni 2010, VW: Das Werk, Seite 17© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010
Bildquelle: Wolfsburger NachrichtenBildquelle: Wolfsburger Nachrichten


Am 25.6. schrieben die Wolfsburger Nachrichten:

VW soll den Eremiten schützen

Von Thomas Kruse

Braunschweiger Bürgerinitiativen nehmen Volkswagen beim Wort. Das Unternehmen
soll seine Absichtserklärungen zum Schutz der biologischen Vielfalt mit Taten
untermauern - und zwar vor der Haustür und zum Schutz des Querumer Waldes
bei Braunschweig.

Die Erweiterung des Flughafengeländes ist trotz der heftigen Protestes von Anwohnern
 und Umweltschützern beschlossene Sache. Für die Verlängerung der Stadtbahn des
Flughafens Braunschweig-Wolfsburg in Waggum wurde bereits hektarweise Wald gerodet.

Da Volkswagen zweitgrößter Anteilseigner der Flughafengesellschaft ist und Manager
von dort zu Dienstreisen abfliegen, wollen die Umwelt-Aktivisten den Konzern nicht
aus der Verantwortung entlassen. Heute wollen sie am Tor Ost einen offenen Brief an
einen Unternehmensvertreter übergeben. Die symbolische Übergabe von
12000 Unterschriften gegen die Rodung der Bäume hatte Volkswagen im
vergangenen Jahr ignoriert. Argument: Das Unternehmen sei nicht für die
Erweiterung verantwortlich und profitiere auch nicht davon. Die Umweltverbände
Nabu und Bund sowie Braunschweiger Bürgerinitiativen sehen das anders und das
Weltunternehmen aus Wolfsburg in der Pflicht.

Helfen soll dabei der kürzliche Fund einer Larve des seltenen Eremitenkäfers auf der
Rodungsfläche des Querumer Forstes. Die "prioritäre Käferart" sei durch die
Flora-Fauna-Habitat-Richlinie der EU besonders streng geschützt. In ganz
Niedersachsen gebe es nur zwei prioritäre Arten, heißt es in einem offenen Brief
der Umweltschützer: neben dem Eremiten noch eine Schmetterlingsart, die "Spanische Fahne".

Volkswagen solle jetzt helfen, diesen "wertvollen ökologischen Schatz" vor dem eigenen
Werkstor zu schützen. Man beruft sich auf ein so genanntes "mission statement" der
Volkswagen AG aus dem April 2008. Das Statement betreffe "Maßnahmen zum unmittelbaren
Schutz bedrohter Arten" bis hin zur "Unterstützung von Forschungsvorhaben" in diesem Bereich,
die sich der Konzern vor allem "im Umfeld seiner Standorte" zum Ziel gesetzt habe. Das Vorhaben
sollte in Zusammenarbeit mit dem VW-Konzern und gegebenenfalls unter Einbeziehung umliegender
Landkreise ausgeführt werden. Der programmatische Vorsatz sei vorbildlich, so die
Umwelt-Aktivisten. Nun müsse Volkswagen allerdings auch vor Ort Taten folgen lassen.

Zum Thema Nachhaltigkeit hat Volkswagen in der Tat klare Bekenntnisse abgelegt und
gute Projekte entwickelt und realisiert. Nur zum Thema Waggum war bisher nichts zu hören.


Wolfsburger Nachrichten: 25. Juni 2010, VW: Das Werk, Seite 17© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010


Der Eremitenkäfer (Osmoderma Eremita)

Europaabgeordneter Albrecht: Flughafenausbau sofort stoppen!

Anlässlich der Fortsetzung des Ausbaus des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg
trotz des Fundes von bedrohten Eremiten-Larven erklärt Jan Philipp Albrecht,
Grüner Europaabgeordneter für die Region Braunschweig:

"Es ist vollkommen inakzeptabel, dass der Ausbau des Flughafens
Braunschweig-Wolfsburg und damit die Rodung des Querumer Forstes fortgesetzt
wird, obwohl auf dem betroffenen Gelände Larven von Eremiten entdeckt wurden,
die durch die EU als prioritäre Art eingestuft sind.

Ich fordere daher die Stadt Braunschweig, die Stadt Wolfsburg und die
Volkswagen AG als Gesellschafter des Flughafens auf, den Bauvorgang
unverzüglich zu stoppen und den europäischen Schutzbestimmungen folge
zu leisten. Die Flughafengesellschafter sind in der Verantwortung gemeinsam
mit der EU-Kommission und der Bürgerinitiative einen Plan für das weitere
Vorgehen zu erarbeiten ohne den Lebensraum der Eremiten zu gefährden."




Ein Kommentar der Braunschweiger Zeitung
vom 22.6. :
 
Die streng geschützten Eremiten aus dem Querumer Forst haben Karriere gemacht
. Die Maden mit dem Markenzeichen querstehende Afterspalte haben es bis ins
Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" geschafft. Ein steiler Weg vom Baumstumpf
über die zu verlängernde Startbahn des Flughafens bis in den bundesdeutschen Blätterwald.

Der Autor besuchte Gutachter Reiner Theunert, recherchierte im Wald,
in Braunschweig und schreibt: "Dabei war an dem Fund einiges merkwürdig.
Warum wollte der ,Spaziergänger anonym bleiben? Und wie war der ominöse
Spaziergänger vorgegangen - man musste genau wissen, wo man suchte,
dann musste man verdammt tief, bis zur Schulter, mit dem Arm im verfaulten
Inneren eines Wurzelstumpfs herumtasten - wer machte so was? Und warum
gab es keine Kotspuren dort, wo die Larven gelebt hatten? Niemand sprach es
offen aus, aber der Verdacht kursierte, die zwei Larven könnten, nun ja,
hingelegt worden sein. Plötzlich war Theunert zu einer Art Öko-Detektiv
geworden."
Der Spiegel-Autor beschreibt das Dilemma, in dem sich Theunert befand.
Der Experte konnte den Fall nicht einwandfrei lösen.

Mehr zum Thema gibt es im Internet. "Herzlich Willkommen bei
feldhamsterverleih.de, Ihrem kompetenten Serviceanbieter in Sachen
Blockade durch Naturschutz. Erfahren Sie mehr über unsere günstigen
Angebote und wie diese Ihnen dabei helfen können, unerwünschte Bauprojekte
zu blockieren ..."

Das Zitat ist natürlich nur Satire. Bis dahin ist aber alles das wirkliche Leben.

E-Mail: ralph-herbert.meyer@bzv.de

Braunschweiger Zeitung: 22. Juni 2010, Braunschweig Lokal, Seite 15© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010 

Bildquelle: Wikipedia
Mein Kommentar:

Wurden die Flughafenausbaugegner bisher "nur" 
kriminalisiert, werden sie jetzt von der BZ auch
noch lächerlich gemacht. Ralph-Herbert
Meyer versucht nach wie vor das Gerücht zu
streuen, die Eremitenlarven wurden von Flug-
hafengegnern dort hingebracht, und das obwohl 
der Gutachter keinerlei Manipulation des Fundortes
feststellen konnte.



NDR 19.30
vom 21.6.
über den Fund der Eremitenlarve

 
< Emotion on the people von denNightbirds

< Vielen Dank, Suse.
   Selbst gedreht, selbst
   gesungen. Das passt  
   alles unglaublich gut
   zusammen.


Anzeige gegen Stadtbaurat Zwafelink wg. direkter Veranlassung und Erlaubnis rechtswidriger Eingriffe in einen Eremitenwald 

Sehr geehrte Damen und Herren

ein Kripo-Beamter  informierte mich und andere Mitglieder der BI Waggum auf dem Waldspaziergang vom 14.6.2010,
dass der geschützte Eremiten-Waldboden nunmehr vorsichtig abgetragen und an den Waldwegen gelagert werde
und die Baumstümpfe in der Sperrzone im Ganzen entnommen
und nicht gerüttelt werden dürften. Rodung im Sperrgebiet ist demnach nicht statthaft.

So geschah es denn auch bis gestern.
Heute war dagegen innerhalb der nördlichen Sperrzone ein Bagger bei der direkten Rodung zu sehen, anstatt mit
Baggerschaufel  war dieser mit einer Rodungsforke dabei, die Baumstümpfe herauszuroden und die Erde herauszurütteln.
Das ist ein Verstoß gegen die bisherigen Auflagen des Umgangs mit der Natur im Sperrgebiet und wird hiermit angezeigt.

Herr Stadtbaurat Zwafelink hat gestern in der Ratssitzung öffentlich erklärt, daß er die Erlaubnis zu dem - im übrigen
nicht mit der EU-Kommission abgestimmten - Verfahren im Querumer Eremitenwald gegeben habe.
Deshalb nun die aktuelle Strafanzeige gegen ihn.

Mit freundlichen Grüßen
Peter Rosenbaum

Mittwoch 30.6.

175. Waldspaziergang


Zunächst konnten wir die abschließende
Zerschredderung des Eremitenwaldes
beobachten, dann ging es nicht weiter.
Ein neuer Bauzaun ist errichtet worden
und wir mussten an diesem Zaun entlang
zur Grasseler Str. zurückkehren.
Übrigens ein Bauschild, an dem man
erkennen könnte, wer hier überhaupt
baut, fehlt immer noch. Eine Anzeige
wird folgen.

Dienstag 29.6.

174. Waldspaziergang

Die Baustellenzufahrt
vom Flughafen zur Bau-
stelle reicht jetzt bis
zur Grasseler Straße.
In einer Stunde sollen
hier 70 LKW die Straße
queren. Eine Ampelan-
lage ist bisher nicht
beantragt. Dies zeigt
wieder einmal wie
dilettantisch die
Bauplanung hier wieder
durchgeführt wurde.
Denn jeder fragt sich,
wie kann das funktionieren,
denn die Grasseler Straße
ist ohnehin schon eine
Umgehungsstraße und
bis zum Limit mit Verkehr
belastet.

Montag, 28.6.

173. Waldspaziergang


Die bauvorbereitenden
Maßnahmen für die
Erneuerung der alten
Start- und Landebahn
laufen mit Hochdruck.


Die neue Zufahrt vom
Flughafen zur Baustelle.


Sonntag 27.6.

172. Waldspaziergang


Im sommerlichen
Restwald.


Samstag 26.6.

171. Waldspaziergang


Hier hat jemand die
Baustelle übersehen und
den Eingang mit seinem
Wagen niedergewalzt,
das benachbarte
Toilettenhäuschen
wurde leicht beschädigt.

Ostermontag mit Gritsanda          
29.1. 15:30 Uhr der Harvester ist gestoppt



<Videofilm  von  "Querdenker" 26.1.2010



<   Film vom 15:00-Uhr-Treff am Sonntag 21.2.

<   Musik: Edo Zanki Come on (Mit freundlicher Genehmigung von Edo Zanki) 
        


Quelle:
Braunschweiger
Zeitung




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