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Förderkreis Umwelt und Natur in Waggum

 

Haben Sie schon einmal eine Rohrweihe im Flug gesehen ?  Ab März kann man bei uns den seltenen Greifvogel sehen wie er scheinbar schwankend und unsicher, dabei sanft und langsam Feld und Wasser nach Nahrung absucht. Die Flügel stehen v-förmig, sie sind schmal, fast gleich breit und am Ende abgestumpft.

 

Im Frühjahr d.J. entdeckten  wir diese bei uns so seltenen Vögel, wie sie  über die ehemalige Kläranlage schwebten und irgendwo am Teich des Biotops landeten. Nistzeit!  Große Aufregung bei uns.  Sofort wurde der Zugang zu dem Areal mit Trassierband  abgesperrt , niemand sollte bei der Brut stören. Ist der Zaun um das Biotop dicht oder können  natürliche Feinde das Paar gefährden?  Nisten sie oder verschwinden sie wieder wie im vergangenen Jahr? Sie blieben und wir hofften, eine nicht alltägliche seltene Brut- und Aufzuchtzeit miterleben zu dürfen. 

 

 

Wikipedia versorgte uns mit den notwendigen Informationen über die Brutzeit. 31 bis 36 Tage.  Nach dem Schlupf siegte die Neugier und wir entdeckten das Nest mit drei Jungen. Wie in der Brutzeit ist auch jetzt noch für einige Zeit  das Männchen für die Futterbeschaffung zuständig. Wir konnten beobachten, wie das Männchen mit reicher Beute über dem Nest kreiste, das Weibchen aufstieg und das Futter im Flug übernahm.

Rohrweihen sind nicht fähig, fliegende Vögel zu fangen. Sie rauben sitzende oder kriechende Tiere. Deshalb galten sie noch im vergangenen Jahrhundert als gefährlichster aller Nesträuber und ihnen wurde entsprechend mit Fallen , durch Eierraub und Zerstörung der Brutstätten nachgestellt. Der Verlust des Lebensraums durch den Menschen erhöhte die Bestandsgefährdung.

 

Wir hoffen, dass die neu entstandenen Rückhaltebecken, als Biotop ausgewiesen, den Vogel geradezu ermuntern, auch im kommenden Jahr wieder bei uns zu nisten. Leider mag er keine Kälte und wird unsrer Breiten im Frühherbst wieder verlassen.

 Auch die selten gewordenen Kiebitze hatten wenig Freude an der Nachbarschaft, denn sie fürchteten um ihre Jungen.Es war ein wunderbares Schauspiel am Himmel, wenn beide Vogelarten Revieransprüche geltend machten. Auch das Kiebitzpaar hat seine Jungen erfolgreich groß gezogen.

 

Grüne und Bibs lehnen den Einsatz von Herbiziden auf öffentlichen Grünflächen ab.

 

Die Stadtverwaltung fragte in den Städtischen Betrieben nach, wer Herbizide einsetzt, welche Alternativen es geben würde und welche Kosten dadurch entstehen würden.

 

 

Die Verwaltung bat um Stellungnahme beim Flughafen Braunschweig-Wolfsburg, der Hafenbetriebsgesellschaft Braunschweig, dem Städtischen Klinikum Braunschweig, der Nibelungen-Wohnbau-GmbH und der Braunschweiger Verkehrs-GmbH gebeten, da diese Gesellschaften in vorausgegangen Abfragen der vergangenen Jahre mitgeteilt hatten, Herbizide einzusetzen.

 

Das Städtische Klinikum teilte mit

 

Lediglich in einigen wenigen Vegetationsbereichen noch Herbizide durch einen Dienstleister einzusetzen. Finanzielle Auswirkungen bei einem Verzicht auf Herbizide wurden nicht genannt.

Die Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH setze laut Verwaltung derzeit keine Herbizide ein. Gegenwärtig könne aber aus Gründen der Luftsicherheit nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass Herbizide künftig auf Flugbetriebsflächen zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden müssen. In diesem Fall erfolgt in Absprache mit der Aufsichtsbehörde und der Zuständigen Genehmigungsbehörde gegebenenfalls ein Antrag auf Ausnahmegenehmigung. Alternativ befinde sich die Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH in der Prüfung, ob für diese Flächen auch thermische oder mechanische Verfahren anwendbar sind. Sollte diese Prüfung positiv ausfallen, könne gegebenenfalls in Gänze auf Unkrautvernichtungsmittel verzichtet werden.

Kein Verzicht bei Hafenbetriebsgesellschaft möglich

Die Hafenbetriebsgesellschaft setzt laut Mitteilung der Verwaltung mit Genehmigung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Rahmen der Vegetationskontrolle zur Freihaltung der Schienenwege einmal jährlich durch einen Fachbetrieb ein Blattherbizid ein. Die Vegetationskontrolle sei seitens der Landeseisenbahnaufsicht vorgeschrieben. Auf den Einsatz könne daher nicht verzichtet werden.

Die Verkehrs-GmbH setzt mit Genehmigung des Pflanzenschutzamtes der Landwirtschaftskammer Hannover unter anderem glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel auf einigen eingeschotterten Gleisbereichen ein. Auf gepflasterten Flächen sei der Glyphosateinsatz komplett untersagt. Es dürfe dort weder getupft noch mit dem Rotofix-Gerät gearbeitet werden. Für andere geschotterte Bereiche dürfe die Verkehrs GmbH Mittel wie Vorox F, Nozomi oder Purgarol nutzen. Insgesamt wurde laut Mitteilung der Verkehrs GmbH ein sehr differenzierter Antrag je nach Verkrautungsstand bei der Landwirtschaftskammer eingereicht, der entsprechend genehmigt wurde. Zielstellung sei es, den Herbizideinsatz deutlich einzuschränken.

Neue Methoden sollen getestet werden

Die Verkehrs GmbH steht laut eigener Aussage mit dem Julius-Kühn-Institut im Kontakt und sei bereit, neue Methoden der Wildkrautbekämpfung und/oder -vorbeugung zu testen. Bisher haben sich alternative Verfahren als nicht leistungsfähig oder tauglich genug erwiesen, um ein ganzes Gleisnetz gegen die Folgen von Wildkrautwuchs abzusichern. Aus Sicht der Verkehrs-GmbH ist der gezielte Einsatz von Herbiziden mit dem Wirkstoff Glyphosat mit geschultem Personal nach wie vor unverzichtbar. Einzig mögliche Alternative wäre aktuell die manuelle Wildkrautentfernung.

Für den Fall, dass ein Herbizideinsatz im Gleisnetz zukünftig nicht mehr möglich wäre, würden laut Verkehrs GmbH Mehrkosten von mindestens 737.000 Euro pro Jahr für eine manuelle Wildkrautentfernung anfallen. Bei dieser Bekämpfungsmethode sei jedoch nicht sichergestellt, dass auch tatsächlich die Entfernung der Problemunkräuter in den Betriebsanlagen im notwenigen Umfang nachhaltig durchgeführt werden könne.

Verzicht würde Nachteil im Wettbewerb bedeuten

 

Wildkräuter werden bei der Nibelungen-Wohnbau-GmbH weiterhin mit Herbiziden bekämpft. Foto: Anke Donner

Die Nibelungen-Wohnbau-GmbH Braunschweig und die Wohnstätten GmbH teilten auf Anfrage der Verwaltung mit, dass derzeitig und auch in Zukunft Herbizide zur Wildkrautunterdrückung streng nach den Vorgaben des Bundespflanzenschutzgesetzes eingesetzt würden. Die auf den Grünflächen eingesetzten Wirkstoffe zur Wildkrautunterdrückung seien in Deutschland zugelassen und werden durch sachkundiges Personal ausgebracht. Ein kompletter Herbizidverzicht auf diesen Grünflächen würde erhebliche Mehrkosten nach sich ziehen. Hinsichtlich der Umlagefähigkeit der Gartenpflegekosten auf die Betriebskosten der Mietobjekte würden diese Mehrkosten einen wirtschaftlichen und gegebenenfalls wettbewerblichen Nachteil für das Unternehmen bedeuten, da die Braunschweiger Mitbewerber von einem, durch die Stadt Braunschweig für ihre städtischen Gesellschaften erlassenen generellem Anwendungsverbotes nicht betroffen wären.

Kostensteigerung von 36 Prozent

Eine Abfrage der Nibelungen-Wohnbau-GmbH bei den Dienstleistern, welche einen Teil der Freiflächen bewirtschaften, habe ergeben, dass mit deutlichen Kostensteigerungen gerechnet werden müsste. Die konkrete Angebotsabfrage hat zu erwartende Mehrkosten der Dienstleister von zirka 78.335 Euro ergeben. Bei den mit eigenem Personal betreuten Außenanlagen müssten Dienstleistungen für die manuelle Beseitigung von unerwünschtem Aufwuchs zusätzlich eingekauft werden. Eine Abfrage bei mehreren Dienstleistern habe hier, unter Berücksichtigung von eingesparten eigenen Personalkosten für die bisherige Herbizidausbringung, zusätzliche Kosten in Höhe von zirka 224.780 Euro ergeben.

Demnach wäre mit jährlichen Mehrkosten für die Gartenpflege in Höhe von rund 303.115 Euro zu rechnen. Dies entspräche einer durchschnittlichen Kostensteigerung um rund 36 Prozent. Auf Grundlage der Gesamtbetriebskosten 2016 ist eine Steigerung um durchschnittlich knapp vier Prozent zu erwarten. Einhergehend mit den genannten Mehrkosten bei einer angenommenen Minimalfrequenz der durchzuführenden manuellen Reinigungsdurchgänge sei eine Verschlechterung des Erscheinungsbildes der Grünflächen der Wohnanlagen der Nibelungen-Wohnbau-GmbH zu erwarten.

 

 

 

 

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