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Juni

 

Kinderstube Biotop

 

Wir sind jetzt schon in der Mitte des Jahres und damit geht die Brut- und Aufzuchtzeit in der Vogelwelt langsam zu Ende. Meise, Drossel, Fink, Star, Bachstelze und auch der Grauschnäpper brüteten in den von uns bereitgestellten Nisthilfen. Mit großer Freunde entdeckten wir nach längerer Zeit wieder einen Eisvogel. Obwohl er so bunt ist, ist er gut getarnt und versteckt er sich wahrscheinlich überwiegend in seiner schwer zugänglichen Nesthöhle.

 

Unser Freund der Eisvogel                                                                      Foto: Detlef Schiel

Auch Kiebitze, Stockenten, Graugänse, Teichhühner und Blässhühner haben unser Biotop für die Aufzucht ihres Nachwuchses auserkoren.

 

Stockente mit 7 Küken                                                                             Foto: Detlef Schiel

Besondere Aufmerksamkeit haben wir dem Höckerschwan und der seltenen Rohrweihe geschenkt.

Höckerschwäne

Der Höckerschwan hat seinen Namen aufgrund des Höckers über dem Schnabel. Er kann eine Körperlänge von bis zu 1,6 m und eine Spannweite von 2,4 m erreichen. In der Regel wiegen ausgewachsene Männchen bis zu 13,5 kg und Weibchen 10 kg. Der Höckerschwan ist damit in Mitteleuropa der größte heimische Wasservogel und gehört zu den schwersten flugfähigen Vögeln weltweit. Höckerschwäne erreichen oft ein Alter von 16 bis zu 20 Jahren.

Als Anfang April zwei Höckerschwäne im Schilf des oberen Teiches unseres Biotops ihr Nest bauten, waren wir sehr skeptisch, ob das wohl gut geht. Gewöhnlich brütet dort nämlich die Rohrweihe, die aber zu der Zeit noch nicht aus ihrem Winterquartier zurück war.  Unsere  Befürchtungen bewahrheiteten sich glücklicherweise nicht. Der Stärkere hatte sich durchgesetzt. Die Rohrweihe musste ihr Nest nebenan bauen. Die Schwäne brüteten fünf und die Rohrweihe vier Eier aus.

Großer Schrecken durchfuhr uns, als die jungen Schwäne nach dem Schlüpfen plötzlich nicht mehr zu sehen waren. Gleichzeitig fiel aber das auffällig aufgeplusterte Federkleid des einen ruhig umher schwimmenden Schwanes auf. Natürlich waren alle vier Jungen darunter und die Welt wieder in Ordnung.

 

Höckerschwan-Familie mit 4 Junge                                                       Foto: Detlef Schiel

 

Rohrweihe

Die Rohrweihe ist ein Greifvogel und gehört zur Familie der Habichte. Sie wird ca. 50 - 60 cm groß und erreicht eine Flügelspanne von 1,30 m. Das Gefieder des Männchens ist rostbraun und am Kopf hellgrau. Das Weibchen ist dunkelbraun gefärbt und etwas größer. Es wiegt  bis zu 800 g. Die Brutzeit beträgt 31 bis 36 Tage.

Haben Sie schon einmal eine Rohrweihe im Flug gesehen?  Ab April segelt sie oft ohne Flügelschlag ruhig kreisend über Feld und Teiche auf der Suche nach Nahrung. In der Brunftzeit zieht das Männchen  eine richtige Flugshow am Himmel ab mit unglaublichen Manövern, wie ein Kunstflieger. Da ist sie in Waggum natürlich gerade richtig!

Es hat uns sehr gefreut, dass auch in diesem Frühjahr ein Pärchen dieser seltenen Vögel  im Biotop einzog und sich außerdem mit dem aggressiven  Höckerschwan arrangierte. Möglicherweise ist es das Paar aus dem letzten Jahr. Der Bereich wurde großräumig abgesperrt, um sie nicht bei der Brut zu stören. Wir wurden Zuschauer einer nicht alltäglichen Brut- und Aufzuchtzeit. In der Brutzeit sahen wir die Eltern nur abwechselnd einfliegen, konnten das Nest aber nicht ausmachen. Nach dem Schlupf siegte unsere Neugier und wir sind mit Kameras bewaffnet auf die Suche gegangen. Mit Erfolg. Wir fanden das Nest mit vier Jungen und machen jetzt fleißig Fotos.  Spektakulär ist die Übergabe der Beute vom  Männchen an das Weibchen in der Luft. Es sind wahre Flugkünstler. Entgegen früherer Annahmen jagen die Rohrweihen nur sitzende und kriechende Tiere. Sie galten als Nesträuber, wofür sie fast bis zur Ausrottung gejagt wurden.

 

2  junge Rohrweihen                                                                                 Foto: Detlef Schiel

 

 

 

Peter Schack, Detlef Schiel, Bernd Rabe

 

 

 

 

 

Mai

 

Aktivitäten im Biotop

 

Frühjahrsarbeiten trotz Coronakrise

Nun schon seit zweieinhalb Monaten müssen wir unsere Aktivitäten und Kontakte auf das aller Notwendigste beschränken. Das ausgerechnet im Frühjahr, in dem sich die Natur so rasant entfaltet und wir gewöhnlich Mühe haben, die anfallenden Arbeiten zu bewältigen. Trotzdem ist es uns gelungen, natürlich unter Einhaltung aller vorgeschriebenen gesundheitlichen Sicherheitsmaßnahmen, die wichtigsten Aufgaben zu erledigen und dabei auch den Blick für die Schönheit der Natur in unserem Biotop nicht zu vernachlässigen.

 

Ein gut gefüllter Teich im Biotop                                                                Foto: Bernd Rabe

 

Pflege des Wasserzulaufs für unsere Teiche

Der Graben vom Erlenbruch zum Biotop ist die Lebensader unserer Teiche. Er muss frei sein, sobald Regen angesagt ist. Äste, Baumstämme, wild wuchernde Büsche, Schlamm und Sand und zu allem Überfluss noch unachtsam weggeworfener Müll von Spaziergängern verhindern den freien Lauf des Wassers und müssen beseitigt werden. Die Freude war groß, als nach unserem Einsatz der Regen kam und sich der Füllstand unserer Teiche nach dem trockenen April nun langsam wieder dem Normalpegel näherte. Wir hoffen, dass dieser Wasserstand noch lange anhält.

 

Anlegen einer neuen Blühwiese

Dazu wurde Anfang März ein etwa 25 m2 großer Bereich mit zwei großen Planen bedeckt, um das Wachsen von Unkraut zu unterdrücken. Anfang Mai wurde der Boden umgegraben und verbliebene Unkrautwurzeln entfernt. Dann kam der große Augenblick der Aussaat. Das ließ sich unser Bienenexperte Ewald Rentz nicht nehmen. Persönlich verteilte er die kostbare Saat, die letztes Jahr mühevoll von den Wildblumenwiesen eingesammelt wurde. Nun hoffen wir, damit den Insekten und Bienen reichlich Nahrung anbieten zu können, so dass sie sich weiterhin bei uns wohl fühlen.

                                Aussaat von Wildblumen auf der Blühwiese                                              Foto: Bernd Rabe

 

 

 

Anbringen von Fledermauskästen

 

Dieses Projekt wurde schon im letzten Winter mit Beratung des regionalen Fledermausexperten Uwe Kirchberger geplant und jetzt umgesetzt. In unserer Region gibt es 16 von 25 in Deutschland nachgewiesenen Fledermausarten. Wegen dieser Artenvielfalt beschafften wir sechs verschiedene Fledermauskästen, sogenannte Sommerquartier-Nistkästen aus Holzbeton mit verschiedenen Einflugschlitzen. Da die Aufhängung der Nistkästen eine Mindesthöhe von 4 m und einen freien Einflugbereich erfordert und die Kästen bis zu 23 kg wiegen, wurde ein Hubwagen ausgeliehen.

Den An- und Abtransport des 1,5 tonnenschweren Hubwagens und die Verfügungstellung des Befestigungsmaterials wurde von Michael Wisotzki übernommen, wofür wir uns recht herzlich bedanken.

 

 

 

 

Aufhängen einer Fledermausgroßraumröhre (23 Kg)      Foto: Detlef Schiel

 

Vielen Dank auch an die Firma Begemanns-Mietlifter aus Hondelage, die uns bei den Mietkosten entgegen kam.

 

 

 

Mit diesem Hubwagen konnten wir alle Nistkästen an einem Tag sicher in luftiger Höhe anbringen und hoffen nun, dass sie von den Fledermäusen auch gut angenommen werden. Darüber hinaus ist geplant, die alten von Efeu überrankten Faultürme der ehemaligen Kläranlage wieder für die Überwinterung der Fledermäuse zu reaktivieren. Sie sind vor etwa 20 Jahren schon einmal für diesen Zweck hergerichtet worden, leider allerdings mit geringem Erfolg.

 

Gez. Bernd Rabe

 

 

April

 

Coronakrise

Auch wir haben unsere Aktivitäten und Kontakte auf das aller Notwendigste beschränkt. Durch flexiblen Einsatz in freiwilliger Absprache, mit wenig Anwesenden und großem Abstand zueinander, ist es uns gelungen die wichtigsten jahreszeitlichen Tätigkeiten zu erledigen.

 

Aktivitäten im Biotop

Als sehr arbeitsaufwendige und mühevolle Einzelarbeiten sollen besonders das Umsetzen der Gartenerde aus den verschiedenen Komposthaufen, das Zurückstutzen und die gleichzeitige Entwurzelung von wild wuchernden Brombeeren und Hopfen genannt werden. Das angefallene Schnittholz der letzten Zeit, wurde wie immer auf die Benjeshecke gestapelt. Wenn man auf der Südseite des Biotops entlanggeht, kann man sie gut sehen.

Diese so genannte Benjeshecke oder auch Totholzhecke erhöht den Tierschutz im Garten. Sie besteht aus locker aufgehäuften Ästen und Zweigen. Der Name Benjeshecke kommt aus den 80er Jahren und geht auf die Brüder Hermann und Heinrich Benjes zurück. Beide, als begeisterte Naturfreunde und Landschaftsgärtner bekannt, machten sich Gedanken über die sinnvolle Nutzung von Abfällen aus dem Gehölzschnitt. Das Ergebnis ihrer Überlegungen war die aus Naturschutzsicht wertvolle lockere Anhäufung von Grünabfällen, die nach kurzer Zeit ein spannendes Eigenleben entwickelt.

Die Benjeshecke bietet für zahlreiche Vogelarten wie beispielsweise Amsel, Zaunkönig und Rotkehlchen einen geschützten Bereich, den diese gerne als Nistmöglichkeit annehmen. Auch kleine Säuger wie Igel und Siebenschläfer, sowie kleine Reptilien wie die Zauneidechse, Amphibien wie die Erdkröte oder Insekten wie Wildbienen, nehmen die Benjeshecke gern an und sorgen als Nützlinge für einen schädlingsfreien Garten.

 

Wildbienen aktiv und Täter überführt

Der herrliche Frühling mit den sonnigen Tagen hat nicht nur die Honigbienen, sondern auch die Hummeln und unsere Wildbienen aktiviert. Während wir auch mal eine Pause von der Arbeit einlegen mussten, haben die Wildbienen um uns herum sich nicht in ihrer Aktivität aufhalten lassen.

 

Lange hat es gedauert, aber unsere Geduld hat sich gelohnt. In den letzten Tagen konnten wir den Übeltäter der Beschädigungen am großen Insektenhotel endlich entlarven. Zu unserer großen Überraschung, es waren die Blaumeisen, die unter der Dachabdeckung einen Durchschlupf gefunden haben und sich köstlich an den Insekten und Wildbienennachwuchs bedienten, die in den Schilfröhrchen nisteten.

Aktivitäten im Biotop

 

Wir widmeten uns verstärkt der Gartenarbeiten und haben es nun geschafft unsere Obstbäume der Streuhobstwiese fachgerecht zu beschneiden. Jetzt hoffen wir darauf, dass diese Mühen sich durch eine volle Blütenbracht für unsere Bienen und einer gute Obsternte gelohnt haben.

 

                               Kleine Nisthilfe für Wildbienen                                                                      Foto: Bernd Rabe

 

Eisvogel am Biotop gesichtet

Mehrmals wurde ein Eisvogel Spätnachmittags in der Nähe des Biotops am Beberbach gesichtet. Der Zufall wollte es, dass es uns gelang ein Foto dieses schönen Vogels zu schießen. Er zeichnet sich durch sein farbenprächtiges Federkleid aus, mit den leuchtend blauen Flügeln und der orangfarbenen Brust. Es handelts sich hierbei um

die einzige in Mitteleuropa vorkommende Art aus der Familie der Eisvögel. Er besiedelt weite Teile Europas, Asiens sowie das westliche Nordafrika und lebt an mäßig schnell fließenden oder stehenden, klaren Gewässern mit Kleinfischbestand und Sitzwarten. Seine Nahrung setzt sich aus Fischen, Wasserinsekten, Kleinkrebsen und Kaulquappen zusammen. Der Bestand an Eisvögel hat in den letzten Jahren wieder zugenommen. Die Art wird derzeit in Europa als dezimiert, aber im gesamten Verbreitungsgebiet als wenig bedroht eingestuft. Der Eisvogel war 2009 der Vogel des Jahres in Deutschland.

Wunderschöner Eisvogel in der Nachbarschaft                                                                                                Foto: Bernd Rabe

 

Eine neue gestiftete Sitzbank

Für die alte vermoderte FUN-Sitzbank an der Südseite unseres Biotops wurde vom Angelsportverein Braunschweig (ASV) eine neue Bank gestiftet.

Diese wurde inzwischen aufgestellt. Dafür bedanken wir uns nochmals recht herzlich beim ASV und bei der Firma Öko-Frank für die Aufstellarbeiten. Die rege Nutzung dieser Bank zeugt von einem optimalen Stellplatz in mitten unserer herrlichen Natur rings um das Waggumer Biotop.

Aufstellarbeiten der Bank                                       Foto: Bernd Rabe

 

Wir wünschen allen Mitbürgern Gesundheit und viel Geduld in der schwierigen Zeit mit der Coronakrise.

Die Aufbruchstimmung des Frühlings und die sich entfaltende Pflanzenwelt mögen uns Hoffnung auf baldige Besserung machen, sodass wir wieder uneingeschränkt unsere schöne Natur in Waggum geniessen können.

 

Bernd Rabe

 

 

Unser Biotop in der Abendsonne                                                         Foto: Bernd Rabe

 

Nutrias ärgern uns

Wir haben uns sehr über die wieder sehr gut mit Wasser gefüllten Teiche gefreut. Der erhebliche Regen im Februar war nach dem trocknen Sommer 2019 segensreich. Leider ist der eine Teich wieder um die Hälfte entleert, weil unsere 3 niedlichen Nutrias, wie schon befürchtet, den Damm mit einem Tunnel zum Beberbach untergraben haben. Wir verteidigen unseren Damm mit Verstopfen der Tunneleingänge. Wir werden genau beobachten, wie sich dieses Problem weiter entwickelt.  Wir bezweifeln schon heute,  dass sich die Nutrias durch unser Dazutun  vom Tunnelbau abbringen lassen. 

 

Sturmschäden beseitigt

Der Frühjahrssturm „Sabine“ hat uns mächtig zugesetzt. Zwei Bäume sind umgefallen,  einer ist in gefährliche Schräglage geraten. Mit einigem Aufwand wurde mit Hilfe von Aktiven Unterstützern des Biotops die Bäume gefällt und zu Brennholz verarbeitet. Vielen Dank an alle für das tatkräftige Zupacken beim Beseitigen des Windbruchs mit Kettensäge und schwerem Gerät. Hans Otto Eggeling war mit seinem Trecker voller Freude dabei. Bei der Stadt werden wir die Ersatzpflanzung standfesterer Bäume  beantragen, die gleichzeitig zur Blütezeit viel Nahrung für unsere Bienen liefern sollen.

 

Freudige Mitteilung

Mit großer Freude haben wir beobachtet, dass ein Schwanenpärchen in einem unsere Teiche ein Nest baut. Wir hoffen darauf, dass es zur erfolgreichen Gründung einer neuen Schwanenfamilie kommt.

 

Wildbienen aktiv

Nicht nur die Honigbienen auch unsere Wildbienen hat das frühlingshafte Wetter aktiviert. Mit neuem Schilfrohr wurde das große Insektenhotel ausgebessert und repariert. Es gibt unbekannte Tiere, die mit Vorliebe sich an diesen „bedienen“ und dadurch beschädigen. Die Wildbienen jedenfalls ließen uns unaufgeregt unsere Arbeit machen und nahmen die Ausbesserung an.

 

Eine neue gestiftete Sitzbank

Für die alte vermoderte FUN-Sitzbank an der Südseite unseres Biotops wurde vom Angelsportverein Braunschweig (ASV) eine neue Bank gestiftet. Diese werden wir in den nächsten Tagen im Austausch aufstellen. Dafür bedanken wir uns recht herzlich beim ASV.

 

Coronavirus

Auch wir sind angehalten unsere sozialen Kontakte auf das notwendigste zu beschränken. Besonders weil wir aufgrund unseres Alters zu der Risikogruppe gelten. Deshalb werden wir uns auch an die Empfehlungen der Experten halten und unsere Aktivitäten etwas zurück nehmen müssen, auch wenn dieses allen schwer fällt. Aber die persönliche Gesundheit geht vor.

 

 

Bernd Rabe

Biotop Waggum bekam Besuch vom Sturmtief „Sabine“

 

Der Frühjahrssturm „Sabine“ hat uns mächtig zugesetzt. Zwei Bäume sind umge-fallen und einer ist in gefährliche Schräglage geraten. Vielen Dank der Freiwilligen Feuerwehr Waggum für ihre spontane Bereitschaft, uns bei der Beseitigung des Windbruchs zu helfen. Praktisch durfte sie leider nicht tätig werden, ihre Vermittlung von städtischer Unterstützung war aber sehr hilfreich. Als Konsequenz aus dem Sturmschaden werden wir jetzt die Anpflanzung standfesterer Bäume beantragen, die gleichzeitig zur Blütezeit viel Nahrung für unsere Bienen liefern.

                                           Sturmschaden im Biotop                                       Foto: Detlef Schiel

Projekt Ansiedlung von Fledermäusen

 

Ein Vortrag im NEZ hat uns daran erinnert, dass sich schon der Begründer des Biotops, Dieter Barthel, die Ansiedlung von Fledermäusen zum Ziel gesetzt hatte. Dafür besonders geeignet erschienen zwei Faultürme der ehemaligen Kläranlage. Leider ist das Vorhaben aus verschiedenen Gründen in Vergessenheit geraten. Es soll jetzt aber wiederbelebt werden. Dazu haben wir den Fledermausexperten Uwe Kirchberger, der kürzlich den Vortrag im NEZ gehalten hat, um Hilfe gebeten. Er ist auch sofort gekommen und seine erste Einschätzung nach der Besichtigung des Biotops stimmt uns zuversichtlich. Er hat uns bei der Anschaffung von Nistkästen und der Einrichtung von Nistplätzen in den Faultürmen beraten und wird uns bald wieder besuchen.

 

Projekt Storchennest in Waggum!

 

Ein Storchennest in Waggum. Das ist ein Projekt, das sich durch das Anlegen des Feuchtgebietes unmittelbar neben dem Biotop anbietet. Es ist hier ein ausreichend großes naturbelassenes Gebiet entstanden, das die Ansiedlung von Störchen nicht aussichtslos erscheinen lässt. Wir sind gegenwärtig noch in Diskussion mit Experten, so dass es wohl in diesem Jahr nichts mehr wird. Wir planen aber schon, entsprechende finanzielle und fachkundige Unterstützung für die Errichtung eines Storchennestes einzuholen.

 

 

Winter oder schon Frühling?

 

Ja, das Wetter spielt momentan wirklich etwas verrückt, die Natur scheint auch nicht recht zu wissen, wie ihr geschieht. Viel früher als sonst zeigen sich bunte Frühblüher, viele Gehölze tragen bereits erstes, zartes Grün. Und wir fragen uns: Ist das schon der Frühling, oder kommt doch noch etwas vom Winter? Und wie geht es Tieren und Pflanzen, wenn es im Winter zu mild ist? Zum Beispiel: Die Experten rechnen in diesem Jahr mit einer vorzeitigen Amphibienwanderung von ca. 3 Wochen, voraussichtlich in der ersten Märzwoche.

                                       Der Frühling meldet sich an                              Foto: Bernd Rabe

 

 

Aktivitäten im Biotop

 

Wir widmen uns den Gartenarbeiten, die tatsächlich im Februar anstehen. Zurzeit beschäftigen wir uns mit dem Beschneiden der Obstbäume der Streuhobstwiese. Mit den wenigen einsetzbaren Biotoplern für diese Arbeit sind es einfach zu viele Bäume, so dass wir dafür noch einige Zeit brauchen werden.

 

Die beiden trocken gefallenen Teiche nach dem langen heissen Sommer 2019 sind durch den herbeigesehnten Regen wieder gut gefüllt. Wir sind sehr froh darüber. Es hat viel Arbeit gekostet, den Wasserzulauf frei zu schneiden und zu entsanden.

 

 

Braunkohlwanderung

 

Unser Braunkohlessen fand am Sonntag, d. 16. Februar statt. Bei windigem, ab 10.00 Uhr trockenem Wetter, trafen sich 21 TeilnehmerInnen wie immer leicht verspätet am Feuerbrunnen, um von dort zu Fuß oder in Fahrgemeinschaften zum Hotel Nord in Rühme zu gelangen. Die geringe Anzahl an Wanderen war dem stürmischen und regnerischem Wetter am Vortag und in der Nacht geschuldet.

Bei gutem Essen, Getränken und lockerem Gesprächen bewies die gute Stimmung, dass gemeinschaftsfördernde Veranstaltungen unverzichtbar sind.

 

 

Am Ortsrand Waggum Feldweg Richtung Bienrode         Foto: Bernd Rabe

Schunteraue in der Nähe der Mühle Bienrode        Foto: Bernd Rabe

 

Helfer gesucht

Einladung an alle interessierten Naturliebhaber, wer mit Helfen möchte kann uns am Mittwoch Vormittag beim Arbeitseinsatz unterstützen. Jede helfende Hand wird mit offenen Armen empfangen und ist immer gern gesehen.

 

Bernd Rabe, Detlef Schiel, Peter Schack

 

 

 

 

Biotop Waggum  im Winterschlaf?

 

Was passiert eigentlich in der Winterzeit im Biotop? Es ist ähnlich wie bei einem Kleingärtner im Schrebergarten. Wir schneiden die Hecken, sammeln Laub, sägen Bruchholz und stapeln es zu Schichtreisig, das Wasser wird abgestellt und das Gebäude und der Schuppen werden winterfest gemacht. Eine abschließende Geländebegehung dient der Vorbereitung der Arbeitsplanung für das neue Jahr.

Dann wird natürlich von den Aktiven eine kleine Weihnachtsfeier organisiert. Peter Schack spendierte selbstgekochten Italienischen Wildschwein-Ragout, dazu gab es Bagettbrötchen und ein Gläschen Rotwein. Es war ein vorzüglicher Jahresabschluß für uns alle.

Im neuen Jahr wird dann die Arbeitsplanung für 2020 besprochen. Dazu werden der Geräte- und Sachmittelbedarf zusammengestellt, sowie Projekte definiert und die Reihefolge ihrer Abarbeitung festgelegt.

 

Nutrias im Biotop

 

Überrascht waren wir nicht, als wir sie sahen. Schon seit längerem hatten wir die Schleifspuren ihres Schweifes entdeckt. Aber wenn sie uns bemerkten, tauchten sie sofort ab. Letzten Mittwoch war alles anders: Drei Jungtiere ließen sich nicht durch unsere Anwesenheit stören. Sie speisten auf der Streuobstwiese genüßlich das Gras, um anschließend eine Runde im ehemaligen Klärbecken zu schwimmen. Niedlich, aber die Anwesenheit dieser Tiere lässt uns um die Sicherheit der Dämme im Biotop fürchten.

 

 

Neugieriger Jungnutria                                 

Foto: Bernd Rabe

 

 

Ein Nutria dreht seine     Schwimmrunde

 

Foto: Bernd Rabe

 

Kurzporträt der Nutrias

 

Verbreitung und Lebensraum

Ursprünglich stammten die Nutrias (auch Sumpfbiber oder Biberratte genannt) aus Südamerika, wo sie in den subtropischen und gemäßigten Klimazonen an Flüssen, Seen, Teichen und Sümpfen leben. Wegen ihres Felles wurde sie allerdings auch in Pelztierfarmen gezüchtet. Vor allem seit dem 20. Jahrhundert, als der Pelztiermarkt zusammenbrach und zahlreiche Tiere entkamen bzw. ausgesetzt wurden, hat sich der Bestand der Nutrias in Europa stark vergrößert. Die zumeist in Kolonien leben-den Tiere können allerdings nur in Gebieten mit milden Wintern überleben. In Deutschland sind die Nagetiere in allen Bundesländern zu finden. Je nach lokalen Gegebenheiten leben Nutrias in Schilfnestern oder graben Höhlen in Uferböschung-gen, sehr zum Leidwesen von vielen Landbesitzern.

Beschreibung
Auf den ersten Blick ähneln Nutrias Bibern, ihre Schwänze sind jedoch rund und kahl wie bei einer Ratte und nicht abgeflacht wie beim Biber. Ein Nutria kann über zehn Jahre alt werden. Sie wird bei einem Körpergewicht von circa 9 kg bis zu 70 cm lang, hinzu kommt eine Schwanzlänge von ungefähr 45 cm. Ihr Fell ist überwiegend rötlichbraun, am Bauch graubraun. Züchtungen haben auch Tiere mit weißem Fell hervorgebracht.
An den Hinterfüßen besitzen Nutrias Schwimmhäute, mit denen sie sich gut im Wasser fortbewegen können. Die großen Nagezähne sind auffällig orange. Nutrias sind sowohl tag- als auch nachtaktiv und leben in Familienverbänden von 12 bis 15 Tieren zusammen. In selbstgegrabenen Erdhöhlen im Uferbereich oder Nestern aus Schilf und Stöcken bringt das Weibchen nach einer Tragzeit von 19 Wochen 6 bis 8 sehende und voll behaarte Junge zur Welt, die nach 5 Monaten geschlechtsreif sind.

Nahrung
Nutrias ernähren sich überwiegend vegetarisch. Sie fressen hauptsächlich Blätter, Stängel und Wurzeln von Wasserpflanzen. Auch Mais verschmähen sie nicht. Selten ernähren sie sich auch von Schnecken, Würmern und Süßwassermuscheln.

                         Foto: Detlef Schiel, So schön ist die Natur im Biotop

 

Alle interessierten Naturliebhaber, sind herzlich eingeladen, uns beim Arbeitseinsatz (jeden Mittwoch Vormittag) zu unterstützen. Jede helfende Hand wird mit offenen Armen empfangen.

 

Termin-Ankündigung:

Grünkohlwanderung findet am So. d. 16. Febr. 2020 statt. Ziel ist das Hotel-Nord in der Nähe der Lincolnsiedlung. Wir starten in Waggum am Feuerbrunnen um 10 Uhr.

Anmeldung bitte bei Ewald Renz 05307/5666 oder Peter Schack Tel. 05307/5266.

 

Bernd Rabe

 

 

 

Gisela und Bodo Maletz begrüßen wir als neue Mitglieder im Förderkreis Umwelt  und Natur. Darüber freuen wir uns sehr. Mit dem Eintritt haben beide ein großzügiges Geschenk für die Allgemeinheit mitgebracht:  Eine wunderschöne Holzbank lädt jetzt zum Verweilen an der Westseite des Biotops ein. Welche  schöne und zugleich Gemeinschaftssinn zeigende Aktion der beiden! 

Förderkreis Umwelt und Naturschutz  Gruppe Waggum

Neues aus dem Biotop

Es hätte schlimmer kommen können am Tag der offenen Tür in unserem Biotop. Regen 

und Sturm hielten sich noch bedeckt und wir konnten viele Besucher begrüßen. Auffallend

viele Familien prägten das Bild, der Fuhrpark wurde dominiert von Laufrädern und

Kinderfahrrädern. Neubürger waren erschienen, um das Biotop kennen zu lernen. Aber auch

Freunde des  Förderkreises, die jedes Jahr vorbeischauen und die Atmosphäre genießen. Und

um auch ein wenig zu feiern. Es war ein schönes Bild, das sich den Besuchern bot. Das

Gelände an sich ist ja schon wunderbar anzuschauen. In diesem schönen naturnahen Areal

waren liebevoll die Verkaufs- und die erfreulich gut besuchten Informationsstände aufgestellt.

 

Für die Kinder war gesorgt: eine Vielzahl von Spielen und Beschäftigungsmöglichkeiten

lockten zum Verweilen. Seit drei Jahren bieten wir ein Programm für Kinder an, das von

pädagogischen Fachkräften betreut wird. Ein sehr erfolgreiches Konzept, denn auch Eltern

spielen gerne.

 

                                                        Bild: Peter Schack

 

Um den Besuchern zu zeigen, wie viele Arbeitsgänge nötig sind , um geräucherte Forellen

anbieten zu können, haben wir sie im Biotop zubereitet.

 

Wir bedanken uns bei unserem Bäckermeister Marcel Zelder für die großzügigen Kuchen-

und Brotspenden. Diese hilfreiche Unterstützung genießen wir schon seit Jahren. Schön, dass

Marcel diese Einstellung von seinem Vater Frank übernommen hat.

 

 

Auch in diesem Jahr ist ein Teich 

vollständig ausgetrocknet, beim anderen

sieht es etwas besser aus. Beklagenswert

ist, dass viele Fische und Teichmuscheln

an Wasser- oder Sauerstoffmangel

verendet sind.  Wir mussten tatenlos mit

ansehen, wie bei immer weiter

abnehmendem Wasserstand die

Fischreiher wochenlang über die

Gewässer kreisten und einen reich

gedeckten Tisch fanden.

 

Erfreulich war die Rückkehr der Rohrweihen.

Anfang April später beobachteten wir diese bei

uns so seltenen Vögel, wie sie  über die ehemalige

Kläranlage schwebten und irgendwo am Teich

des Biotops landeten. Große Aufregung bei uns. 

Sofort wurde der Zugang zu den Teichen mit

Trassierband  abgesperrt.  Nisten sie oder

verschwinden sie wieder wie im vergangenen

 

Jahr? Sie blieben und wir konnten eine nicht alltägliche seltene Brut- und Aufzuchtzeit

miterleben.  Wie in der Brutzeit ist auch jetzt noch für einige Zeit  das Männchen für die

Futterbeschaffung zuständig. Wir konnten beobachten, wie das Männchen über dem Nest

kreiste, das Weibchen aufstieg und das Futter im Flug übernahm.

Auch die selten gewordenen Kiebitze hatten wenig Freude an der Nachbarschaft, denn sie fürchteten um ihre Jungen. Es war ein wunderbares Schauspiel am Himmel, wenn beide Vogelarten Revieransprüche geltend machten. Auch das Kiebitzpaar hat seine Jungen erfolgreich groß gezogen.

 

    Peter Schack

Seit 2001 engagieren wir uns im Raum Waggum für den Natur-, Arten- und Landschaftsschutz.

 

Hauptsächlich entwickeln und gestalten wir naturnah das Gelände der ehemaligen Waggumer Kläranlage. Wir pflegen dort Grünland, Hecken und Obstgehölze. Außerdem kümmern wir uns um Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse und betreuen mehrere Bienenvölker. Traditionell bauen wir Kürbisse an, die bei einem alljährlichen Spätsommerfest auf Liebhaber warten.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns besuchen kommen. Wir treffen uns jeden Mittwochvormittag auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage.

 

Ansprechpartner: Ewald Rentz

Tel: 05307 5666

E-Mail: ewald.rentz@hotmail.de

 

 

 

           Tag der offenen Tür 2018

Förderkreis Umwelt und Naturschutz  Hondelage e.V.

Ortsgruppe Waggum

Tag der offenen Tür 2018

 

Die Sonne lacht, wenn wir in das Biotop zum Tag der offenen Tür einladen.  Ganze  Besucherströme kamen ,  um das Gelände zu erkunden und uns und unsere Arbeit kennen zu lernen. Darüber haben wir uns sehr gefreut. Viele Familien waren unter den Gästen, Neubürger aber auch Freunde der Natur, die jedes Jahr vorbeischauen und die Atmosphäre genießen.

 Für die Kinder war gesorgt: eine Vielzahl von Spielen und Beschäftigungsmöglichkeiten waren  von uns vorbereitet worden. Nina , Marcus und Elke kümmerten sich liebevoll um die Jüngsten. Bei den Kleinsten waren selbstverständlich die Eltern dabei. Auch Erwachsene spielen gerne.

Kindliche Neugier kann bezaubernd sein! Freudig nahmen sie die angebotenen Spielgeräte in Besitz. Natürlich faszinierten auch die Bienenvölker und ermutigten zu Fragen wie: „Wer macht denn den Honig? Und stechen die Bienen auch den Imker?"

Es war ein schönes Bild, das sich den Besuchern bot. Das Gelände an sich ist ja schon wunderbar anzuschauen. In diesem schönen naturnahen Areal waren liebevoll die Verkaufs- und die erfreulich gut besuchten Informationsstände aufgestellt.

Die Karoffelpuffer fanden reißenden Absatz. Birgit , Christine und Jennifer hatten alle Hände voll zu tun. Die Warteschlange war riesig. Alle warteten geduldig, dafür bedanken wir uns. Eine größere Pfanne mit einem Feuerring in passender Größe steht auf dem Plan für das nächste Jahr. Verhungern musste allerdings niemand. 185 Bratwürste konnten den Engpass bei den Kartoffelpuffern gut überbrücken.

Wie in den vergangenen Jahren hatte Inge eine Kürbissuppe zubereitet. Wie immer aus Sicht der Suppenliebhaber zu wenig, denn der Andrang dominierte die Kapazität.

Wir bedanken uns bei unserem Bäckermeister Marcel Zelder für die großzügigen Kuchen- und Brotspenden. Diese hilfreiche Unterstützung genießen wir schon seit Jahren. Schön, dass Marcel diese Einstellung von seinem Vater Frank übernommen hat.

Erwähnt werden muss, dass Erhard 90 von ihm geräucherte Forellen verkauft hat. Er hat sie vor Ort geräuchert, jeder konnte zuschauen. Viele waren erstaunt zu erfahren, wie viele Arbeitsgänge notwendig sind bis sie verkaufsfertig sind. Eine aufwändige Angelegenheit!

 

 

 

Ulli und Lennard hatten  am Zapfhahn viel zu tun. Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten floss das Bier in Strömen.

In diesem Jahr mussten wir den Junganglern leider absagen. Die Teiche sind nahezu ausgetrocknet und viele Fische die Fische an Wasser- oder Sauerstoffmangel verendet .  Bei immer weiter abnehmendem Wasserstand kreisten die Fischreiher seit Wochen über die Teiche und fanden einen reich gedeckten Tisch.

Vielen Dank den freiwilligen noch nicht genannten Helferinnen, von denen uns einige seit Jahren unterstützen.

Jetzt müssen die Hecken wieder geschnitten werden. Mehr als 200 Meter warten auf uns, auf die zwei Jüngsten , die gerade 70 Jahre alt geworden sind  und denen, die eine noch größere Lebenserfahrung haben. Eine große Herausforderung. Deshalb bitten wir um Kontaktaufnahme, wenn jemand helfen möchte. Mittwochs sind wir immer ab 08.30 Uhr bis 12.30 Uhr im Biotop zu erreichen. Einen Sonnabendtermin können wir aber auch telefonisch vereinbaren unter Ewald Rentz 01726025972 .

 

 

 

 

Förderkreis Umwelt und Natur in Waggum

 

Haben Sie schon einmal eine Rohrweihe im Flug gesehen ?  Ab März kann man bei uns den seltenen Greifvogel sehen wie er scheinbar schwankend und unsicher, dabei sanft und langsam Feld und Wasser nach Nahrung absucht. Die Flügel stehen v-förmig, sie sind schmal, fast gleich breit und am Ende abgestumpft.

 

Im Frühjahr d.J. entdeckten  wir diese bei uns so seltenen Vögel, wie sie  über die ehemalige Kläranlage schwebten und irgendwo am Teich des Biotops landeten. Nistzeit!  Große Aufregung bei uns.  Sofort wurde der Zugang zu dem Areal mit Trassierband  abgesperrt , niemand sollte bei der Brut stören. Ist der Zaun um das Biotop dicht oder können  natürliche Feinde das Paar gefährden?  Nisten sie oder verschwinden sie wieder wie im vergangenen Jahr? Sie blieben und wir hofften, eine nicht alltägliche seltene Brut- und Aufzuchtzeit miterleben zu dürfen. 

 

 

Wikipedia versorgte uns mit den notwendigen Informationen über die Brutzeit. 31 bis 36 Tage.  Nach dem Schlupf siegte die Neugier und wir entdeckten das Nest mit drei Jungen. Wie in der Brutzeit ist auch jetzt noch für einige Zeit  das Männchen für die Futterbeschaffung zuständig. Wir konnten beobachten, wie das Männchen mit reicher Beute über dem Nest kreiste, das Weibchen aufstieg und das Futter im Flug übernahm.

Rohrweihen sind nicht fähig, fliegende Vögel zu fangen. Sie rauben sitzende oder kriechende Tiere. Deshalb galten sie noch im vergangenen Jahrhundert als gefährlichster aller Nesträuber und ihnen wurde entsprechend mit Fallen , durch Eierraub und Zerstörung der Brutstätten nachgestellt. Der Verlust des Lebensraums durch den Menschen erhöhte die Bestandsgefährdung.

 

Wir hoffen, dass die neu entstandenen Rückhaltebecken, als Biotop ausgewiesen, den Vogel geradezu ermuntern, auch im kommenden Jahr wieder bei uns zu nisten. Leider mag er keine Kälte und wird unsrer Breiten im Frühherbst wieder verlassen.

 Auch die selten gewordenen Kiebitze hatten wenig Freude an der Nachbarschaft, denn sie fürchteten um ihre Jungen.Es war ein wunderbares Schauspiel am Himmel, wenn beide Vogelarten Revieransprüche geltend machten. Auch das Kiebitzpaar hat seine Jungen erfolgreich groß gezogen.

 

 

 

Fotos von Peter Schack

Grüne und Bibs lehnen den Einsatz von Herbiziden auf öffentlichen Grünflächen ab.

 

Die Stadtverwaltung fragte in den Städtischen Betrieben nach, wer Herbizide einsetzt, welche Alternativen es geben würde und welche Kosten dadurch entstehen würden.

 

 

Die Verwaltung bat um Stellungnahme beim Flughafen Braunschweig-Wolfsburg, der Hafenbetriebsgesellschaft Braunschweig, dem Städtischen Klinikum Braunschweig, der Nibelungen-Wohnbau-GmbH und der Braunschweiger Verkehrs-GmbH gebeten, da diese Gesellschaften in vorausgegangen Abfragen der vergangenen Jahre mitgeteilt hatten, Herbizide einzusetzen.

 

Das Städtische Klinikum teilte mit

 

Lediglich in einigen wenigen Vegetationsbereichen noch Herbizide durch einen Dienstleister einzusetzen. Finanzielle Auswirkungen bei einem Verzicht auf Herbizide wurden nicht genannt.

Die Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH setze laut Verwaltung derzeit keine Herbizide ein. Gegenwärtig könne aber aus Gründen der Luftsicherheit nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass Herbizide künftig auf Flugbetriebsflächen zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden müssen. In diesem Fall erfolgt in Absprache mit der Aufsichtsbehörde und der Zuständigen Genehmigungsbehörde gegebenenfalls ein Antrag auf Ausnahmegenehmigung. Alternativ befinde sich die Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH in der Prüfung, ob für diese Flächen auch thermische oder mechanische Verfahren anwendbar sind. Sollte diese Prüfung positiv ausfallen, könne gegebenenfalls in Gänze auf Unkrautvernichtungsmittel verzichtet werden.

Kein Verzicht bei Hafenbetriebsgesellschaft möglich

Die Hafenbetriebsgesellschaft setzt laut Mitteilung der Verwaltung mit Genehmigung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Rahmen der Vegetationskontrolle zur Freihaltung der Schienenwege einmal jährlich durch einen Fachbetrieb ein Blattherbizid ein. Die Vegetationskontrolle sei seitens der Landeseisenbahnaufsicht vorgeschrieben. Auf den Einsatz könne daher nicht verzichtet werden.

Die Verkehrs-GmbH setzt mit Genehmigung des Pflanzenschutzamtes der Landwirtschaftskammer Hannover unter anderem glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel auf einigen eingeschotterten Gleisbereichen ein. Auf gepflasterten Flächen sei der Glyphosateinsatz komplett untersagt. Es dürfe dort weder getupft noch mit dem Rotofix-Gerät gearbeitet werden. Für andere geschotterte Bereiche dürfe die Verkehrs GmbH Mittel wie Vorox F, Nozomi oder Purgarol nutzen. Insgesamt wurde laut Mitteilung der Verkehrs GmbH ein sehr differenzierter Antrag je nach Verkrautungsstand bei der Landwirtschaftskammer eingereicht, der entsprechend genehmigt wurde. Zielstellung sei es, den Herbizideinsatz deutlich einzuschränken.

Neue Methoden sollen getestet werden

Die Verkehrs GmbH steht laut eigener Aussage mit dem Julius-Kühn-Institut im Kontakt und sei bereit, neue Methoden der Wildkrautbekämpfung und/oder -vorbeugung zu testen. Bisher haben sich alternative Verfahren als nicht leistungsfähig oder tauglich genug erwiesen, um ein ganzes Gleisnetz gegen die Folgen von Wildkrautwuchs abzusichern. Aus Sicht der Verkehrs-GmbH ist der gezielte Einsatz von Herbiziden mit dem Wirkstoff Glyphosat mit geschultem Personal nach wie vor unverzichtbar. Einzig mögliche Alternative wäre aktuell die manuelle Wildkrautentfernung.

Für den Fall, dass ein Herbizideinsatz im Gleisnetz zukünftig nicht mehr möglich wäre, würden laut Verkehrs GmbH Mehrkosten von mindestens 737.000 Euro pro Jahr für eine manuelle Wildkrautentfernung anfallen. Bei dieser Bekämpfungsmethode sei jedoch nicht sichergestellt, dass auch tatsächlich die Entfernung der Problemunkräuter in den Betriebsanlagen im notwenigen Umfang nachhaltig durchgeführt werden könne.

Verzicht würde Nachteil im Wettbewerb bedeuten

 

Wildkräuter werden bei der Nibelungen-Wohnbau-GmbH weiterhin mit Herbiziden bekämpft. Foto: Anke Donner

Die Nibelungen-Wohnbau-GmbH Braunschweig und die Wohnstätten GmbH teilten auf Anfrage der Verwaltung mit, dass derzeitig und auch in Zukunft Herbizide zur Wildkrautunterdrückung streng nach den Vorgaben des Bundespflanzenschutzgesetzes eingesetzt würden. Die auf den Grünflächen eingesetzten Wirkstoffe zur Wildkrautunterdrückung seien in Deutschland zugelassen und werden durch sachkundiges Personal ausgebracht. Ein kompletter Herbizidverzicht auf diesen Grünflächen würde erhebliche Mehrkosten nach sich ziehen. Hinsichtlich der Umlagefähigkeit der Gartenpflegekosten auf die Betriebskosten der Mietobjekte würden diese Mehrkosten einen wirtschaftlichen und gegebenenfalls wettbewerblichen Nachteil für das Unternehmen bedeuten, da die Braunschweiger Mitbewerber von einem, durch die Stadt Braunschweig für ihre städtischen Gesellschaften erlassenen generellem Anwendungsverbotes nicht betroffen wären.

Kostensteigerung von 36 Prozent

Eine Abfrage der Nibelungen-Wohnbau-GmbH bei den Dienstleistern, welche einen Teil der Freiflächen bewirtschaften, habe ergeben, dass mit deutlichen Kostensteigerungen gerechnet werden müsste. Die konkrete Angebotsabfrage hat zu erwartende Mehrkosten der Dienstleister von zirka 78.335 Euro ergeben. Bei den mit eigenem Personal betreuten Außenanlagen müssten Dienstleistungen für die manuelle Beseitigung von unerwünschtem Aufwuchs zusätzlich eingekauft werden. Eine Abfrage bei mehreren Dienstleistern habe hier, unter Berücksichtigung von eingesparten eigenen Personalkosten für die bisherige Herbizidausbringung, zusätzliche Kosten in Höhe von zirka 224.780 Euro ergeben.

Demnach wäre mit jährlichen Mehrkosten für die Gartenpflege in Höhe von rund 303.115 Euro zu rechnen. Dies entspräche einer durchschnittlichen Kostensteigerung um rund 36 Prozent. Auf Grundlage der Gesamtbetriebskosten 2016 ist eine Steigerung um durchschnittlich knapp vier Prozent zu erwarten. Einhergehend mit den genannten Mehrkosten bei einer angenommenen Minimalfrequenz der durchzuführenden manuellen Reinigungsdurchgänge sei eine Verschlechterung des Erscheinungsbildes der Grünflächen der Wohnanlagen der Nibelungen-Wohnbau-GmbH zu erwarten.

 

 

 

 

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