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Braunschweiger Zeitung vom 17.6.:


Drei Varianten vorgestellt

Einwohnerversammlung zur künftigen Verkehrslösung am Flughafen -
Gutachten wurden präsentiert


Von Ralph-Herbert Meyer

und Marc Rotermund

Lange Zeit galt die Ostumfahrung als die Verkehrslösung für die Zeit nach der
Verlängerung der Start- und Landebahn des Flughafens in Waggum. Doch das
Oberverwaltungsgericht hat dem Bauherren, der Flughafen-Gesellschaft
Braunschweig-Wolfsburg, einen Strich durch die Planungen gemacht und eine
schwierige neue Aufgabe gestellt. Gibt es möglicherweise eine bessere
Alternative? Das fragen die Richter. Am Ausbau des Flughafens hatten sie
grundsätzlich keine Einwände.

Seit dem Spruch wird in Bienrode, Waggum und Bevenrode emotional diskutiert,
was passieren wird, wenn die Grasseler Straße zwangsläufig gekappt wird.
Gestern Abend wurden drei Möglichkeiten präsentiert, die Gutachter in ihren
Auswirkungen genau untersucht hatten. Die Informations-Veranstaltung
wurde moderiert von Oberbürgermeister Gert Hoffmann.

Der Andrang war wie erwartet groß. Es wurden Flugblätter verteilt. Polizei war
vor Ort. Bereits Minuten vor Beginn der Veranstaltung mussten die Türen der
Aula in der Waggumer Grundschule geschlossen werden. Viele mussten draußen
bleiben. Einige harrten dort bis zum Ende aus.

Zu Beginn der Versammlung bezichtigten Zwischenrufer Oberbürgermeister
Hoffmann der Lüge. Und einer ließ sich zu einer Geschmacklosigkeite hinreißen
und rief: "Das kennen wir vom Führer."

Hoffmann erwiderte: "Die Versammlung ist jetzt schon richtig, weil die Bürger
sehen, wie wer mit wem umgeht." Der Oberbürgermeister drohte sogar unter
bestimmten Umständen mit Abbruch der Versammlung. Danach wurde es
sachlicher, weil auch aus der Versammlung heraus Ruhe angemahnt wurde.
Der überwiegende Teil der etwa 350 Interessierten war zwar emotional
aufgewühlt, verhielt sich aber vorbildlich.

Neben der Ostumfahrung, die der Rat der Stadt mit großer Mehrheit befürwortet,
wurden die Westumfahrung mit Ortsdurchfahrt Waggum und Westumfahrung
mit südlicher Umfahrung Waggums als Alternativen vorgestellt.

Welche der drei Möglichkeiten letztlich umgesetzt wird, ist Sache der
Landesverkehrsbehörde. Manfred Michael vom Büro der WVI Prof. Dr. Wermuth
Verkehrsforschung und Infrastrukturplanung GmbH sowie Stephan Elias vom
Ingenieurbüro Kuhn und Partner für Hoch-, Tief- und Ingenieurbau erläuterten die
Gutachten.

Fragen der Einwohner aus Bienrode, Waggum und Bevenrode beantworteten auch
Erster Stadtrat Carsten Lehmann und Heinz-Georg Leuer, Fachbereichsleiter
Verkehr sowie Gutachter und Experten.

Keinen freien Platz gab es während der Einwohnerversammlung in der Waggumer
Grundschule.

Braunschweiger Zeitung: 17. Juni 2010, Braunschweig Lokal, Seite 18

© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010



Die Gifhorner Rundschau am 17.6.:

Braunschweig schließt Meiner von Verkehrsdebatte aus

Bürgermeisterin empört über Reglement zur Einwohnerversammlung
zu Folgen der Flughafenerweiterung


Von Christian Franz

MEINE. "Dazu fällt mir nichts mehr ein!" Meines Bürgermeisterin Ines Kielhorn ist
empört über das Vorgehen der Stadt Braunschweig in der Verkehrsdebatte,
ausgelöst durch die Erweiterung des Flughafens Waggum.

Zu einer Einwohnerversammlung des Braunschweiger Stadtbezirks
Bienrode, Waggum und Bevenrode gestern Abend waren Meiner
ausdrücklich ausgeschlossen. "Teilnahme- und Rederecht haben
nur die Bewohner der genannten Ortsteile", heißt es in einer
Pressemitteilung der Stadt.

Dabei sind es Meiner Bürger, die unter der gekappten Grasseler Straße leiden.
Grasseler kommen nicht mehr nach Braunschweig. Bechtsbüttelern wird der
Verkehr durch die Ortsmitte geführt. "Wir sind nicht gegen die Erweiterung
des Flughafens, aber wir haben ein Problem mit der Straßensperrung", betonte
Kielhorn. Ergebnisse einer Verkehrsuntersuchung und Prognosen zu Auswirkungen
möglicher Routenführungen hätten auch die Meiner interessiert.

Die wiederum hatten bei ihren Bürgerversammlungen in Bechtsbüttel und Grassel
selbstverständlich zahlreiche Braunschweiger Gäste. "Es ist ein Unding, dass wir
nicht die Möglichkeit bekommen, zuzuhören und was zu sagen", rügte Kielhorn
die Nachbarkommune in der öffentlichen Meiner Ratssitzung.

Den Braunschweigern rief sie zu: "Wir sperren auch nicht die Landesstraße in
Bechtsbüttel, weil uns da zuviel Verkehr ist!"

Braunschweigs Stadtsprecher Jürgen Sperber teilte auf Anfrage mit,
Einwohnerversammlungen gemäß niedersächsischer Gemeindeordnung
richteten sich nur an direkt betroffene Einwohner einer Gemeinde.
Sein Tipp: "Die Gemeinden im Landkreis Gifhorn könnten eigene
Versammlungen durchführen und dazu auch die Gutachter und die
Flughafengesellschaft einladen."

Braunschweiger Zeitung, Gifhorn: 17. Juni 2010, Gifhorn Lokales, Seite G03© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010
Die Braunschweiger Zeitung von Samstag 29.5.:

Stadt überprüft Herkunft der seltenen Larve am Flughafen

Erste Anzeigen gegen Unbefugte auf der Rodungsfläche im Querumer Forst
Von Ralph-Herbert Meyer,

Jörg Fiene und Marc Rotermund

Im Rodungsgebiet für die Startbahnverlängerung des Flughafens wurde eine zweite Larve des
geschützten Eremiten-Käfers gefunden. Die Stadt hat daraufhin ein erneutes Gutachten zu der
Entdeckung in Auftrag gegeben.

Im ersten Gutachten des von der Flughafen GmbH verpflichteten Experten hieß es zum Erscheinen
des geschützten Eremiten im Querumer Forst: Fundort und Fundstelle sind "außergewöhnlich".
Denn bislang sind Eremiten-Vorkommen in Braunschweig lediglich in Riddagshausen nachgewiesen.

In anderen Gegenden und Bundesländern gebe es aber bekannte größere Vorkommen dieser Art,
erklärt Professor Ulrich Joger, Leiter des Naturhistorischen Museums.

Warum der Fund im Querumer Forst als "außergewöhnlich" bezeichnet wird, erklärt Stadtbaurat
Wolfgang Zwafelink auf Anfrage unserer Zeitung: "Bei den umfangreichen Untersuchungen des
von der Flughafengesellschaft beauftragten Fachbüros war kein Eremit gefunden worden.
Bevor weitere Aussagen über Herkunft und Bedeutung des Fundes gemacht werden können,
muss das Vorkommen des Eremiten zunächst einmal von einem Insektenkundler weiter
geklärt und qualitativ bewertet werden."

Warum muss es jetzt ein zweites Gutachten geben? Zweifelt die Stadt daran, dass die Larven auf
natürlichem Weg in den Querumer Forst gelangt sind? Stimmt es, dass in dem Baumstumpf kein
Larvenkot gefunden wurde? Ist denkbar, dass die Larven bewusst von Menschenhand abgelegt wurden?

Diese Fragen haben wir der Stadt gestellt. Und hier die Antwort, die uns nach mehreren Stunden
Wartezeit schriftlich erreichte: "All diese Fragen sollen gutachterlich geklärt werden. Vermutungen
stellt die Verwaltung nicht an."

Die Flughafen GmbH teilte gestern mit: "Angesichts der fortwährenden Zerstörungen des Bauzauns
und von Schlössern im Bereich der Rodungsfläche erstattet die Flughafengesellschaft
 Braunschweig/Wolfsburg gegen jede auf dem Gelände angetroffene Person Anzeige wegen
Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung. So auch in einem Fall, bei dem der Polizei ein USB-Stick,
der auf dem Gelände gefunden wurde, zur Identifizierung der eingedrungenen Person übergeben
wurde." Auf Nachfrage wurde erklärt, dass der USB-Stick in dem Bereich des Larvenfunds entdeckt wurde.

Wolfgang Büchs, Privatdozent für Tierökologie und eigenen Angaben zufolge in einer Bürgerinitiative
gegen den Flughafenausbau engagiert, hält es für "sehr unwahrscheinlich", dass jemand Larven des
geschützten Eremiten-Käfers in dem gesperrten Gelände abgelegt hat. "Es handelt sich um eine
geschützte Art, die man nicht einfach kaufen kann. Jemand, der sie hält, braucht eine spezielle
Genehmigung", erläutert Büchs.

Er kann nicht nachvollziehen, dass die Flughafengesellschaft Fundort und Fundstelle der
Eremiten-Larve als "außergewöhnlich" bezeichnet. "Bereits in der Umweltverträglichkeitsstudie
von 2004 ist das Areal, in dem jetzt die Larve gefunden worden ist, als das wahrscheinlichste
für ihr Vorkommen bezeichnet worden", sagt Büchs und betont: "Man hat vorher nur oberflächlich gesucht."

Gäbe es ein Motiv für das mutwillige Ablegen von Larven in dem Gebiet? Büchs vermutet, dass
durch die Larvenfunde ein Baustopp nicht zwingend verhängt werden kann, schließlich sei das
Planfeststellungsverfahren unverrückbar. Genauer müssten das aber Juristen beurteilen.


Braunschweiger Zeitung: 29. Mai 2010

Braunschweiger Zeitung vom Samstag 22.Mai:

Käfer-Larve gefunden

WAGGUM. Eine Larve des geschützten Eremiten-Käfers (Osmoderma eremita)
wurde von Fachleuten identifiziert, teilt die Flughafen GmbH mit. Die Larve war
auf dem Erweiterungsgelände in der Höhle eines Baumstumpfes entdeckt worden.
Die Art ist selten. In Braunschweig ist bislang nur ein Vorkommen in Riddagshausen
bekannt. Fundort und Fundstelle werden als "außergewöhnlich" bezeichnet, teilt
 die Flughafen GmbH mit. Die Arbeiten werden fortgesetzt.

Braunschweiger Zeitung: 22. Mai 2010, Braunschweig Lokal, Seite 19

© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010


Braunschweiger Zeitung vom 11.5.: 


Formulierungsfehler sorgt am Flughafen für Ärger

Gesellschaft sicherte sich bei Landesbehörde ab: Wurzelrodungen sind während Vegetationsphase zulässig

Von Ralph-Herbert Meyer

WAGGUM. Die Flughafengesellschaft wehrt sich gegen den Vorwurf, die gegenwärtig laufende Wurzelrodung östlich der Grasseler Straße im Zuge der Startbahnverlängerung sei rechtswidrig.

In einer Stellungnahme der Gesellschaft heißt es auf unsere Anfrage hin wörtlich: "Mit den im Planfeststellungsbeschluss erwähnten Rodungen von Gehölzen ist das Fällen der Bäume gemeint, nicht die Stukenrodung, die jetzt begonnen hat. Das hat die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in einem Schreiben auf Anfrage der Flughafengesellschaft bestätigt. In dem Brief, heißt es unter anderem, dass der Begriff Rodungen in der Auflage 2.5.2. des Planfeststellungsbeschlusses zur Verlängerung der Start- und Landebahn lediglich als das Fällen der vorhandenen Bäume, nicht aber auch als das Entfernen der Wurzelstrünke zu verstehen ist."

Ausbaugegnerin Uta Ernst von der Bürgerinitiative Hondelage hatte in einem Brief von Missachtung des Urteils gesprochen. Sie schrieb: "Im Planfeststellungsbeschluss zur Startbahnverlängerung heißt es eindeutig: Dem Maßnahmenträger wird ? aufgegeben, baubedingte Rodungen von Gehölzen nur außerhalb der Vegetationsperiode in der Zeit vom 1. Oktober bis Ende Februar durchzuführen."

Die Stadt als Hauptgesellschafterin der Flughafengesellschaft erteile sich selber für alle Auflagen die Ausnahmegenehmigungen, so Ernst.

Braunschweiger Zeitung: 11. Mai 2010, Braunschweig Lokal, Seite 22


Mein Kommentar:
Hier wird offenbar nicht nur das Recht gebeugt, sondern auch die deutsche Sprache:
Eine Rodung ist gar keine Rodung, sondern eine Fällung. Gleiches geschah in der
Ratssitzung am 11. Mai, in der erster Stadtrat Lehmann wörtlich sagte, dass es im Querumer Forst gar keine
Baustelle gäbe (obwohl ringsherum Schilder aufgestellt wurden "Betreten der Baustelle verboten")



Offenbar keine
EU-Fördermittel
für Flughafen


Von Ralph-Herbert Meyer

Der Grünen-Ratsfraktion liegt ein Antwortschreiben der EU-Kommission an eine Bürgerinitiative vor, in dem Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für die Verlängerung der Flughafen-Startbahn ausgeschlossen werden. Das teilte die Fraktion gestern Abend mit.

Bislang war in der Finanzierung von einem EU-Zuschuss in Höhe von rund 11Millionen Euro ausgegangen worden. In einem Schreiben fragen die Grünen nun Oberbürgermeister Gert Hoffmann zu dem Sachverhalt. Hoffmann befindet sich gegenwärtig allerdings in Urlaub.

In dem Schreiben der EU-Kommission heißt es, dass die Realisierung des Projekts "Forschungsflughafen Braunschweig" ausschließlich mit nationalen Mitteln realisiert werden müsse. Der Ausbau wird nach bisherigen Angaben rund 35Millionen Euro kosten.

In der Anfrage hatte die Bürgerinitiative, so geht aus dem EU-Antwortschreiben hervor, offenbar den Verdacht geäußert, dass EU-Fördergelder missbräuchlich verwendet werden, weil der Flughafen vorwiegend kommerziell genutzt werde.

"Am Fördervolumen hat sich nichts geändert. Die Finanzierung steht. Die Mittel kommen aus anderen Töpfen", versicherte Erster Stadtrat Carsten Lehmann am späten gestrigen Abend auf Anfrage unserer Zeitung in einer ersten Stellungnahme.

Braunschweiger Zeitung: 1. April 2010, Braunschweig Lokal, Seite 19© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010


27.3.

Die Braunschweiger Zeitung, Ausgabe Gifhorn vom 27.März schreibt:

"Das Ganze ist ein böser Trick"

Bürgermeisterin fürchtet vollendete Tatsachen durch gesperrte Grasseler Straße -
Bechtsbütteler fordern Tunnel

Von Stefan Lohmann

BECHTSBÜTTEL. "Wir haben nichts gegen den Ausbau des Waggumer Flughafens."
Das stellten Vertreter von Gemeinde Meine und Kreis Gifhorn in der Informationsveranstaltung
 zur geplanten Verkehrsführung um die verlängerte Start- und Landebahn klar.

Etwa 100 Bürger waren Donnerstagabend in das Dorfgemeinschaftshaus gekommen,
um den neuesten Stand der Planungen zu erfahren. Unter ihnen waren viele Anwohner
aus dem angrenzenden nördlichen Braunschweiger Stadtgebiet. Sie alle wollten vor allem
ihrem Unmut über die geplante Sperrung der Landesstraße 293 zwischen Waggum und
Querumer Holz Luft machen. Der Ausbau der Landebahn kappt hier die Grasseler Straße.

Viele der Braunschweiger Diskussionsteilnehmer wollten wissen, warum eine Sperrung in
den nächsten Monaten anstehe, "wenn doch noch keine Alternative ausgearbeitet" sei.

Dass es keine abschließende Planung gebe, bestätigte Holger Schulz, stellvertretender
Bau-Fachbereichsleiter des Landkreises Gifhorn. "Die Stadt Braunschweig weiß nicht,
was sie will", sagte Schulz und wies darauf hin, dass der Kreis keine Entscheidungsgewalt
besitzt. Doch lasse man sich nicht den schwarzen Peter zuschieben, trat Schulz dem Vorwurf
der Untätigkeit entgegen. Vielmehr wollte er die Sorgen der Anwohner aufnehmen und
Landrätin Marion Lau vortragen, die dann "auf politischer Ebene Gespräche führt".

Einhellige Forderung aus der Versammlung war der Bau eines Tunnels als umweltverträglichste
und bürgerfreundlichste Lösung, was ein befürchtetes erhöhtes Verkehrsaufkommen besonders
in Bechtsbüttel angeht. "Das Ganze ist ein böser Trick?, brachte Meines Bürgermeisterin
Ines Kielhorn aus ihrer Sicht das Vorgehen der Stadt auf den Punkt. Mit der Sperrung schaffe
man Tatsachen, die schwer wieder rückgängig zu machen seien. Als Gemeinde werde man für
die Bürger kämpfen, so Kielhorn. Dazu könne sich jeder in eine Unterschriftenliste eintragen,
die dann an den Landkreis übergeben werde.

Teilnehmer der Bechtsbütteler Informationsveranstaltung initiierten eine Unterschriftensammlung
zur Forderung nach einem Tunnel für die Landesstraße 293.


Braunschweiger Zeitung, Gifhorn: 27. Maerz 2010, Gifhorn Lokales,
Seite G05© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010  

19.3.

Die Gifhorner Rundschau/Braunschweiger Zeitung vom 19.3. schrieb:
Kreis sieht nicht mehr Verkehr in Bechtsbüttel 

Bau-Fachbereich hält Auswirkungen einer gekappten Landesstraße 293 für längere Startbahn für gering

BECHTSBÜTTEL. Der Durchgangsverkehr in Bechtsbüttel wird sich nicht nennenswert erhöhen, wenn die Landesstraße293 zwischen Querumer Holz und Bevenroder Straße für die verlängerte Landebahn des Flughafens Waggum gekappt wird. Davon ist der Landkreis Gifhorn überzeugt.

Dessen stellvertretender Bau-Fachbereichsleiter Holger Schulz sagte mit Blick auf die Bechtsbütteler Informationsveranstaltung am Donnerstag, 25. März, von 19Uhr an im Dorfgemeinschaftshaus, "der Verkehr hat sich bereits verlagert".

Die alte L293 werde nach übereinstimmender Auffassung von Kreis, Stadt Braunschweig und Landesverkehrsbehörde nahezu ausschließlich von Grasselern auf dem Weg in die Braunschweiger Nordstadt genutzt. "Alle anderen fahren über die Autobahn 391." Und genau mit Öffnung der Anschlussstelle Wenden-Bechtsbüttel dieser Autobahn habe sich der Verkehr auf die jetzige Kreisstraßen 60 und 62 verlagert, die voraussichtlich zur neuen Landesstraße 293 aufgestuft werden sollen.

Zur Frage, ob mit der Neuklassifizierung ein Ausbau der bisherigen Kreisstraßen verbunden sei, sagte Schulz: "Die Straße bleibt wie sie ist. Wir haben sie in einem ordnungsgemäßen Zustand unterhalten." Dazu habe der Kreis durchgängig Radwege bauen lassen, der letzte Lückenschluss erfolge gerade, so Schulz. "Das Land wäre nie auf die Idee gekommen, da Radwege zu bauen."

Zu welcher Verkehrsführung es letztendlich kommt, dazu sei zurzeit noch keine Aussage zu machen, sagte Schulz. "Die Stadt Braunschweig überlegt sich noch Varianten. Die Pläne stehen noch nicht fest." Der Planfeststellungsbeschluss sehe "grundsätzlich" eine Ostumfahrung der verlängerten Startbahn vor.    cf

Gifhorner Rundschau, Wolfsburg: 19. Maerz 2010, Gifhorn Lokales, Seite G03© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2010



Die Gifhorner Rundschau/Braunschweiger Zeitung schrieb am 17.3.:

Quer durch Bechtsbüttel? Ost-Umfahrung wegen Waggumer Landebahn strittig

BECHTSBÜTTEL. 

Braunschweig plant, Bechtsbüttel bebt.
Das Dorf fürchtet eine unzumutbare Belastung durch die künftige Verkehrsführung im Zusammenhang mit dem Ausbau des Flughafens Waggum samt längerer Startbahn.

Im südlichsten Meiner Ortsteil gärt es deswegen, die Bürger wollen Klarheit. Meines zweiter stellvertretender Bürgermeister Werner Auerbach lädt deswegen für Donnerstag, 25. März, von 19 Uhr zu einer Informationsveranstaltung ins Dorfgemeinschaftshaus Bechtsbüttel ein.

Es geht um die künftige Verbindung von Grassel und Bevenrode nach Waggum und Querum, vor allem für Schüler und Berufstätige.

Eine so genannte große Ostumfahrung, die den Verkehr aus Bechtsbüttel heraushalten würde, ist Auerbach zufolge noch nicht beschlossen. Die Alternative ist, den Verkehr über die Landesstraße 293 durch Bechtsbüttel zu führen. "Da unser Ort schon jetzt durch Verkehr stark belastet ist, kann man das keinem Bürger zumuten", sagt Auerbach und hofft, dass das viele Bechtsbütteler mit ihrer Teilnahme an der Veranstaltung belegen.   cf
13.3.

Jörg Fiene, Braunschweiger Zeitung, schreibt am 13.3. einen Artikel über die vorbereitenden Baumaßnahmen für einen Supermarkt an der Bienroder Str. in der BZ. Klick hier


Er ergänzte den Artikel durch diesen Kommentar:

Ein bisschen mehr Gespür

Von Jörg Fiene

Eine Sondergenehmigung zum Fällen von Bäumen außerhalb der gesetzlichen Fristen - Schlimmeres konnte die Verwaltung den Menschen im Norden der Stadt kaum antun.

Ein böser Stockfehler in ungünstigster Situation. Die Waggumer Volksseele vibriert wegen des abgeholzten Waldes für die Landebahnverlängerung, da rückt mit behördlicher Erlaubnis schon am anderen Ende des Dorfes der Roder zum Kahlschlag für einen Supermarktbau an - obwohl nach Gesetzeslage kein Baum mehr fallen dürfte.

Eine weithin bekannte Regel. Kaum zu glauben, dass ausgerechnet ein erfahrener, von Fachleuten umgebener Investor an diesem Punkt irrt. Unfassbar, dass der Stadtbaurat aber genau diese Version als Erklärung anbietet.

Welche Strategie steckt dahinter? Entspannung der verfahrenen Lage im Norden kann es kaum sein.


Alte Bäume weg, neuer Ärger da
Stadt erteilte Sondererlaubnis für verspätete Rodungen auf künftigem Supermarkt-Gelände in Waggum

Von Jörg Fiene

 Neue Verwerfungen um gefallene Bäume am Rande von Waggum. Investor Jochen Staake hat auf dem Gelände an der Bienroder Straße für seinen geplanten Supermarktbau roden lassen. Nach Beginn der Schonzeit, mit städtischer Sondererlaubnis.

Der Kahlschlag außerhalb des zulässigen Zeitraumes und die Sorge um eine mögliche Fledermauspopulation in einem Schuppen auf dem Grundstück treiben nun die Waggumer um. Der geplante Einkaufsmarkt auf dem Gelände der Flughafengesellschaft ist ohnehin umstritten im Dorf und hat bereits Anwohnerprotest erzeugt (wir berichteten).

Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink räumt ein, dass die Laub- und Nadelbäume tatsächlich nicht nach dem 1.März hätten gerodet werden dürfen. So regelt es das Bundesnaturschutzgesetz. Die Untere Naturschutzbehörde der Stadt habe jedoch eine Sondergenehmigung erteilt, weil "der Bauherr irrtümlich davon ausgegangen war, die Arbeiten seien bis Ende März unproblematisch möglich", so Zwafelink.

Ein vermeintlicher Irrtum, auf den Staake nicht näher eingeht. Er sagt: "Da ist alles nach den Buchstaben des Gesetzes gelaufen. Die Termine sind mit dem Rathaus abgestimmt gewesen." Wie Zwafelink sagt auch Staake: Eine Störung von Brutvögeln habe es wegen der anhaltend kalten Witterung nicht gegeben.

Dieser Erklärung widerspricht Tierärztin Birgit Raake aus Waggum. Vögel, so sagt sie, würden sich nicht an den Temperaturen, sondern an der Dauer des Tageslichtes orientieren. Die Veterinärmedizinerin hat auch die Stadt schriftlich aufgefordert, das Projekt zu stoppen. Nach Beobachtungen von Anliegern sei von einem Fledermausquartier in dem früheren Transformatorenhäuschen auszugehen. Es müsse sichergestellt werden, dass die Tiere nicht aus ihrer Winterruhe gerissen würden. Der beabsichtigte Abriss würden den Fledermäusen zudem ihren Lebensraum nehmen.

Zwafelink erklärt, die Gutachter des Bauherren gingen nicht von einem Winterquartier in dem Gebäude aus, da die Dachböden nicht frostfrei seien. Der Bauträger werde aber zu einer gutachterlichen Begehung des Schuppens vor dessen Beseitigung verpflichtet, um eine Störung von Fledermausquartieren auszuschließen.

Wie Staake sagt, werde das Gebäude kurz vor dem geplanten Baubeginn im Juli beseitigt. Markteröffnung soll bis Jahresende sein.


Propst Hofer gibt Startbahn-Gegnerin kein Rederecht


Interner Pfarrkonvent wurde unterbrochen



Von Ralph-Herbert Meyer

Spontan wollte Bibs-Ratsfrau und Anti-Startbahn-Aktivistin Heiderose Wanzelius vor dem evangelischen Pfarrkonvent zur Flughafenerweiterung reden. Propst Thomas Hofer ließ das aber nicht zu, unterbrach stattdessen die interne Dienstbesprechung.

Schon vor dem Beginn der Sitzung waren den Geistlichen ein Mann und eine Frau aufgefallen. Als sie angesprochen wurden, erklärten sie, dass sie gekommen seien, weil Heiderose Wanzelius zur geplanten Flughafenerweiterung sprechen werde. Kurz nach Beginn der Konferenz sei die Kommunalpolitikerin tatsächlich in die Sitzung geplatzt und habe ihre Sicht der Dinge den Pfarrerinnen und Pfarrern der evangelisch-lutherischen Propstei Braunschweig erläutern wollen.

Doch Propst Hofer unterbrach die Arbeitskonferenz. "Ich lasse Störungen interner Dienstbesprechungen nicht zu. Weder von links, noch von rechts oder von oben oder von unten", begründete Propst Hofer gestern auf Anfrage. Während der Unterbrechung habe es bei einer Tasse Kaffee einen Austausch mit Heiderose Wanzelius gegeben.

Der Januar-Konvent in der Dankeskirche habe das Thema Flughafen-Ausbau dann außerplanmäßig und eben aus gegebenen Anlass unter dem Punkt Verschiedenes behandelt.

Die evangelisch-lutherische Propstei Braunschweig habe sich dabei nicht auf eine einheitliche Position zur Verlängerung der Startbahn des Forschungsflughafens einigen können, teilte Propst Hofer mit. "Die Debatte war sehr bunt und protestantisch", meinte er.

Die Gemeinde Waggum, die sich gegen die Erweiterung des Flughafens nach Osten stemmt und die aus Protest täglich die Kirchenglocken läuten lässt, gehört nicht zur Propstei Braunschweig, sondern wie zum Beispiel auch Volkmarode zur Propstei Königslutter. Zur Propstei Baunschweig zählen 32 Kirchengemeinden des Stadtgebiets.


Startbahn soll kürzer ausgebaut werden

Webers Vorstoß stößt auf Unverständnis - DLR: 2300 Meter sind für die Forschung Minimalanforderung



Von Ralph-Herbert Meyer

Landesbischof Friedrich Weber setzt sich für den vorläufigen Stopp der Verlängerung der Startbahn des Forschungsflughafens ein. Er protegiert einen Kompromissvorschlag aus dem Kreis der Ausbaugegner, nicht auf 2300 Meter, sondern nur auf 2100 Meter auszubauen, um Wald zu erhalten.

Der Zeitpunkt des Vorstoßes, nach der rechtsstaatlich einwandfreien Entscheidung und bereits beendeter Fällarbeiten im Querumer Forsts, überrascht viele.

"Verlängerung wird

ohne Zögern umgesetzt"

Etwa Oberbürgermeister Gert Hoffmann. Er sagt: "Demokratie lebt von streitigen Debatten, aber braucht auch den Respekt für von gewählten Mehrheiten getroffene Entscheidungen." Die Verlängerung der Startbahn werde ohne Zögern und ohne Abstriche umgesetzt. Sie sichere die Zukunftsfähigkeit des Forschungsplatzes Braunschweig.

Weber dagegen schrieb der Flughafen GmbH und der Volkswagen AG. Im Brief an den VW-Vorstand, fragt er etwa, ob es stimme, dass der Ausbau auf 2300 Meter von VW nicht mehr erforderlich sei. Als Ziel nennt Weber ein eventuelles Moratorium. VW wollte keine Stellungnahme abgeben.

Der Flughafen GmbH will Weber einen Kompromissvorschlag schmackhaft machen, der sich, so wörtlich, "auf einer der Ihnen sicher bekannten Internetseiten findet". Weber verweist darauf, dass ein Professor Gert Bikker davon ausgeht, das VW und Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt bei 97 Prozent Abfluggewicht auch mit 200 Meter weniger Startbahn auskämen.

Boris Gelfert, Geschäftsführer der Flughafen GmbH, sagt zu dem von Weber transportierten Vorschlag: "Eine weitere Verkürzung würde dem Anforderungsprofil an den Forschungsflughafen nicht mehr entsprechen. Auch aus Sicherheitsgründen wäre das unverantwortlich."

Nötig wäre für die Umsetzung des neuen Kompromissvorschlags ein neues Planfeststellungsverfahren. Das würde den Ausbau wahrscheinlich um Jahre verzögern. Ausbaugegner hatten den Stopp immer wieder gefordert. Die evangelische Landeskirche selbst war phasenweise Zielscheibe der Kritik.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt erklärt auf Anfrage erneut, die volle Landebahn zu benötigen. DLR-Sprecher Andreas Schütz sagt: "Wie das DLR bereits vor Gericht ausführlich dargelegt hat, ist eine Landebahnlänge von 2300 Metern erforderlich, um den Airbus 320 Atra des DLR sinnvoll und langfristig betreiben zu können."

800 Stellungnahmen und Einwendungen einbezogen

Ohne den Atra könnten, so Schütz, zukünftige Luftfahrttechnologien, an denen die Braunschweiger DLR-Institute forschen, nicht erprobt werden. Die 2300 Meter lange Landebahn sei bereits ein Kompromiss gegenüber der zuvor geforderten Landebahnlänge von 2600 Metern. Bereits bei 2300 Metern könne das maximale Abfluggewicht schon nicht mehr geflogen werden.

Bei der Abwägung der Interessen habe die zuständige Landesbehörde rund 800 Stellungnahmen und Einwendungen einbezogen, verdeutlicht DLR-Sprecher Andreas Schütz den im Vorfeld detaillierten Abwägungsprozess.


Landeskirche: Waggumer Geläut ist rechtens

Oberlandeskirchenrätin Müller stützt Pfarrer Dedekind in seinem Engagement gegen den Flughafen-Ausbau



Von Ralph-Herbert Meyer

14.45 Uhr in Waggum. Jeden Tag läuten seit geraumer Zeit und immer zu dieser Zeit die Glocken der St.Petri-Johannis-Kirche. Pfarrer Konstantin Dekekind hat aus Protest gegen die Verlängerung der Startbahn und gegen das Abholzen von Bäumen im Querumer Forst das Kirchengeläut verfügt.

Deswegen hängt in der Gemeinde Waggum der Haussegen schief. Ortsbürgermeister Götz-Rüdiger Kliesch (CDU) hat sich bei Oberbürgermeister Gert Hoffmann beschwert und die Verwaltung gebeten, die Zulässigkeit des Läutens zu prüfen. Der Brief mit der Fragestellung wurde weitergeleitet an die Landeskirche.

In Internetforen der Ausbaugegner ist aus diesem Vorgang eine formale Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Pfarrer geworden. Doch davon könne keine Rede sein, versichern alle Beteiligten.

Die niedersächsische Läuteordnung regelt, zu welchem Zweck Kirchenglocken läuten dürfen. Es darf zum Gottesdienst, zum Gebet, zur Fürbitte und bei allgemeinen Notständen zur Warnung oder um Hilfe zu rufen geläutet werden.

Der Vorwurf gegen Pfarrer Dedekind wurde in der Personalabteilung im Landeskirchenamt geprüft. Oberlandeskirchenrätin Brigitte Müller, Leiterin der Personalabteilung, ließ mitteilen: "Herrn Dedekind ist kein gravierendes Fehlverhalten vorzuwerfen." Die Glocken hätten als Aufruf zum Gebet geläutet, meint sie.

In der Mitteilung der Landeskirche heißt es weiter: Die Auseinandersetzung mit politischen Fragen gehöre zu den grundlegenden Bedingungen der Demokratie. Auch die Kirche trage eine politische Mitverantwortung für unser Gemeinwesen, insbesondere bei Fragen ethischer Natur.

Ortsbürgermeister Kliesch kritisiert in seinem Schreiben das Glockenläuten zu nicht-kirchlichen Anlässen und wertet es als Aufruf zum Protest gegen den nach langer politischer Debatte mit großer Ratsmehrheit beschlossenen und gerichtlich letztinstanzlich als rechtmäßig bestätigten Flughafenausbau.

Dedekind, so Kliesch, spalte nicht nur die Kirchengemeinde, sondern sein Verhalten werde von der Bevölkerung überwiegend als belastende und unangemessene Kritik am Vollzug einer demokratischen Entscheidung empfunden.

Pfarrer Dedekind schreibt zur Begründung des Geläuts im Gemeindebrief: "Die Verlängerung der Startbahn greift so schwerwiegend in das Öko- und Sozialsystem (etwa die Kappung der Grasseler Straße) ein, dass die bisherige Meinungsbildung unter der betroffenen Bevölkerung vollkommen unzureichend ist. Darum läuten täglich um 14.45 Uhr die Kirchenglocken." Von Gebet schreibt er übrigens nichts.

Zu den Fakten: Bereits 2002 fiel der Grundsatzbeschluss für die Verlängerung der Startbahn im Rat, 2005 begann das Planfeststellungsverfahren. Und im Wahlkampf 2006 war der Ausbau eines der Hauptthemen.

Ortsbürgermeister Götz-Rüdiger Kliesch (CDU): Das Geläut wird von der Bevölkerung überwiegend als unangemessene Kritik aufgefasst.

Pfarrer Konstantin Dedekind: Weil die Meinungsbildung unter der betroffenen Bevölkerung vollkommen unzureichend ist, läuten die Glocken.


Flughafen-Anteile kosten nur 1 Euro

Volkswagen-AG übernimmt das 16-Prozent-Beteiligungspaket Niedersachsens am Flughafen in Waggum

Von Ernst-Johann Zauner

Mit 36 Prozent ist die Volkswagen-AG zweitgrößter Anteilseigner am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg. Das Kabinett in Hannover hat - wie angekündigt - beschlossen, den Landesanteil am Flughafen in Höhe von 18  Prozent an VW zu verkaufen.

Bereits 1997 hatte VW die Hälfte vom ursprünglichen 36-Prozent Landesanteil am Flughafen übernommen. Nun geht auch das restliche Paket mit einem Nominalwert von 108200 Euro an die Wolfsburger. Dieses Paket "verkauft" das Land für einen Euro an VW. Dafür spart es nach einer Übergangszeit von zwei Jahren künftig den jährlichen Betriebskosten-Anteil in Höhe von rund 400000 Euro im Jahr. Nach den zwei Jahren wird VW diese Kosten mit übernehmen.

Ministerpräsident Christian Wulff in einer Erklärung im Anschluss an die Kabinettssitzung: "Ich freue mich darüber, dass VW nun auch den verbliebenen Anteil des Landes übernimmt, denn VW ist Hauptnutzer des Flughafens."

Das Land trenne sich von den Anteilen, da im Koalitionsvertrag vereinbart worden sei, Beteiligungen des Landes an Unternehmen auf den Prüfstand zu stellen. Dazu gehöre der Verkehrsflughafen in Braunschweig, sagt Birgit Diers, Sprecherin des Finanzministeriums in Hannover.

Die Übernahme der Landes-Anteile am Flughafen durch die Volkswagen-AG werde für das laufende Geschäft nicht viel ändern, sagt Flughafen-Geschäftsführer Boris Gelfert. Die Zusammenarbeit sei schon immer gut gewesen. Braunschweig bleibe mit seinem 42-Prozent-Paket der größter Einzel-Anteilseigner.

Die Übergabe der Anteile an Volkswagen ändere nichts an der zugesagten Beteiligung des Landes am geplanten Ausbau des Flughafens durch die Verlängerung der Start- und Landebahn, so Diers.

Hier wartet die Flughafengesellschaft auf den Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg, das über Einsprüche zu entscheiden hat. Die mündliche Verhandlung in Lüneburg ist für den 13. und 14. Mai terminiert. Sicherheitshalber, hat das Gericht den Parteien mitgeteilt, sollte der 20. Mai reserviert werden.




9.2. Braunschweiger Zeitung vom 9.2.2010


Schnellecke empört über "wilde Spekulation"

Wolfsburger Unternehmen prüft juristische Schritte gegen Internet-Beitrag von Flughafen-Ausbaugegnern



Von Ralph-Herbert Meyer

Mit Empörung reagierte Wolfsburgs Oberbürgermeister Rolf Schnellecke auf im Internet von Gegnern des Flughafenausbaus gestreuten Spekulationen, seine Spedition wolle für Volkswagen ein Luft-Drehkreuz in Waggum etablieren. Unterstellt wurden unlautere Verquickungen.

"Das sind aus der Luft gegriffene, bösartige Unterstellungen, wilde Spekulation", sagte Schnellecke gegenüber unserer Zeitung. Die Schnellecke-Unternehmensgruppe prüft rechtliche Schritte. In dem Internet-Beitrag heißt es wörtlich:



"Lange wurde ja schon gemunkelt, dass die Interessenlage von VW an einer Landebahnerweiterung auch etwas mit den VW-Cargo-Plänen zu tun habe. Das konkretisiert sich nun: Spediteur Schnellecke will demnach sein internationales Logistik-Zentrum in Braunschweig-Waggum bauen.

Das sollte aber deshalb noch nicht ruchbar werden, weil ein Ausbau für Cargo-Leistungen zugunsten von VW und vor allem für die Spedition des OB von Wolfsburg, Schnellecke, eine unzulässige Subvention eines privaten Unternehmens darstellte.

Auch das in Braunschweig-Waggum fehlende Nachtflugverbot ist in diesem Zusammenhang für ein internationales Logistik Zentrum der VW/Schnellecke-Spedition von höchster Bedeutung."



"Völliger Unsinn. So etwas war im Aufsichtsrat nie Thema. Es gibt doch gar keine Flächen, wo man so ein Logistikzentrum ansiedeln könnte", sagt Reinhard Manlik, Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen GmbH. Volkswagen betreibt sein zentrales Logistikzentrum in Kassel auf 125000 Quadratmetern.

Der Vorstandsvorsitzende der Schnellecke-Unternehmensgruppe, Nikolaus Külps, erklärte: "Die Spekulationen entbehren jeglicher Grundlage. Luft- und Seefracht betreiben wir überhaupt nicht mehr. Daran haben wir auch kein strategisches Interesse."

Die Unternehmensgruppe lässt juristisch prüfen, was sie gegen den ihrer Meinung nach unseriösen Internet-Beitrag unternehmen kann. Bemängelt wird mangelhafte journalistischen Sorgfaltspflicht. Der Beitrag steht unter . Verantwortlich für den Inhalt ist Paul Rosenbaum.

Auf Anfrage unserer Zeitung stellt die Flughafengesellschaft auch klar, dass der Flughafen grundsätzlich von 22 bis 7 Uhr geschlossen sei. Nur auf besondere Anforderung könne er gegen hohe Zusatz-Gebühren im Einzelfall geöffnet werden. Die Flughafengesellschaft habe dazu die Freigabe für Flüge in der Zeit von 0bis 5 Uhr auf einen je Woche beschränkt.

Braunschweiger Zeitung: 9. Februar 2010, Braunschweig Lokal, Seite 17


GRÜNE fordern: Verfahren gegen Baumschützer/innen einstellen!

 

Für völlig unangemessen halten die Braunschweiger GRÜNEN das am 29. Januar 2010 von der Verwaltung verkündete juristische Vorgehen gegen die Baumschützer/innen im Querumer Forst (siehe Anlage). „Was der Erste Stadtrat Lehmann da im Auftrag des Oberbürgermeisters bekanntgibt, ist ein echter Rückfall in die 70er/80er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Hier wird mit unsinnigen Vorwürfen versucht, den berechtigten Protest gegen die massive Waldzerstörung im Braunschweiger Nordosten zu kriminalisieren“, kritisiert die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Elke Flake. „Das erinnert doch sehr an die Methoden, mit denen beispielsweise die Anti-Atom-Bewegung jahrzehntelang ausgebremst werden sollte.“ Besonders fragwürdig fänden es die GRÜNEN, zwei der Protestierenden durch Namensnennung vorzuverurteilen. „Wir fordern Herrn Dr. Hoffmann und Herrn Lehmann dazu auf, die 11 unverhältnismäßigen Ordnungswidrigkeiten- sowie die beiden absolut lächerlichen Strafverfahren unverzüglich einzustellen bzw. einstellen zu lassen. Bei den friedlichen Demonstrationen gegen die Baumfällungen ist schließlich niemand zu Schaden gekommen. Der eigentliche Schaden für Braunschweig entsteht durch die Abholzung des Waldes,“ erklärt Frau Dr. Flake.

 

Mit freundlichen Grüßen übersandt durch

Barbara Schulze
(Fraktionsgeschäftsführerin)


Flughafenausbau im Vogelschutzgebiet

Der Widerstand gegen die Pistenverlängerung in Braunschweig wächst / Uweltverbände rufen zum Protest auf

Braunschweig. Die leuchtend gelben Westen sind ihr Zeichen, und dass sie damit aussehen wie Waldarbeiter, stört die Demonstranten gegen den Ausbau des Braunschweiger Flughafen überhaupt nicht. Viele von ihnen streifen sich die Kleidungsstücke über, bevor sie ausrücken, um im Querumer Forst  die großen Fällmaschinen zu blockieren oder neue Bäume zu pflanzen. Auch am Freitagnachmittag, als sich ein Fernsehmagazin zu einem Dreh angekündigt hatte, demonstrierten wieder viele Menschen in gelben Westen. Am vergangenen Sonntag folgten bei klirrender Kälte fast 200 Menschen einem Aufruf von Robin Wood zur Wiederaufforstung in den Wald.
Fast täglich gibt es in einem der umliegenden Orte Mahnwachen, "Go-Ins" bei Politikern oder andere Protestaktionen. Mehrfach schon blockierten Umweltschützer Fällarbeiten. Die Initiativen protestieren auch mit Postkarten- und Internetaktionen. Auch die Kirchenglocke im Braunschweiger Ortsteil Waggum läutet für die Demonstranten.
Im November hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass die Start- und Landebahn des Flughafens von 1700 auf 2300 Meter verlängert werden darf. Die Harvester rückten im Januar an. Bislang sind vor allem junge Bäume gefällt worden. Im größten zusammenhängenden Waldgebiet der Region sollen auf einer Fläche von 33 Hektar rund 60 000 Bäumen gefällt worden. Dabei sind Teile des Querumer Forstes als Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Die Flughafen-Gesellschaft kündigte an, im Gegenzug an anderer Stelle 160 Hektar neuen Wald aufzuforsten.
Flughafensprecher Ernst-Johann Zauner begründet den Ausbau vor allem mit wissenschaftlichen Interessen. Das am Flughafen ansässige Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt brauche die längere Landebahn für Forschungen am Airbus A 320. Ohne Pistenverlängerung würden Forschungsinstitute abwandern, ein Teil der rund 2000 Arbeitsplätze am Flughafen sei dann in Gefahr. Die Einrichtung werde vom Luftfahrtbundesamt und der Bundesstelle für für Flugunfall-Untersuchung genutzt.
Die Gegner sehen allerdings den Volkswagen-Konzern als treibende Kraft des Ausbaus. Ein großes Plakat mit der Aufschrift "Umweltzerstörer mit zwei Buchstaben" war bei der Demonstration am Sonntag zwischen zwei Bäume gespannt. VW hält nach der Übernahme des niedersächsischen Anteils knapp 36% an der Betreibergesellschaft. Weitere Eigentümer sind die Städte Braunschweig (42,6) und Wolfsburg (17,8), sowie die Kreise Gifhorn und  Helmstedt je zwei Prozent). Volkswagen wolle die längere Landebahn auch deshalb, damit seine Manager ohne Zeitverzögerung mit großen Jets zu Meetings nach Asien oder Amerika düsen können, mutmaßen die Umweltschützer. Nach ihren Angaben gehen mindestens drei Viertel der Flugbewegungen auf das Konto des Konzerns. "Es stinkt uns, wenn VW sich mit wohl inszenierten Baumpflanzaktionen und Spritspartipps in der Öffentlichkeit als grüner Konzern verkauft und gleichzeitig hier völlig unnötig den Wald platt macht", sagt Christina Albrecht von Robin Wood. Wir fordern von VW, das Projekt sofort zu stoppen.

VW-Sprecherin Ines Roessler  dementiert das Interesse des Konzerns. Das Unternehmen habe in den vergangenen nur 17% der Flugbewegungen veranlasst. Langstreckenflüge trete das Leitungspersonal ohnehin von Hannover aus an. Im Übrigen treffe der Flughafenbetreiber und nicht ein einziger Gesellschafter die strategischen Entscheidungen.                                         ...wird fortgesetzt...


Von Reimar Paul 28.01.2010 / Inland Eine Landebahn für Volkswagen?Umweltschützer wehren sich gegen den Ausbau des Braunschweiger FlughafensDie Protestbewegung gegen den Ausbau des Braunschweiger Flughafens wächst weiter. Fast täglich gibt es in einem der umliegenden Orte Mahnwachen, »Go-Ins« bei Politikern oder andere Protestaktionen. Im November hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass die Start- und Landebahn des Braunschweiger Flughafens von 1700 auf 2300 Meter verlängert werden darf. Die Ausbauarbeiten hatten im Januar begonnen. Im größten zusammenhängenden Waldgebiet der Region sollen auf einer Fläche von 33 Hektar rund 60 000 Bäume gefällt werden. Teile des Querumer Forstes sind als Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Die Flughafengesellschaft kündigte an, im Gegenzug an anderer Stelle 160 Hektar neuen Wald aufzuforsten.

Der Flughafenbetreiber begründet den Ausbau vor allem mit dem am Flughafen ansässigen Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Dieses brauche die längere Landebahn für Forschungen am Airbus A320. Ohne Pistenverlängerung würden Forschungsinstitute abwandern, ein Teil der rund 2000 Arbeitsplätze am Flughafen sei dann in Gefahr. Die Einrichtung werde auch vom Luftfahrtbundesamt und der Bundesstelle für Flugunfall-Untersuchung genutzt.

Die Gegner sehen allerdings den Volkswagen-Konzern als treibende Kraft des Ausbaus. Ein großes Plakat mit der Aufschrift »Umweltzerstörer mit zwei Buchstaben« war bei einer Demonstration am vergangen Sonntag zwischen zwei Bäume gespannt, bei klirrender Kälte waren fast 200 Menschen einem Aufruf von Robin Wood zur Wiederaufforstung im Querumer Forst gefolgt. VW hält nach der Übernahme des niedersächsischen Anteils knapp 36 Prozent an der Flughafenbetreibergesellschaft. Weitere Eigentümer sind die Städte Braunschweig (42,6) und Wolfsburg (17,8) sowie die Kreise Gifhorn und Helmstedt (je 2 Prozent).

Volkswagen wolle die längere Landebahn, damit seine Manager ohne Zeitverzögerung mit großen Jets zu Meetings nach Asien oder Amerika düsen können, glauben die Umweltschützer. Nach ihren Angaben gehen mindestens drei Viertel der Flugbewegungen auf das Konto des Konzerns.

VW-Sprecherin Ines Roessler dementiert das auf Anfrage. Das Unternehmen habe in den vergangenen Jahren nur 17 Prozent der Flugbewegungen veranlasst. Langstreckenflüge trete das Leitungspersonal ohnehin von Hannover aus an. Im Übrigen treffe der Flughafenbetreiber und nicht ein einziger Gesellschafter die strategischen Entscheidungen. Auch Flughafen-Sprecher Ernst-Johann Zauner sagt, die Landebahn werde nicht für oder wegen VW verlängert, sondern um den Flughafen als Forschungsstandort und Arbeitgeber zu erhalten. »VW ist ein guter Kunde, aber auch nicht mehr«, so Zauner.

Die Ausbaugegner werten die Aussagen als Erfolg ihrer Proteste. »VW hat Angst um sein Image und taucht merklich ab«, so Peter Rosenbaum von der Bürgerinitiative Braunschweig. Die Proteste gingen weiter und würden auch ausgeweitet, kündigte er an.

Auf höheren Beistand müssen die Umweltaktivisten aber wohl verzichten. Sie haben schon mehrfach den braunschweigischen Landesbischof Friedrich Weber aufgefordert, gegen den Ausbau aktiv zu werden. Weber ist einer der Vizepräsidenten der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, die dem Flughafen das Gelände zur Erweiterung überlassen hatte. Die Landesskirche erklärte aber, beim Ausbau handele es sich um eine demokratische Entscheidung.




Verwirrung um Volkswagen-Flüge
PISTENLÄNGE
VW habe kein Interesse am Ausbau des Flughafens Braunschweig, behaupten seine GegnerIn der Auseinandersetzung um die Erweiterung des Braunschweiger Flughafens sorgen Aussagen von Umweltschützern für Verwirrung: Demnach hat der Volkswagen-Konzern - als treibende Kraft hinter dem Ausbau - kein Interesse mehr an einer längeren Start- und Landebahn.

Die auch im Stadtrat vertretene Bürgerinitiative Braunschweig (B.I.BS) teilte am Montag mit, laut dem VW-Manager Günter Damme, im Konzern für Umweltthemen verantwortlich, benötige das Unternehmen keine Landebahnerweiterung. Deswegen, so B.I.BS-Ratsherr Peter Rosenbaum, sei "ein sofortiger Stopp weiterer Abholzerei" im Querumer Wald geboten. Seit Wochen bereits werden in dem größten Braunschweiger Waldgebiet Bäume gefällt, um Platz für die Landebahn zu schaffen.

Volkswagen-Sprecherin Ines Roessler dementierte jedes Abrücken von den Ausbauplänen: "Das hat Herr Damme so nie behauptet." Die strategischen Entscheidungen treffe ohnehin die Flughafenbetreibergesellschaft - an der VW mit 36 Prozent beteiligt ist. Der Flugbetrieb in den vergangenen drei Jahren sei nur zu etwa 17 Prozent auf das Konto von VW gegangen, sagte Roessler. Nach Darstellung von Umweltgruppen veranlasst VW bis zu 80 Prozent der Flugbewegungen auf dem Flughafen.

Dass auf den Ausbau verzichtet werde, bezeichnete Flughafen-Sprecher Ernst-Johann Zauner "absoluten Quatsch". Die Landebahn werde ja nicht für oder wegen VW verlängert, sondern um den Flughafen als Forschungsstandort und Arbeitgeber zu erhalten. VW sei ein guter Kunde, "aber auch nicht mehr".

Die B.I.BS. blieb bei ihrer Darstellung: Damme habe gegenüber einem Braunschweiger Unternehmensberater das Desinteresse des Konzerns an einer längeren Landebahn angedeutet, sagte Rosenbaum.

Die Proteste im Querumer Forst gehen weiter. Zuletzt beteiligten sich am Sonntag mehr als 150 Menschen an einer Aufforstungsaktion. REIMAR PAUL




Die Verlängerung der Start-und-Landebahn am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg sorgt für hitzige Debatten zwischen Naturschützern auf der einen und den Flughafenbetreibern - den Städten und Kreisen sowie dem VW-Konzern - auf der anderen Seite.Riesige Holzernte-Maschinen haben bereits 13000 Eichen, Buchen, Eschen und Birken gefällt. "Ende der Woche sind diese Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen", sagt Ernst-Johann Zauner, Sprecher der Flughafengesellschaft.
Umweltaktivisten und Anwohner demonstrieren seit Beginn der Baumfällarbeiten täglich gegen den Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet Querumer Forst. Sascha Friebe, Sprecher der Natursachutzorganisation Robin Wood warnt: "Wenn der Flughafen wie geplant ausgebaut wird, wird eines der letzten großen Waldgebiete in Braunschweig durchtrennt." 
Für Tiere sei es dann unmöglich zwischen den Wäldern hin und her zu wechseln. Außerdem werde die Luft durch den vermehrten Schadstoffausstoß größerer Flugzeuge verpestet und die Anwohner müssten mehr Lärm ertragen, sagt Friebe.
Der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes (NABU), Holger Buschmann sieht im Ausbau des Flughafens "eine falsche verkehrspolitische Zielsetzung - in Zeiten fortschreitenden Klimawandels und der Kenntnis der enormen klimaschädlichen Folgen des Flugverkehrs pass dieses Vorhaben nicht mehr in die Zeit".
Nach Angaben der Naturschutzorganisationen werden der Verlängerung der Start-und-Lande-Bahn 60 000 Bäume auf 90 Hektar Wald zum Opfer fallen. Eine Zahl, die der Sprecher der Flughafengesellschaft, Zauner, dementiert: "Es werden 33 Hektar abgeholzt. Auf dieser Fläche steheh höchstens höchstens 18 000 Bäume." Auf weiteren 28 Hektar sollen laut Zauner Baumkronen seitlich des Baufeldes in unterschiedlicher Höhe gekappt werden.
Für den Flughafenausbau und den damit verbundenen Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet machen die Umweltorganisationen  den Autokonzern VW verantwortlich, der auch zu 35,6 Prozent Miteigentümer ist. "VW will eine Verlängerung der Startbahn, damit die Manager des Autokonzerns direkt im Firmenjet zu Langstreckenflügen abheben können", heißt es in einer Presseerklärung von Robin Wood. Zauner hält dagegen, dass der Ausbau des Flughafens vor allem aus zwei Gründen vorangetrieben wurde - um den Forschungsstandort Braunschweig zu stärken und die Flugsicherheit zu erhöhen. "Wer würde schon für einen Airbus von VW 38 Millionen Euro investieren?" meint Zauner.
VW Sprecherin Ines Roessler sagt: "VW als Verursacher anzuprangern ist nicht ganz fair. Wir nutzen den Flughafen zwar, aber wir sind nicht der Hauptnutznießer." Das könne allein schon an den Flugbewegungen abgelesen werden, die bei VW lediglich zwischen 16 und 18 Prozent täglich pendelten.
Auch der Braunschweiger Ratsherr Reinhard Manlik versichert, dass die Start-und-Landebahn "insbesondere wegen der Forschung vor Ort" ausgebaut werde. Ein Ausbau des Flughafens für touristische Zwecke, wie ihn Manlik mache Anwohner fürchteten, sei nicht vorgeseheh. Voraussichtlich Mitte des nächsten Jahres soll die neue Landebahn dann freigegeben werden.